Duisburger „Pony Riders“ sind Postkutscher auf zwei Rädern

Rene Sonnemans, Hendrik Richter, Kai Edel, Micha Ziwkovic, Stefan Schrörs düsen durch die Stadt: „Trödeln macht keinen Spaß.“
Rene Sonnemans, Hendrik Richter, Kai Edel, Micha Ziwkovic, Stefan Schrörs düsen durch die Stadt: „Trödeln macht keinen Spaß.“
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Den Duisburger Fahrradkurierdienst „Pony Riders“ gibt es seit drei Jahren. Die Fahrer liefern Medikamente, Geschäftspost und Pommes – von Nord nach Süd.

Duisburg.. Rene Sonnemanns tritt in die Pedalen. Zügig bahnt er sich mit seinem Rennrad den Weg durch die Innenstadt. Auf den Rücken hat er sich einen Rucksack geschnallt. Sonnemanns ist „Pony Rider.“ Vor drei Jahren gründeten er und ein paar Kollegen den Fahrradkurierdienst. Als „Pony Riders“ sehen sie sich in der Tradition der guten alten Postkutscher vom „Pony Express“, die im 19. Jahrhundert in den USA Sendungen zugestellt haben. Immer mehr Firmen setzen auf die Dienste der radelnden Kuriere – inzwischen gehören sieben Personen zum Team. 14 Beine für ein Hallelujah!

Ein Lehrberuf ist der Job natürlich nicht. Die Gründer haben studiert, mögen aber lieber die Einsätze an der frischen Luft. Rene Sonnemanns und die anderen bringen Patienten ihre Medikamente, stellen Geschäftspost für Zeitarbeitsfirmen zu, transportieren Einkäufe per Lastenrad oder liefern sogar Pommes aus. Auch mit einer Mini-Brauerei am Niederrhein kooperieren sie – und bringen den Gerstensaft zu den Kunden. Dabei sind sie nicht nur in der Innenstadt unterwegs, sondern düsen bei Bedarf auch nach Walsum oder Serm. Der Ritt in die Außenbezirke kostet allerdings ein bisschen mehr.

Ein Pony benutzt die Straße

„Für Sendungen in der Stadtmitte geben wir 60 Minuten Lieferzeit an. Meist geht’s schneller. Es macht einfach keinen Spaß, beim Fahren zu Trödeln“, erklärt Sonnemanns, der auch schon mal mit 30 Sachen durch die Straßen heizt. Auf dem Radweg ist das kaum möglich, ein Pony benutzt die Straße. „Da wird man dann von den Autofahrern auch anders wahrgenommen.“ Neulich gab’s trotzdem mal eine brenzlige Situation. Kai Edel erzählt: „Eigentlich ist es ja eine gute Sache, dass die Fahrradstreifen auf die Straße gelegt wurden, aber an der Hauptbahnhof-Unterführung hat mich neulich ein Autofahrer geschnitten.“ Insgesamt sei Duisburg aber ein ruhiges Pflaster. Edel muss es wissen, er fährt auch noch in Düsseldorf und Köln – oder war als Kurierfahrer in Mexiko und Sydnery im Einsatz.

Leben im Revier Unterwegs sind die Männer und eine Quotenfrau auf ihren eigenen Drahteseln. „Wir treten selbst, wir brauchen keinen Elektroantrieb“, sagt Kai Edel. In den vergangenen drei Jahren kamen immer mehr Firmen dazu, die auf ihre Dienste setzen. Auch, weil für viele Unternehmen der Umweltgedanke eine größere Rolle spielt. Einer der Werbeslogans lautet denn auch „100 Prozent Leistung bei null Prozent CO2-Ausstoß. Dennoch wollen sie weitere Kunden akquirieren.

Bei Wind und Wetter

„Duisburg hat noch viel Potenzial“, glaubt Edel – und denkt an Auftraggeber wie Thyssen-Krupp, zahlreiche Anwaltskanzleien, Botendienste für die Stadt oder die Logistiker im Hafengebiet. Gefahren wird jedenfalls bei Wind und Wetter. Im Winter schützen drei Kleidungsschichten vor Frostbeulen. Aber jetzt ist ja zum Glück bald Sommer. Kai Edel: „Da kommt der Spaß doppelt zurück.“

Nähere Informationen gibt’s im Netz: www.ponyriders.de.