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Duisburger Schüler lassen Sehbehinderte Film hören

03.02.2015 | 08:00 Uhr
Duisburger Schüler lassen Sehbehinderte Film hören
Acht Schüler der Johanniterschule in Hochfeld haben bei einem Workshop von „doxs – Dokumentarfilme für Kinder“ die Vertonung für Sehbehinderte des Films „Krokodile ohne Sattel“ übernommen.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Duisburger Schüler haben in einem Dokumentarfilm-Projekt die Vertonung für Sehbehinderte des Films „Krokodile ohne Sattel“ übernommen.

Mit ihren Stimmen zeigen diese Kinder es allen: Acht Schüler der Johanniterschule in Hochfeld haben bei einem Workshop von „doxs – Dokumentarfilme für Kinder“ die Vertonung für Sehbehinderte des Films „Krokodile ohne Sattel“ übernommen. Bereits im vergangenen Jahr schrieben sie die Audiodeskription und sprachen die Texte in einem Tonstudio ein. Jetzt ist der Film auf DVD erschienen. Zusammen mit einigen Schulkameraden sahen die Nachwuchs-Sprecher sich ihr Werk an – und waren stolz wie Oskar. Ihre Schulfreunde waren begeistert von der Arbeit.

Bewusstsein für Blinde schärfen

Projektleiter Christian Kosfeld hat mit den acht sehbehinderten Kindern über mehrere Wochen an der hörbaren Beschreibung der Szenen gearbeitet. Es sei viel Arbeit gewesen, die Jungen und Mädchen haben ihn mit ihrem Engagement überzeugt: „Sie hatten viele gute Ideen für die Texte“, sagt er.

In zwei Gruppen überlegten sich die Jugendlichen jeweils passende Beschreibungen für die Hälfte des 15-minütigen Films, der vom Leben eines afrikanischen Mädchens in Deutschland erzählt. Beim Einsprechen mussten sie vor allem darauf achten, dass ihre Stimmen nicht mit denen der Schauspieler „kollidieren“. Das war beim Film schwieriger als bei vorherigen Auflagen des Projekts an der Schule. „Die Momente, in denen die Schauspieler nichts sagen, sind in dem Film rar und kurz. Das bedeutet, dass die Sprecher nur kurze Momente haben, Informationen unterzubringen“, so Kosfeld.

Vertonung hat Spaß gemacht

Uguzhan (14) fand das Texten daher schwieriger als das Sprechen: „Die Beschreibungen müssen passen, kurz und bündig sein. Es war schwierig, alles so genau zu formulieren“, sagt er. Freund Mazlum stimmt zu, erklärt jedoch auch, wie viel Spaß die Vertonung der verschiedenen gemacht hat: „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Wir haben auch viel gelacht, im Tonstudio war es super.“

Zu den Teilnehmern gehört auch der 14-jährige Daniel. Als einziger Blinder unter den Jungen und Mädchen, waren die Szenenbeschreibungen für ihn eine besondere Herausforderung. Gleichzeitig war seine Mitarbeit unverzichtbar. „Ich habe mit eingesprochen, was die anderen getextet haben. Dann habe ich alle Szenen getestet und angehört. Ich weiß: Wenn ich verstehe, worum es geht, dann können das auch andere, die nicht sehen können, der Story folgen“, sagt er. Vor allem freut er sich darüber, dass durch das Projekt bei anderen das Bewusstsein dafür geschärft wird, wie es für Blinde ist, einem Film zu folgen.

Als die Schüler den fertigen Film jetzt erstmals sahen, waren sie stolz, aber auch überrascht: Die eigenen Stimmen, so fanden sie, hören sich im Film doch etwas anders an als im echten Leben.

Dennis Bechtel

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2015-02-03 08:00
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