Duisburger Polizist - "Der Beruf ist sehr facettenreich"

Für den Dienst bei der Polizei würde sich Rouven Weinert "immer wieder" entscheiden.
Für den Dienst bei der Polizei würde sich Rouven Weinert "immer wieder" entscheiden.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Rouven Weinert hat sich nach einer Schlosserlehre für den Polizeiberuf entschieden. Die Hürden für Bewerber sind allerdings hoch. In NRW werden nur 1500 von über 8000 Kandidaten eingestellt. Oberkommissar Weinert würde den Beruf jedoch jederzeit wieder ergreifen.

Duisburg.. Polizist ist sozusagen der Zweitjob von Rouven Weinert (38). Schlosser hat er gelernt. Als kurz nach der Ausbildung das Werk schloss, hätte er mitgehen können nach Görlitz. Aber er wollte nun einen krisenfesten Job. Einen, der täglich Herausforderungen bietet. „Der Polizeiberuf ist unglaublich facettenreich. Es gibt Flieger und Taucher, Sondereinsatzkommandos, Streifendienst, Reiter und Hundeführer, Kripo und Hundertschaft”, sagt er.

Allerdings: Die Hürden sind hoch. Von 8300 Bewerbern in NRW überstanden im letzten Jahr 3000 Bewerbungs- und Auswahlverfahren, die 1500 besten wurden ausgesucht, berichtet Hauptkommissar Rainer Schwartz, in Duisburg Ansprechpartner für alle Kandidaten.

Hohe Anforderungen

Mitbringen müssen Bewerber (Höchstalter am Einstellungstag 37) Abi oder Fachhochschulreife. Eine Berufsausbildung und drei Jahre im Job reichen auch. Frauen müssen mindestens 1,63, Männer 1,68 Meter groß sein. Schummeln unmöglich: Die Größe wird mit Laser vermessen. Verlangt werden außerdem Fitness (Sportabzeichen in Bronze, „die Messlatte im Sport liegt sehr hoch”, sagt Schwartz), charakterliche Eignung (Vorbelastungen werden überprüft), und gutes Sehvermögen (eine Brille ist noch kein Ausschlussgrund). Im Jahr zwischen Bewerbung und Einstellungstest müssen Kandidaten außerdem Führerschein und Rettungsschwimmabzeichen machen.

Wer alle Voraussetzungen erfüllt, wird im Juli zu einem dreitägigen Test eingeladen: Logisches Denken, Deutsch, Gedächtnisleistung, Konzentration und Reaktion, ein gründlicher Arzt-Check stehen dabei auf dem Programm, am dritten Tag dann ein Assessmentcenter: Jeder Bewerber muss einen Vortrag halten, Rollenspiele und ein intensives Abschlussgespräch überstehen.

Gutes Gehalt

Was viele junge Leute trotz der hohen Anforderungen in den Polizeidienst lockt: Der Job ist sicher, bietet viele Sportmöglichkeiten und täglich Herausforderungen, manchen Kandidaten treibt durchaus Abenteuerlust, so Schwartz.

Die eigentliche Ausbildung – ein Bachelor-Studium – dauert drei Jahre, vergütet mit etwas mehr als 1000 Euro. Theorie und Praxis sind eng verknüpft. Schon im zweiten Jahr sitzen Studenten auf dem Streifenwagen. Das Einstiegsgehalt liegt je nach Zulagen bei 2100 bis 2300 Euro netto, ein gutes Mittelklassegehalt später für einen Familienvater bei 3000 bis 4000 Euro.

Wechsel innerhalb der Polizei ist möglich

„Wer etwas flexibel ist, kann bei uns alle fünf Jahre etwas anderes machen”, sagt Oberkommissar Rouven Weinert. Der Familienvater hat 1997 bei der Polizei angeheuert, war im Wach- und Wechseldienst, einige Jahre in der Hundertschaft und arbeitet jetzt in der Duisburger Aus- und Fortbildungsstelle als Einsatztrainer, leitet Schießtrainings, vermittelt Taktik und Eingriffstechniken.

Ein Traumjob? Rouven Weinert lacht. „Wir arbeiten mit Menschen. Dass wir mit den Kollegen gemeinsam Gefahren eingehen, schweißt unglaublich zusammen. Und es gibt viele tolle Momente, wo wir anderen helfen können. Ich würd’s immer wieder machen”, sagt der begeisterte Radler und Taucher.