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Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss

09.10.2012 | 07:03 Uhr
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
Dr. Hermann Janning, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (steht unter Beschuss der Arbeitnehmervertreter.

Duisburg.  Arbeitnehmervertreter schreiben einen Brandbrief an den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link und beklagen ein „gestörtes Vertrauensverhältnis“ zum Vorstandsvorsitzenden Hermann Janning. Im Frühsommer hatten die Stadtwerke für viele überraschend ein dramatisches Minus bekanntgegeben und ein umfangreiches Sparpaket angekündigt.

Um den einflussreichen Vorstandschef des Duisburger Stadtwerke-Konzerns DVV, Hermann Janning, ist offenbar eine brisanter Machtkampf ausgebrochen. In einem Brief an Oberbürgermeister Sören Link als DVV-Aufsichtsratsvorsitzenden beklagen die drei Arbeitnehmersprecher aus den Konzern-Aufsichtsräten ein „gestörtes Vertrauensverhältnis“ zu Janning und listen in neun Punkten ihre Kritik auf. Nach WAZ-Informationen soll das „Tischtuch zerrissen“ und die Fronten verhärtet sein. In DVV-Kreisen nimmt man den Vorgang sehr ernst.

Janning wie Arbeitnehmervertreter schweigen zu den Vorgängen. Noch am Montag gab es ein zweites Vier-Augen-Gespräch zwischen Janning und Link, der erst vor wenigen Tagen zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden war. Link bestätigte lediglich, dass vor dem „Hintergrund des Gewinneinbruchs“ ein Gespräch stattgefunden habe, nachdem dieser „Wunsch an ihn herangetragen“ worden sei. „Zum Schutz des Unternehmens“ wolle er nicht mehr sagen.

Ton ist in den vergangenen Monaten rauer geworden

Aus Aufsichtsratskreisen ist zu hören, dass der Ton in den vergangenen Monaten rauer geworden sei, nachdem Jannings Vertrag – seit 2006 ist er DVV-Chef – erst im Frühjahr vorzeitig bis Ende 2016 verlängert worden war. Der stellv. Aufsichtsratsvorsitzende und Arbeitnehmervertreter Axel Prasch unterstrich damals noch den „Wunsch nach Kontinuität“.

Lange galt Janning (63) als Erfolgsmanager der Stadtwerke. Über die Parteigrenzen hinweg war der CDU-Mann angesehen. Er ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Steag, des fünftgrößten deutschen Energieunternehmens, an dem ein kommunales Revier-Stadtwerke-Konsortium unter der Führung der Duisburger die Mehrheit hat. Zugleich ist Janning Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Das Steag-Engagement ist nicht unumstritten.

Im Frühsommer hatten die Stadtwerke für viele überraschend ein dramatisches Minus bei der Gewinnerwartung von bis zu 30 Mio Euro bekanntgegeben und ein umfangreiches Sparpaket angekündigt. Das ist offenbar Auslöser für den Konflikt. Aus Arbeitnehmervertreterkreisen wurde deutlich Unmut darüber laut, dass es Knall auf Fall zu diesen Negativmeldungen kam, obgleich es kurz zuvor noch eine Klausurtagung gegeben haben soll. In dem Brief an den OB formulieren die Arbeitnehmervertreter ihre tiefgreifende Sorge um das Unternehmen. und beklagen offenbar auch, dass Janning durch seine Aufgaben bei der Steag und dem VKU-Bundesverband in Duisburg wenig Präsenz zeige.

In Duisburger CDU-Kreisen spricht man dagegen schon von einer möglichen Ausbootung eines unliebsamen CDU-Mannes. Das gilt Insidern aber als nebensächlich.

Oliver Schmeer


Kommentare
10.10.2012
20:53
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von albertus28 | #11

zu # 10

offensichtlich besitzen Sie Insiderwissen bzw Sie möchten den Eindruck erwecken.
Könnten Sie dem geneigten Leser und interessiertem Bürger mal erklären,was denn den Betriebsrat umtrieb,noch vor einigen Monaten ohne Not den Vertrag von Herrn Jannig bis 2016 zu verlängern,was ja nun nach diesem neuerlichen Sinneswandel der Stadt Duisburg sehr teuer zu stehen kommt.Aber das geht ja auf die Stromrechnung.

09.10.2012
19:34
Erfolgsmanager????
von Tutor | #10

Wer nennt diesen Mann warum Erfolgsmanager?? Was hat dieser Mann denn Tolles für den DVV Konzern gemacht?? Und wo ist er einflussreich!? Davon haben die Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter noch Nie was gemerkt! Im Gegenteil! Mit seiner unersättlichen Gier nach Macht und Anerkennung und seinem Kooperationwahn hat er eine gesunde Firma zerschlagen und eine motivierte Belegschaft mit fragwürdigen Methoden zur Gleichgültigkeit getrieben. Es wurden eine Menge Helfershelfer herangezüchtet und eingestellt, die nicht zufällig in irgendeiner Beziehung zu ihm stehen. Und Menschen die sich nicht an diesem Wahnsinn beteilgt haben blieben auf der Strecke. Und die CDU soll sich bitte in Schweigen hüllen. Die engen Drähte zwischen den Kumpanen während der Ära des abgewählten OB sind ja keine Geheimnisse ! Und wer von wem profiert hat könnte bei eine lautem Aufschrei der Schwatten zum klassischen Eigentor werden. Eine ganze Belegschaft sehnt sich nach dem Ende dieses Wahnsinnes!

09.10.2012
18:18
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von wattearvolt | #9

Und dann gab es noch Stromkunden, die nach 35 Jahren Stadtwerke DU die Schn.... voll hatten und den Anbieter gewechselt haben. Stromzählergebühr ? Nein danke !!

09.10.2012
18:12
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von AxelKrause | #8

Und auch die nicht unerheblich höheren Belastungen für die Bedienung der Kredite.

09.10.2012
17:59
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von DU-Kersten | #7

Da gab es doch auch noch die Hilfe für die GEBAG.

09.10.2012
17:04
Es stimmt nicht,
von rschulz3 | #6

dass Jannig unumstritten war. Intern wusste man schon sehr lange von seiner Großmannssucht und seinem Faible für internationale Interessen. Wir können froh sein, dass nicht noch mehr passierte. Oder kommt noch etwas nach?
Alles AS Gefolgsleute und wie prophezeit, kommt alles raus nachdem der weg ist.
Aber was fast noch schlimmer ist:Jetzt kommen alle aus den Löchern wieder hervor, die unter AS schön ihre Schn....... gehalten haben. Das finde ich besonders widerlich. Keine Courage, keine E...... in der Hose. Aber sich jetzt dick auifplustern.
Auf solche kann man auch getrost verzichten.
Wir brauchen völlig neue Regelungen für den Stadtrat und Abschaffung der gut bezahlten Extrapöstchen. Entweder ehrenamtlich oder gar nicht!.

1 Antwort
#6 rschulz3
von taosnm | #6-1

Das ist doch alles sehr suspekt. Wie es es möglich, wenn er umstritten war, dass sein Vertrag vorzeitig verlängert wurde? Da passt irgendwo etwas nicht.

09.10.2012
12:11
Keine Sorge.....
von DerBotevomNiederrhein | #5



die Stadtwerke-Millionen sind nicht spurlos verschwunden; man muss nur ihrem Verbleib nachspüren.


Erinnert sei an einen weiteren kostspieligen Deal:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/dvv-kauft-anteil-an-stadtwerken-duisburg-von-eon-id4870499.html


Wer sich näher mit dem folgenden Joint-Venture und ihren Akteuren beschäftigt, wird überrascht sein, wie mit dem Deckmäntelchen “Neue Energie” unter der schützenden Hand der Stadtwerke eine Phantomfirma installiert wurde. Hunderte von Arbeitsplätzen auf der Mercatorinsel hatte man einst versprochen. Was daraus geworden ist? - Nichts! Alles geplatzt wie eine Seifenblase. Was die ominöse Windenergie-Testanlage in Grevenbroich unter dem Strich für Duisburg gekostet hat - darauf hätte ich auch gerne eine Antwort.

http://www.mwme.nrw.de/presse/pressemitteilungen/Archiv_MWME/201006/100625/index.php

1 Antwort
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von AxelKrause | #5-1

Nicht verzagen, Scharping fragen (-:

09.10.2012
11:40
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von ExWalsumer | #4

So wie ich das verstehe geht nur die Gewinnerwartung um 30 Mio zurück, das bedeutet aber nicht, das man 30 Mio. miese macht, sondern einfach weniger Gewinn.
Und den Gewinn erhöhen kann man kurzfristig mit Sparmaßnahmen und langfristig mit Investitionen. Nur wenn man im Minus ist, muss man sparen, aber doch nciht, weil man weniger Gewinn macht.

09.10.2012
11:04
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von Athene | #3


Das die parteipolitisch gefärbten Stadtwerkechefs im Ruhrgebiet nicht halb so gut sind wie ihr üppiges Gehalt suggeriert, ist ja fast schon allgemein bekannt.
Das man -OHNE NOT- im Frühjahr noch den Vertrag verlängert, um im Herbst rumzulamentieren, zeigt für mich, wie tief der Filz auch die Städtischen Gesellschaften durchdringt.

Auf der einen Seite Geld rausschmeissen und auf der anderen Seite völlig unsoziale Politik zu betreiben scheint Duisburg immanent zu sein.

09.10.2012
09:58
Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss
von daphnina | #2

Nicht nur die Preispolitik der DVV ist die Ursache des Vertrauensschwundes, ein Mosaik von Ungereimtheiten in der Geschäftspolitik der Stadtwerke im Revier ist die Ursache.
Der verfehlte STEAG-Kauf wird nicht nur Janning treffen, sondern auch andere Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke zwischen Duisburg und Dortmund.
Sieht man sich die Ergebnisse der Stadtwerke Essen an, nach der STEAG Beteiligung, wird auch hier bald der Verantwortliche Konsequenzen ziehen müssen.

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