Duisburger schafft einen Schulgarten der Extra-Klasse

Rudolf Kelbassa freut sich, dass Schüler wie Finn, Jan, Laura, Lara und Lena kräftig mitanpacken.
Rudolf Kelbassa freut sich, dass Schüler wie Finn, Jan, Laura, Lara und Lena kräftig mitanpacken.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Aus einem verwilderten und vermüllten Stück Brachland hat der Duisburger Rudolf Kelbassa mit Herzblut einen Schulgarten der Extraklasse geschaffen.

Duisburg.. Die prächtig bunt blühenden Rosen fallen sofort auf und die Kinder, die umherwuseln, Beete gießen oder Erdbeeren pflücken. Ein einziges Gartenparadies, das sich hier direkt an der Gustav-Stresemann-Realschule in Beeck auftut. Verantwortlich dafür ist ein Mann, der gerade den etwas am Rand stehenden Bauwagen verlässt. Sofort werden Erinnerungen an Peter Lustig, an die legendäre Kindersendung „Löwenzahn“ wach. Und wer Rudolf Kelbassa (71) mit seinem Strohhut auf dem Kopf das erste Mal erblickt und anschließend näher kennen lernt, findet schnell Gefallen an diesen Gedanken.

Was der Beecker seit 2007 aus einem 800 Quadratmeter großen, verwilderten und vermüllten Stück Brachland in ehrenamtlicher Arbeit mit viel Herzblut und Hilfe der Schüler entwickelt hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet. Mit seinem Schulgarten hat er schon bei mehreren Wettbewerben abgeräumt, unter anderem beim Umweltpreis der Stadt 2013 den geteilten und mit 750 Euro dotierten zweiten Platz erreicht.

Taucher und Gleitschirmflieger

Kelbassa ist keine zwei Monate in Rente, als er das Gartenprojekt in Angriff nimmt. Der gelernte Schiffbauer, der zuletzt 20 Jahre lang als Gerichtsvollzieher bei der Stadt arbeitete, hatte aber auch nie ernsthaft vor, sich zur Ruhe beziehungsweise nur noch vor den Fernseher zu setzen. Dafür ist der begeisterte Taucher und Gleitschirmflieger nicht der Typ. Und so sagt er vor gut acht Jahren nicht nein, als ihn ein Realschüler aus der Nachbarschaft darum bittet, sich um den Schulgarten zu kümmern.

Kelbassa macht aus ihm ein Aushängeschild für die Schule. Drei Mal, während der Ferien einmal in der Woche, ist er mit zahlreichen Schülern in diesem kleinen Naturparadies mit Teich, Insekten- und kleinem Gewächshaus, Bäumen, Grill, „grünem“ Klassenzimmer und sogar drei Bienenstöcken vor dem Eingang. „Der Honig hat eine Top-Qualität“, sagt der 71-Jährige.

Die Natur ist eine tolle Abwechslung

Vorwiegend Fünft- und Sechstklässler packen kräftig mit an und sind für bestimmte Beete verantwortlich. So wie Jan (11), der sich mit seinem gleichaltrigen Kumpel Nico um das größte Beet kümmert. „Es ist eine tolle Abwechslung, hier in der Natur zu sein“, sagt Jan, dem auch das Ernten großen Spaß bereitet – Radieschen, Karotten, Erdbeeren und auch Spargel. Da kommt einiges zusammen. „Die Kinder lernen bei mir ganz spielerisch und dürfen vor allem alles behalten, was sie ernten. Das Obst wird meistens schon gleich hier verputzt“, schmunzelt Kelbassa.

Er möchte den Schulgarten noch viele Jahre beackern. „So eine ehrenamtliche Arbeit kann ich nur jedem empfehlen. Das hält fit und macht vor allem großen Spaß.“