Duisburger Stadtwerke-Chef Janning schwer unter Beschuss

Dr. Hermann Janning, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (steht unter Beschuss der Arbeitnehmervertreter.
Dr. Hermann Janning, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (steht unter Beschuss der Arbeitnehmervertreter.
Foto: A.Mangen / waz
Arbeitnehmervertreter schreiben einen Brandbrief an den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link und beklagen ein „gestörtes Vertrauensverhältnis“ zum Vorstandsvorsitzenden Hermann Janning. Im Frühsommer hatten die Stadtwerke für viele überraschend ein dramatisches Minus bekanntgegeben und ein umfangreiches Sparpaket angekündigt.

Duisburg.. Um den einflussreichen Vorstandschef des Duisburger Stadtwerke-Konzerns DVV, Hermann Janning, ist offenbar eine brisanter Machtkampf ausgebrochen. In einem Brief an Oberbürgermeister Sören Link als DVV-Aufsichtsratsvorsitzenden beklagen die drei Arbeitnehmersprecher aus den Konzern-Aufsichtsräten ein „gestörtes Vertrauensverhältnis“ zu Janning und listen in neun Punkten ihre Kritik auf. Nach WAZ-Informationen soll das „Tischtuch zerrissen“ und die Fronten verhärtet sein. In DVV-Kreisen nimmt man den Vorgang sehr ernst.

Janning wie Arbeitnehmervertreter schweigen zu den Vorgängen. Noch am Montag gab es ein zweites Vier-Augen-Gespräch zwischen Janning und Link, der erst vor wenigen Tagen zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden war. Link bestätigte lediglich, dass vor dem „Hintergrund des Gewinneinbruchs“ ein Gespräch stattgefunden habe, nachdem dieser „Wunsch an ihn herangetragen“ worden sei. „Zum Schutz des Unternehmens“ wolle er nicht mehr sagen.

Ton ist in den vergangenen Monaten rauer geworden

Aus Aufsichtsratskreisen ist zu hören, dass der Ton in den vergangenen Monaten rauer geworden sei, nachdem Jannings Vertrag – seit 2006 ist er DVV-Chef – erst im Frühjahr vorzeitig bis Ende 2016 verlängert worden war. Der stellv. Aufsichtsratsvorsitzende und Arbeitnehmervertreter Axel Prasch unterstrich damals noch den „Wunsch nach Kontinuität“.

Lange galt Janning (63) als Erfolgsmanager der Stadtwerke. Über die Parteigrenzen hinweg war der CDU-Mann angesehen. Er ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Steag, des fünftgrößten deutschen Energieunternehmens, an dem ein kommunales Revier-Stadtwerke-Konsortium unter der Führung der Duisburger die Mehrheit hat. Zugleich ist Janning Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Das Steag-Engagement ist nicht unumstritten.

Im Frühsommer hatten die Stadtwerke für viele überraschend ein dramatisches Minus bei der Gewinnerwartung von bis zu 30 Mio Euro bekanntgegeben und ein umfangreiches Sparpaket angekündigt. Das ist offenbar Auslöser für den Konflikt. Aus Arbeitnehmervertreterkreisen wurde deutlich Unmut darüber laut, dass es Knall auf Fall zu diesen Negativmeldungen kam, obgleich es kurz zuvor noch eine Klausurtagung gegeben haben soll. In dem Brief an den OB formulieren die Arbeitnehmervertreter ihre tiefgreifende Sorge um das Unternehmen. und beklagen offenbar auch, dass Janning durch seine Aufgaben bei der Steag und dem VKU-Bundesverband in Duisburg wenig Präsenz zeige.

In Duisburger CDU-Kreisen spricht man dagegen schon von einer möglichen Ausbootung eines unliebsamen CDU-Mannes. Das gilt Insidern aber als nebensächlich.