Das aktuelle Wetter Duisburg 14°C
Zukunft des Arbeitsmarkts

Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden

18.11.2008 | 07:50 Uhr

Duisburg. Planungsdezernent Jürgen Dressler will Arbeitslose qualifizieren und damit dazu bewegen, sich woanders einen Arbeitsplatz zu suchen. Denn in Duisburg gebe es trotz aller Wirtschaftsförderung auf absehbare Zeit nicht genügend Stellen.

Reichlich Arbeit hat die Duisburger Agentur für Arbeit, aber immer noch zu wenig Jobs zum Vergeben. (Foto: WAZ, Andreas Mangen)

Wer in Duisburg keine Arbeit findet, soll sie sich woanders suchen. Das regt zumindest Planungsdezernent Jürgen Dressler an. Voraussetzung: entsprechende Hilfestellungen für die Betroffenen wie Qualifizierungsmaßnahmen samt Kinderbetreuung. Die Alternative aus Sicht des Dezernenten: eine "Daueralimentierung" von Arbeitslosen ohne Chance auf Änderung ihrer Lebensumstände.

Dressler in Dressler-Deutsch: "Eine Region, die historisch angesichts der Industrialisierung geradezu explodierte, hat im Umkehrschluss dieser Entwicklung auch die Verantwortung, die Bürgerschaft darüber aufzuklären, dass es sinnvoller wäre, sich dort Arbeit zu suchen, wo Beschäftigungsangebote existieren. Dafür Hilfestellung zu leisten, statt auf neue arbeitsplatzrelevante Ansiedlungen zu warten, wäre nicht nur redlich, sondern auch stadtökonomisch richtig."

Im Klartext: Alle Wirtschaftsförderung wird nicht dazu führen, dass es in Duisburg wieder genügend Arbeitsplätze gibt. Also gilt es, Arbeitslose zu motivieren und zu qualifizieren, damit sie woanders Arbeit finden können.

Den Abstieg "erlebt sowie auch selbst mit verursacht"

Duisburg mit seiner hohen Anzahl von Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind, habe die "logischen Konsequenzen einer globalen Neuverteilung von Industriearbeitsplätzen" zu spüren bekommen und als Stadt einen "ökonomischen und sozialen Abstieg erlebt sowie auch selbst mit verursacht".

Auf "Maloche" in Duisburg zu hoffen oder zu warten, werde das Missverhältnis von Einwohnerzahl und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten "bestenfalls marginal", aber nicht nachhaltig ändern. Von Duisburgs wichtigsten Branchen, Stahl und Logistik, sei nicht zu erwarten, dass sie Vollbeschäftigung herstellen und den Einwohnerverlust mindern könnten. Dressler: "Bürgerinnen und Bürger zu qualifizieren und sie damit letztlich auch zu befähigen, sich neuen Lebensräumen und nachhaltigen Beschäftigungsperspektiven zuzuwenden, ist eine Schlussfolgerung aus der Erkenntnis, dass Duisburg zunehmend verarmt ist."

Dafür gelte es Strukturen zu schaffen, etwa Kinderbetreuungen, damit Menschen durch Ausbildung neues Selbstbewusstsein erlangen und die Motivation, sich auf den Weg zu neuer Arbeit zu machen.

Mehr zum Thema:

Immer mehr Arbeitslose zieht's nach Holland

Willi Mohrs



Kommentare
18.11.2008
19:06
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von angelkoenig | #38

Abgesehen davon, dass ich den meisten Kommentatoren grundsätzlich zustimme, was die Tragbarkeit des Herrn Dressler für die Stadt Duisburg angeht, finde ich es beschämend, dass hier wieder einmal unter dem Deckmantel der Anonymität Beleidigungen der untersten Kategorie benutzt werden.
Sicherlich hat Herr Dressler einen hohen Unterhaltungswert, und es ist auch meine Meinung, dass Herr Sauerland diesem Herrn endlich nahe legen sollte unsere Stadt zu verlassen. Beleidigungen, wie sie hier zu lesen sind, und die schlimmsten sind wohl schon von der Red. gelöscht, sind einfach ungehörig. Mit solchen Kommentaren gebt ihr Herrn Dressler nur das Gefühl, das er genau diese Menschen gemeint hat, die sich derart über ihn äußern. Das ist schade, denn vom Grundsatz haben die meisten Schreiber Recht, sich über diesen Planungsdezernenten aufzuregen.
An Herrn Dressler gerichtet habe ich noch einen Verbesserungsvorschlag: Herr Dressler, warum nehmen sie nicht einen großen Teil der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger und setzen sie in der Verkehrsüberwachung ein. Sie hätten dann 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. 1.) Sie müssen nicht soviel Duisburger aus ihrer geliebten Stadt rausekeln und 2.) ginge ihr Konzept auf, diese Stadt mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen lahm zu legen. Sie müssten dann nicht mehr Ruhrort sinnloser Weise in 3 Bezeirke aufteilen, die sich nur über die Eisenbahnstrasse gegenseitig befahren lassen und sie würden erhebliche Mittel einsparen, weil sie die ganzen sinnlosen Querungshilfen innerhalb des Stadtgebietes nicht weiter einbauen lassen müssten.
Ich empfehle ihnen wirklich, gehen sie in eine andere Stadt und lassen die die Duisburger in Frieden.
Frank Garstecki, Duisburg

18.11.2008
14:06
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von che | #37

Die Vorstellungen von Dressler sind nicht neu:
Fordernn und Fördern - Mehr Mobilität etc.
Aber alles das löst nicht den Zangengriff in dem sich eine Kommune wie Duisburg befindet s. Nothaushaltskommune. Letztlich führt kein Weg daran vorbei, durch eine Steigerung der Attraktivität der Stadt für ansiedlungswillige Unternehmen (und da kann Stadtplanung noch wirklich zulegen Hr Dressler) mehr Arbeitsplätze nach Duisburg zu holen. Und da ist Duisburg auf einem guten Weg. Es dürfte doch wohl jedem klar sein, das nach so etwas wie Vollbeschäftigung zu rufen, mehr dem einsamen Rufer in der Wüste gleicht. Also Herr Dressler Hausaufgaben machen und nicht so viel (unausgegorenes Zeugs) laut denken.

18.11.2008
13:09
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von pedel | #36

Unverschämtheit!

18.11.2008
13:05
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von ChugoChaves | #35

Die freiwillig Mobilen aus Afrika kippt der Planer aber auch gerne ins Meer?
Und Hochqulifizierte wie zuvor die Rohstoffe rauben?
Hat Plani.Dez. auch nur NRW- Schule?

18.11.2008
13:00
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von Mattesdererste | #34

Die Arge könnte ja dann jede Menge Möbelpacker ausbilden, die helfen sich dann alle gegenseitig.

18.11.2008
12:25
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von Bambeli | #33

Pit01! Der Unterschied ist, dass die Verantwortlichen im Niederrhein nicht von dir verlangt haben den Kreis Wesel zu verlassen!

Was denkt dieser Typ überhaupt wer er ist, Duisburger aufzufordern aus der Stadt zu ziehen! Ich bin dafür ihn aufzufordern aus der Stadt zu ziehen. Aber schläunigst!

18.11.2008
12:17
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von Pit01 | #32

Ich bin 1969 vom Niederrhein (Kreis Wesel) nach Düsseldorf gependelt. Stellen waren nämlich vor Ort als Ing. oder Techniker rar und nicht zu bekommen. Im Klartext hieß das täglich rund 13 Stunden unterwegs um die Brötchen zu verdienen. Habe mich nie darüber beklagt und war froh einen Job im 75 km entfernten Düsseldorf zu bekommen.

18.11.2008
11:52
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von MatthiasSchneider | #31

Das ist ja mal so richtig perfide, Herr Dressler. Irgendwie wird Ihre Strategie dadurch jetzt komplett sichtbar: Vermögende mit edlen Wohnanlagen und Büroflächen locken - ggf. mitten im bischen Rest von Natur, das wir noch haben. Und die kleinen Leute aus der Stadt drängen.

Das ist eine rein ökonomische Sichtweise, die sich über alles hinwegsetzt, was humane Stadtplanung eigentlich im Auge haben sollte: Das Wohl und die Möglichkeiten aller Mitbürgerinnen und Mitbürger !! Wenn nur noch diejenigen mit der dicken Brieftasche bestimmen, was geht und was nicht, sind wir weit weg von der Stadt für alle.

Diese Denke kommt, wenn man den Großteil des Tages damit verbringt, Haushaltszahlen zu wälzen, sich aber nicht mehr traut, sich offen und ehrlich in die Öffentlichkeit zu stellen und klar zu machen, woher die kaputten kommunalen Haushalte kommen. Bund und Land weisen lange nicht einmal die Mittel zu, um die gesetzlichen Aufgaben zu bewältigen. Aber der CDU OB befleißigt sich mit Beteuerungen, die Sanierung sei auf dem Weg, der ausgeglichene Haushalt in Sichtweite. Nichts dergleichen ist der Fall. Auch das sieht man an dieser Dresslerschen Verzweiflungstat auf dem Rücken der Schwächsten.

Herrr Dressler, auch die Menschen, die Sie fortschicken wollen, sind DuisburgerInnen. Genau wie ich auch. Diese Stadt ist unser Zu Hause !

18.11.2008
11:45
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von rockprojekt | #30

Dass Herr Dressler häufig und ungefragt unqualifizierte Statements abgibt, ist ja nichts Neues. Seine Äußerungen lassen den Schluss zu, dass man lediglich Statistiken schönen und den städtischen Haushalt gesunden will . Man schmeißt Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger einfach aus der Stadt, damit sie sich neuen Lebensräumen zuwenden. Gerade im Aufgabengebiet eines Planungsdezernenten liegt aber die Pflicht, mittels einer nachhaltigen Stadtplanung auch eine vernünftige Stadtstruktur zu schaffen. Die Synergieeffekte für den Arbeitsmarkt ergeben sich aus den neuen Lebensräumen führen zu entsprechenden Arbeitsplätzen. Duisburg besteht eben nicht nur aus City-Palais, Forum, Spielcasino und dem Innenhafen - den Vorzeigeplanungsräumen des Planungschefs.

18.11.2008
11:41
Duisburger sollen Arbeit in der Ferne finden
von turza | #29

Die Duisburger könnten z.B. nach Gelsenkirchen auswandern....
Das geht ganz zügig per S-Bahn.

Meine Güte, ist diese selbsternannte Elite hilflos!
Wenn man dann wenigstens den Mund halten würde...

Aus dem Ressort
Landschaftspark Nord ist für Duisburger die Duisburg-Skyline
Abstimmung
Rund 4600 Duisburger haben bei der Abstimmung über die Gestaltung einer neuen Duisburg-Skyline mitgemacht, die eine Werbeagentur initiiert hat. Aus den Top-Ten wird jetzt das Markenzeichen gestaltet, das jeder benutzen darf. Auf Platz 1 der Voting-Liste kam der Landschaftspark Nord.
Schulsozialarbeit in Duisburg ist bis Ende 2016 gesichert
Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit in Duisburg ist gesichert. Zumindest bis Ende 2016. Und das, obwohl am Jahresende der Fördertopf aus dem Bildungs- und Teilhabepaket versiegt. Doch die Stadt nutzt 3,85 Mio Euro, die von den Eltern nicht abgerufen wurden, um die 49 Schulsozialarbeiter weiter zu beschäftigen.
Thyssen-Krupp Steel führt die 31-Stunden-Woche ein
Stahl
Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp Steel führt an seinen Standorten Duisburg, Bochum, Dortmund, Finnentrop und Siegen die 31-Stunden-Woche bei Lohnverzicht ein. Darauf haben sich Unternehmen und Betriebsrat verständigt. Der „Tarifvertrag Zukunft“ soll Stellenstreichungen und Kurzarbeit verhindern.
Rheinhauser Gruselhaus öffnet um 18 Uhr
Gruselhaus
Daniela und Michael Driske laden an Halloween ab 18 Uhr wieder in ihr Gruselhaus auf dem Logport-Gelände ein. Sie und ihre insgesamt rund 100 Helfer hoffen auf einen neuen Besucherrekord in ihrem "Hotel Albtraum". Der Erlös wird wie immer komplett an karitative Einrichtungen gespendet.
Rückbau der Duisburger A59-Baustelle noch bis Ende November
Autobahn 59
Noch nicht so reibungslos wie erhofft läuft der Verkehr auf der Berliner Brücke der A59. Noch wenigstens bis Ende November braucht StraßenNRW, um die Baustelle auf der A59 komplett zurückzubauen. Das soll größtenteils nachts und an Wochenenden geschehen, teilweise werde aber wochentags gearbeitet.
Mercator-Stühle auf der Bahnhofsplatte
Es geht endlich weiter mit der Gestaltung der kahlen Bahnhofsplatte. Mercator-Stühle und eine Lange Bank hatten sich Bürger gewünscht. Wie finden Sie das?

Es geht endlich weiter mit der Gestaltung der kahlen Bahnhofsplatte. Mercator-Stühle und eine Lange Bank hatten sich Bürger gewünscht. Wie finden Sie das?

 
Fotos und Videos
Bilder für die Skyline von Duisburg
Bildgalerie
Internetwahl
Die sportliche Heimat der Zebras vom MSV
Bildgalerie
Die MSV-Stadien
Halloween im Duisburger Horrorhaus
Bildgalerie
Halloween
Rundgang durch Beeck
Bildgalerie
Stadtteile