Duisburger Stahlwerker von Thyssen-Krupp verlangen endlich Klarheit

Eine glühende Bramme wird gewalzt im Grobblechwerk von Thyssen-Krupp Steel in Hüttenheim, wo sich die Belegschaft Sorgen um ihre Arbeitsplätze macht.
Eine glühende Bramme wird gewalzt im Grobblechwerk von Thyssen-Krupp Steel in Hüttenheim, wo sich die Belegschaft Sorgen um ihre Arbeitsplätze macht.
Foto: Tanja Pickartz
Was wir bereits wissen
  • Mitarbeiter von Thyssen-Krupp Steel in Hüttenheim fordern Information über Zukunft ihres Werks
  • Und sie wollen wissen, was ein Unternehmensberater für ihren Standort empfohlen hat
  • IG Metall will voraussichtlich nächste Woche Belegschaft zu Aktionen aufrufen

Duisburg.. Brezeln und Kaffee gab es am Mittwochmittag in den Waschkauen des Hüttenheimer Werks von Thyssen-Krupp Steel. Beim kleinen Imbiss diskutierten Betriebsräte zum Schichtwechsel mit der Belegschaft, die verunsicherter ist als je zuvor. Der Grund: Unternehmensberater haben das Werk in den letzten Monaten unter die Lupe genommen, ihr Bericht liegt aber nach Einschätzung der IG Metall unter Verschluss. „Überall wabern die Gerüchte“, beschreibt Dieter Lieske, 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft die Stimmung in allen Stahl-Belegschaften.

Und das seit Monaten, seit Äußerungen von Thyssen-Krupp-Konzernchef, die seither Mitarbeiter Schließungen von Anlagen und ganzen Standorten fürchten lässt. Wie etwa in Hüttenheim, wo seit einigen Jahren rote Zahlen geschrieben werden. Schon daher sei es doch dringend ratsam, eventuelle Verbesserungsvorschläge der nicht ganz billigen Unternehmensberater unverzüglich den Mitarbeitern vorzustellen und auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, meint Betriebsratsvorsitzender Werner von Häfen.

Investitionen in moderne Anlagen

Vorschläge zur Verbesserung der Ertragslage des Werkes im Duisburger Süden machten Betriebsrat und IG Metall schon seit mindestens zehn Jahren, erinnern Lieske und von Häfen zudem. Etwa Investitionen in moderne Anlagen, auf denen hochwertige Stahlprodukte hergestellt werden könnten, mit denen am Markt deutlich höhere Margen zu erzielen wären.

Stahl-Sorgen Was die Gewerkschaft überdies umtreibt, ist die Sorge auch um Standorte wie Thyssen-Krupp in Hamborn/ Beeckerwerth oder die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann in unmittelbarer Nachbarschaft des Hüttenheimer Werkes. Schließe Thyssen-Krupp – wo auch immer – Standorte, schlüge das auch auf die Versorgung mit Stahl aus den Duisburger Werken durch, wo weniger Stahl abgenommen würde: „Und ein Absenken der Tonnage geht massiv an die Arbeitsplätze“, warnt Lieske.

Wahrscheinlich in der nächsten Woche will die IG Metall die Hüttenheimer Belegschaft zusammentrommeln, um der Forderung nach umfassender Information durch die Unternehmensleitung Nachdruck zu verleihen. „Es ist ein unsäglicher Zustand, in dem man die Belegschaft hält“, kritisiert Lieske eine „Mauer des Schweigens“.