Duisburger Stahlunternehmen erwarten leichtes Wachstum

Eine gute Stahlkonjunktur nutzt vor allem Duisburg, Deutschlands Stahlstandort Nummer 1.
Eine gute Stahlkonjunktur nutzt vor allem Duisburg, Deutschlands Stahlstandort Nummer 1.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wirtschaftsvereinigung Stahl geht für 2015 von einem Plus von einem Prozent bei Rohstahlerzeugung aus. Problem bleibt die Klima- und Energiepolitik.

Duisburg.. Die deutsche Stahlindustrie ist wieder im Aufwind, auch wenn der noch etwas sachte ausfällt. Ein Wachstum von einem Prozent erwartet die Wirtschaftsvereinigung Stahl für das Jahr 2015.

Schon im Vorjahr habe sich die Stahl-Konjunktur „solide entwickelt“, blickte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung; Hans Jürgen Kerkhoff, auf 2014 zurück, als es ebenfalls ein Plus von einem Prozent bei der Rohstahlproduktion gegeben hatte. Knapp 43 Millionen Tonnen wurden 2014 erzeugt, im laufenden Jahr sollen es 43,3 Mio Tonnen sein, erwarten die Düsseldorfer Stahlexperten. Für Deutschlands Stahlstadt Nummer 1, Duisburg, also eine grundsätzlich positive Tendenz.

Anlass für Optimismus liefert laut Kerkhoff zunächst ein auch im vierten Quartal moderat steigender Auftragseingang: „Treiber waren vor allem anziehende Bestellungen aus dem Ausland.“ Enttäuschend bleibe die Nachfrage in Deutschland.

Ansteigende chinesische Billigexporte

Positiv wirkten sich auch die Konjunkturerwartungen der stahlverarbeitenden Branchen auf die Prognose der Wirtschaftsvereinigung für 2015 aus. Sowohl die Automobilindustrie wie auch die Maschinen- und Anlagenbauer oder die Bauindustrie gehen fürs aktuelle Jahr von einem Wachstum in Höhe von zwei Prozent aus.

Auf diese drei Branchen entfielen rund 75 Prozent des deutschen Stahlbedarfs, sagte Kerkhoff. Man habe die Prognose „bewusst konservativ formuliert“, weil noch erhebliche Risiken bestünden und das Marktumfeld schwierig bleibe.

Sorgen bereiten der Stahlbranche nach wie vor die Klima- und Energiepolitik in Deutschland und Europa, aber auch ansteigende chinesische Billigexporte. Sie sind laut Kerkhoff ein „zentrales Risiko für den europäischen Stahlmarkt“. Erhebliche Risiken gingen auch von der Entwicklung in Russland aus, wo die Stahlunternehmen bestrebt seien, ihre Exporte zu erhöhen – mit Wettbewerbsvorteilen durch den Rubelverfall.