Duisburger Steinbart-Gymnasium ist "Schule ohne Rassismus"

Schulleiter Ralf Buchthal und die Schülerinnen Julia Marae und Luisa Heinrici sind sehr stolz. Foto:
Schulleiter Ralf Buchthal und die Schülerinnen Julia Marae und Luisa Heinrici sind sehr stolz. Foto:
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Duisburger Steinbart-Gymnasium wird für sein Engagement für Flüchtlinge und gegen Pegida geehrt. Selbst einen Weltrekord bescherte die Schule der Stadt.

Duisburg.. Diskriminierung hat viele Gesichter. Auch in Duisburg sind Themen wie Rassismus und Zuwanderung höchst aktuell und werden brisant diskutiert. Am Steinbart-Gymnasium halten Schüler und Lehrer die Fahne der Toleranz hoch: Vor etwa eineinhalb Jahren haben einige Schüler der Jahrgangsstufe 12 das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” gestartet. Mit Aktionen prangern die jungen Menschen seither regelmäßig Mobbing und Diskriminierung an. Für das Engagement der Aktivisten erhielt die Schule jetzt bei ihrem Sommerfest den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und feierte sich.

Am „Steinbart“ lernen Schüler unterschiedlicher Herkunft. Etwa 20 Prozent der Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Rassismusvorfälle habe es an der Schule bislang noch nicht gegeben, berichten Schüler und Lehrer. Das Projekt sehe man als Möglichkeit, rechtzeitig vorzubeugen und aufzuklären.

Halay-Weltrekord war auch eine Idee der Steinbart-Schüler

Für die Auszeichnung mussten die Initiatoren zahlreiche Unterschriften sammeln, die die tolerante Einstellung der Schule belegen: 70 Prozent aller Schüler, Lehrer und anderer Mitarbeiter mussten unterzeichnen, damit der Titel verliehen werden konnte. Julia (17) und Luisa (18) gehören der Arbeitsgemeinschaft an, die rund 20 Schüler zählt. „Vergangenes Schuljahr hing zum Sommerfest an einem der Balkons der Schule ein großes Transparent mit den Worten ,Steinbart zeigt Farbe gegen Rassismus’“, erzählt Julia, wie alles begann. „Das war dann der Start für die Unterschriftenaktion.“

Soziales Neben Unterschriften gab es auch sonst viel Aufmerksamkeit für die engagierten Schüler. Dafür sorgten sie selbst: Bei zahlreichen Projekten in der Stadt setzten sie sich für mehr Toleranz ein. Regelmäßig besuchten sie Kinder aus Flüchtlingsfamilien, um mit ihnen zu spielen, oder gingen gegen Pegida auf die Straße. Selbst einen Weltrekord bescherten sie der Stadt Duisburg: Dass rund 1400 Freiwillige auf der Königstraße den türkischen Volkstanz Halay aufführten und sich so ins Guinness Buch tanzten, geht auf eine Idee der Schüler zurück. „Wir finden, dass solch ein buntes Ereignis der Stadt einfach gut steht“, sagt Luisa.

Nächste Aktion: Ein Abend mit arabischer Musik in der Liebfrauenkirche

Laut der Bundeskoordination in Berlin ist die Schule jetzt einmal im Jahr dazu verpflichtet, eine Veranstaltung zu organisieren, die Diskriminierung, Zivilcourage oder ähnliches thematisiert. Die jungen Aktivistinnen sind optimistisch, dass es nicht nur bei einem Projekt pro Jahr bleiben wird. „Wir haben viele Ideen“, sagt Julia.

Auch wenn sie und Luisa jetzt ihr Abitur gemacht haben und demnächst nicht mehr an der Schule sind, soll es mit genauso viel Schwung weitergehen. „Die Jüngeren aus der AG übernehmen unsere Aufgaben und werden alles gut fortführen“, so Luisa. Für den ersten Advent dieses Jahres ist bereits eine Veranstaltung mit arabischer Musik in der Liebfrauenkirche geplant.