Duisburger Schüler sind Teil eines Kunstwerks

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Was wir bereits wissen
Bei der Installation von 90 Stahlstatuen des chinesischen Künstlers Ren Rong standen 90 Jugendliche des Steinbart- und des St. Hildegardis Gymnasiums Probe

Manchmal muss es auch bei der Kunst ganz genau sein. Dann zählt jeder Millimeter. Fast wie beim Militär. Denn daran erinnert die Installation des chinesischen Künstlers Ren Rong. Genauer gesagt, an die weltberühmten Terrakotta-Krieger, die seit Jahrhunderten in Reih und Glied stehen. Ebenso standen jetzt 90 Schüler der Gymnasien Steinbart und St. Hildegardis Spalier. Bevor ebenso viele Stelen aus Stahl im Außenbereich des Lehmbruck-Museums aufgestellt werden, testeten Künstler und Museumsleitung mit den Schülern, wie die Objekte zu platzieren sind.

Die Skulpturen sind Teil des Ausstellungsprojekts „China 8 – Zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr“ – wir berichteten. Ab dem 14. Mai sind die handgefertigten Stahlkolosse von jeweils rund 270 Kilogramm Gewicht im Lehmbruck-Museum an der Kaiser-Wilhelm-Straße zu sehen. Sie, so der Künstler, sollen das Gegenstück zu dem berühmten Fund in China sein: friedliche Pflanzenmenschen – das drückt er durch die fein verzierten, blumenartigen Teile der Stahlgebilde aus.

Für die Jugendlichen ist die Teilnahme an der Vorbereitung ein besonderer Moment. Schließlich sind sie so in gewisser Weise ein Teil des Gesamtwerks. Genießen können sie die rund 30 Minuten in der Sonne – so lange dauert es, bis alle in der richtigen Position sind – jedoch nicht. „Die zweite Reihe ein wenig mehr nach links“, ruft der Künstler. Auch MKM-Direktor Walter Smerling, der mit seinem Museum an dem Mammut-Projekt zur chinesischen Kunst beteiligt ist, hilft, die Schüler auf die richtige Position zu rücken.

Doch auch sonst herrscht gehöriger Trubel auf dem Gelände: Söke Dinkla, Direktorin des Lehmbruck-Museums, streift umher und begutachtet das Vorgehen. Schaulustige gesellen sich dazu, zücken spontan ihre Handys, um das Treiben auf Video festzuhalten.

„Geht jetzt bitte noch alle zwei Handbreit zu Seite“, ruft Smerling. Ein Blick zu Ren Rong. Als dieser nickt, ist es geschafft. „Okay. Super jetzt nicht mehr bewegen“, bittet Smerling. Die Schüler dürfen jetzt endlich einen Klebestreifen zwischen ihren Füßen auf den Boden kleben, als Markierungen für die Stahlgebilde.

Kunstunterricht mal ganz anders

Eröffnet wird die Ausstellung am 13. Mai um 12 Uhr. Dann dürfen alle Gäste die Skulpturen bestaunen und sogar durch die Reihen der Installation schreiten. Einige Schüler werden sich die Ausstellung dann wohl auch ansehen. So auch Marius und Pascal (beide 17) vom Steinbart-Gymnasium. „Es ist cool ein Teil von dem Kunstwerk zu sein. Schließlich kennt jeder die Terrakotta-Armee und das ist hier der Gegenentwurf“, sagt Marius. Pascal lobt: „Das ist doch mal Kunstunterricht ganz anders. Ich bin begeistert.“