Duisburger Promi-Plausch mit MSV-Kultkicker Joachim Hopp

Auf ein Pils und ein paar Gläser Wein mit dem MSV-Kult-Kicker Joachim Hopp (Mitte): Die Leser (von links) Michael Schmitz, Siegfried Thielen, Wilfried Gartmann und Lutz Stießel hatten sich erfolgreich für den WAZ-Promi-Talk beworben.
Auf ein Pils und ein paar Gläser Wein mit dem MSV-Kult-Kicker Joachim Hopp (Mitte): Die Leser (von links) Michael Schmitz, Siegfried Thielen, Wilfried Gartmann und Lutz Stießel hatten sich erfolgreich für den WAZ-Promi-Talk beworben.
Foto: Strauch
Was wir bereits wissen
Leser durften Kult-Kicker Joachim Hopp beim WAZ-Talk näher kennen lernen. Der 48-Jährige redete gewohnt authentisch, offen und ehrlich Klartext.

Duisburg.. Unglaublich, dieser Typ. Schlägt als Lokalität für die WAZ-Reihe „Auf ein Pils mit...“ doch glatt die Vino-Bar im City-Palais vor. Aber hier genießt Joachim Hopp (48) nun mal als Stammgast die urige Atmosphäre und hier lässt es sich auch wunderbar plaudern. Den Ex-MSV-Kicker dürfen an diesem Abend Michael Schmitz (46) aus Rumeln-Kaldenhausen, Wilfried Gartmann (72) aus Meiderich, Lutz Stießel (53) aus Röttgersbach und Siegfried Thielen (66) aus Duissern mit Fragen löchern.

Bevor Hopp, wie die Vier am Ende finden, gewohnt authentisch, offen und ehrlich Klartext spricht, legt er ein paar alte Fotos aus seiner Zeit am Hochofen bei Thyssen auf den Tisch. Kein Wunder, dass die Leser bei Wein und genau einem Pils mehr erfahren wollen. Sie plaudern mit Hopp unter anderem über...


...Maloche auf und außerhalb des Fußballfeldes.

Joachim Hopp: Thyssen war wie eine große Familie für mich. Wunderbar. Obwohl ich mir mit 18 in einer Nachtschicht mal übel den Fußrücken verbrannt habe und danach Haut verpflanzt werden musste. Ich hab’ als Schmelzer und als Wassermann gearbeitet – auch noch, als ich schon in der Bundesliga für den MSV gespielt habe. Ich war ja auch der Malocher auf dem Platz und deshalb Publikumsliebling. Mein Chef bei Thyssen hat mich damals trotzdem gerne mal aufgezogen: „Am Wochenende frei haben wollen, aber im Spiel die Hundertprozentige nicht machen...“


...seinen Lieblingstrainer.

Hopp: Das ist schwer zu sagen, aber Ewald Lienen war schon mein Ziehvater. Ohne ihn wäre ich nicht Profi beim MSV geworden. Aber ich nenne auch Jos Luhukay. Er hat mich am Ende meiner Karriere in Uerdingen sofort zum Kapitän und Mittelfeld-Strategen gemacht.


...sein heutiges Verhältnis zum MSV.

Hopp: Ich hoffe natürlich, dass der Verein wieder nach oben kommt. Ich glaube aber, dass es nicht nur versäumt wurde, mich einzubinden, sondern auch viele andere frühere Spieler. Ich würde nie Cheftrainer beim MSV sein wollen, weil dann auch ich nach fünf verlorenen Spielen durch die Stadt gejagt würde, aber eine andere Funktion hätte ich mir schon vorstellen können.

...den früheren MSV-Stürmer Peter Közle.

Hopp: Ich hab’ zu ihm bis heute noch engen Kontakt. Während unserer MSV-Zeit sind wir abends gerne mal auf die Rolle gegangen. Ich war dann meistens der Feuerlöscher auf zwei Beinen. Ich erinnere mich an einen Abend nach einem Spiel gegen die Bayern Anfang der 90er – Peter hatte beim Stand von 0:0 einen Elfmeter verschossen und wir verloren am Ende 0:2 – da gab’s später den einen oder anderen Spruch. Ich hab’ ihn nach nur einer Stunde vorsichtshalber ins Taxi gesetzt. Für mich lief der Abend übrigens super. Ich hab’ da meine heutige Frau Anja kennen gelernt.

...seine Zeit als DJ.

Hopp: Ich hab’ ein Faible für House-Musik, erst nur für mich zu Hause aufgelegt, später freitags mit dem MSV gespielt und samstags in ausgesuchten Clubs in Berlin oder Hamburg den DJ gemacht. In einem Zimmer hatte ich mal 10 000 Platten, mittlerweile ist dort meine achtjährige Tochter eingezogen. Diese Musik ist aber weiter die pure Entspannung für mich.

...die Arbeit 2012 als Trainer im Kosovo bei KF Prishtina.

Hopp: Lebenserfahrung pur, obwohl ich nur vier Monate da war. Einerseits lernst du, was Korruption bedeutet. Wir mussten zum Beispiel schon 2:0 führen, damit die Schiris nicht gegen uns, sondern neutral gepfiffen haben. Andererseits hat mich begeistert, wie dort verschiedene Kulturen friedlich miteinander gelebt haben. Und dann die Freundlichkeit der Menschen – unglaublich!


...seinen aktuellen Job.

Hopp: Vom Hochofen in die Bundesliga und wieder zurück: Ich arbeite bei VT Ripkens in Meiderich, bin zum Beispiel für Verkehrsschilder zuständig und wirklich glücklich damit.


...über Duisburg.

Hopp: Es gibt drei Dinge, auf ich besonders stolz bin: Dass ich für meine Stadt arbeiten, hier Fußball spielen durfte und darauf, dass der überragende, frühere MSV-Präsident Fischdick mal gesagt hat, dass bei ihm ein Hopp immer spielen würde.