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Stahlindustrie

Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben

15.09.2015 | 06:00 Uhr
Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben
Die Hochöfen von HKM (links) und das Kraftwerk (rechts).Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  SPD-Landtagsabgeordnete besuchten HKM. Die Firmenleitung fordert von der Politik Planungsicherheit für zukunftssichernde Investitionen.

Was die Zukunftsaussichten der heimischen Stahlindustrie angeht, nahm Peter Gasse am Montag kein Blatt vor den Mund. Man stehe vor einem „Tal der Tränen“ und man wisse nicht, ob man überleben werde, erklärte der Arbeitsdirektor der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann den vier Duisburger SPD-Landtagsabgeordneten.

Politische Rahmenbedingungen für die Stahlindustrie, drohende Vorgaben aus Brüssel mit extremen hohen Kostenbelastungen für die Hüttenwerke waren das Thema der Gespräche zwischen der HKM-Unternehmensführung und den Abgeordneten Sarah Philipp, Ralf Jäger, Rainer Bischoff und Frank Börner. 500 Mio Euro wolle man in den nächsten Jahren unter anderem in die Neuzustellung beider Hochöfen investieren, erklärte HKM-Chef Dr. Rolf Höffken. Aber die Frage sei: Lohnt das noch?

Belastungen für HKM

Auf europäischer Ebene werde die nächste Phase des Emissionshandels geplant, HKM drohten jährliche Mehrkosten von 105 Mio Euro, wurde den Politikern erläutert. In Berlin werde zugleich immer wieder die Befreiung der Stahlindustrie von der Umlage für die Förderung der erneuerbaren Energien in Frage gestellt. Drohende Belastung für HKM: weitere 62 Mio Euro pro Jahr.

Und das, weil das Hüttenwerk Gase zur Stromerzeugung nutzt, die zwangsläufig bei der Stahlproduktion anfallen – und zwar in gigantischen Mengen. Den Oberhausener Gasometer könne man alle zwölf Minuten füllen, erfuhren die Politiker. Alternative sei das Abfackeln des wertvollen Energieträgers, aus dem zur Hälfte Strom für HKM, zur anderen Hälfte fürs öffentliche Netz erzeugt wird.

Planungssicherheit ist unverzichtbar

Die HKM-Führung machte deutlich, dass Planungssicherheit unverzichtbar sei für nicht minder unverzichtbare Investitionen. Höffken: „Wir brauchen die Neuzustellungen, wir brauchen neue Winderhitzer.“ Und Gasse machte klar, dass ohne eine heimische Stahlindustrie, ohne enge Zusammenarbeit mit den Hüttenwerken auch die Zukunft einer großen Zahl von weiterverarbeitenden Unternehmen in Frage gestellt werde.

Es sei Aufgabe der Bundesregierung, zügig für die Planungssicherheit der Stahlunternehmen zu sorgen, statt alle Jahre wieder über die Rahmenbedingungen zu diskutieren, forderte Börner zum Abschluss der Gespräche. Philipp sagte die politische Unterstützung der heimischen Stahlindustrie zu.

Nächste Woche treffen sich NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) und Vertreter der Stahlunternehmen und -belegschaften zu einem Stahlgipfel.

Kommentar: Industrie braucht Klarheit

Wer Hunderte von Millionen Euro in die Hand nimmt, um ein Unternehmen und damit nicht zuletzt auch Arbeitsplätze in erheblicher Zahl für die Zukunft fit zu machen, hat einen Anspruch darauf zu erfahren, ob sich diese Investition auch lohnt. Das muss sich die Politik zu Herzen nehmen und klare Kante zeigen. Das heißt konkret: Klar sagen, ob Industrie erwünscht ist oder nicht.

Klar ist, dass die Stahlindustrie viel Kohlendioxid ausstößt, weil Stahlerzeugung anders schlicht nicht geht. Noch nicht. Würde ein deutsches Stahlwerk wegen politischer Rahmenbedingungen schließen, würde der Stahl anderweitig produziert, in Werken ohne deutschen Umweltschutzanspruch. Dem Klima wäre nicht geholfen. Im Gegenteil. Auch das müsste in Brüssel und Berlin klar sein.

Willi Mohrs

Kommentare
15.09.2015
09:16
Wichtiger ist, dass Deutschland die Welt rettet
von SimpleMBA | #1

Die Kernkraftwerke wurden auch wegen der Atomkatastrophe von Fukushima verboten. Dann kann eine de-facto Enteignung der Stahlbosse kein Problem...
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4 Antworten
Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben
von Neudorfer40 | #1-1

Nachdem ich und sicher auch andere Leser Ihren Beitrag gelesen haben verstehe ich ihn nicht. Was möchten Sie uns mitteilen?
Auf welcher Grundlage möchten eine Enteignung durchführen.
Welche Zahlen, Daten oder Fakten benötigen wir?

Oder war das nur Satire?

Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben
von valo.tv1 | #1-2

@ SimpleMBA
Man kann Ihren bisherigen Beiträgen/Kommentaren entnehmen dass Sie sich ganz klar
gegen die Deutsche Metalerstellende Industrie aussprechen und für eine Bundesweite Stillliegung plädieren.
Da Sie, mit Ihrem offensichtlich grünen Daumen, regelrecht mit Patentlösungen um sich schmeissen.
Können Sie mir, mit meinen begrenzten Horizont, auch erklären was mit den damit in Verbindung stehenden Arbeitsplätzen geschehen soll.
(Gegen einen grünen Daumen habe ich grundsätzlich keinen Einwand)
Der Deutsche Stahl hat gewisse alleinstellungsmerkmale die auch aufschluss über die Herstellung gebieten, die weitaus Energieeffiezienter und Umweltschonender als Erzeugnisse von Übersee sind.

Meine Persönliche Meinung:
Wenn das erste erneuerbare-Energien-Bauteil aus einem Fernöstlichen Stahl, aufgrund von alterung "Knack" macht und sein Gefahrenpotenzial zeigt, wird Hoffentlich der Eine oder Andere auch ein gewisses Maß mitverständnis zeigen.

Leider Satire
von SimpleMBA | #1-3

Tut mir Leid, wenn ich es missverständlich ausgedrückt habe.
Ich kann es nur mit Ironie ertragen, wenn SPD und Gewerkschaften im Chor der Klimaretter die erste Stimme singen und es einfach hinnehmen, wenn die Energiebranche, die Stahlindustrie und schon bald die chemische Grundstoffindustrie aus Deutschland vertrieben haben, wenn Menschen ohne MINT-Bildung über Strukturen entscheiden, wenn eine Ethik-Kommission aus einem Erdbeben in Japan eine atomare Katastrophe macht. Ich erkenne oft genug nicht mal simples Verständnis für Dreisatzrechnung und Logik bei den Entscheidern.

Leider kann ich nur mit Ironie kommentieren - nobody is perfect

Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben
von valo.tv1 | #1-4

@ SimpleMBA
ich versteh Ihr mangelndes Verständniss, da Ihnen wohl eine anders gerichtete Politische gesinnung zu grunde liegt.

Betreiben Sie Interessenkampf Praktisch oder sind Sie jemand der "nur" Kommentiert?
Leider lese ich nur Forderungen raus, statt Lösungsansätze die im Interesse aller sind und zu Gute kommen.

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Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben
Duisburger Stahlindustrie fürchtet ums eigene Überleben
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2015-09-15 06:00
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