Das aktuelle Wetter Duisburg 6°C
Deutsche Oper am Rhein

Duisburger Philharmoniker begeistern mit La Boheme

13.12.2010 | 09:00 Uhr

Duisburg. Dirigent Giordano Bellincamp hat die beliebte Oper „La Boheme“ mit den Duisburger Philharmonikern auf Hochglanz poliert. Bei der Premiere von Robert Carsens Inszenierung wurde das Publikum mit viel Witz, Tempo und liebevollen Details überrascht.

Die Arie „Wie eiskalt ist dies Händchen“ ist eins der beliebtesten Tenor-Stücke aller Zeiten und die dazugehörige Oper „La Boheme“ einer der großen Renner auf den Spielplänen. Passend zur Adventszeit.

Denn die ersten beiden Akte spielen am Heiligen Abend, brachte die Deutsche Oper am Rhein jetzt Robert Carsens Inszenierung heraus. Am Premierenabend wurden alle Akteure mit einhelligem Jubel überschüttet.

Oper spielt im Künstlermilieu

Weil die „La Boheme“ im Künstlermillieu spielt, betonen auch die Bühnenbilder von Michael Levine den Kunstcharakter: Die Mansarde des ersten Aktes ist wie ein kleines Floß von Papierblättern umgeben, die an eine Eislandschaft erinnern. Ein Ofenrohr ragt wie ein Mast in den Bühnenhimmel. Im Finalakt ist das Zimmerfloß der durch das Leben treibenden Künstler in einem Meer welker Blumen gestrandet.

Das Café Momus ist hier kein Postkarten-Paris, sondern die Wohngemeinschaft, wird zur großen Künstlerkommune erweitert, in der geknutscht und gefummelt wird. Die Schänke im dritten Akt überragt wie ein gigantischer schwarzer Grabstein der Liebe die Wiederbegegnung der Paare. Die Bilder wirken ebenso einfach wie aussagekräftig, die perfekte Beleuchtung von Jean Kalman schafft genaue Atmosphäre.

Dirigent Giordano Bellincampi hat mit den Duisburger Philharmonikern, die Puccinis Partitur aus zahlreichen Repertoire-Vorstellungen kennen, an vielen Details gearbeitet, so dass die Musik wie auf Hochglanz poliert klingt. Bellincampis Begeisterung für die „Boheme“ überträgt sich auch auf das Orchester, man bekommt einen Puccini mit viel Tempo, Witz und Überraschungsmomenten zu hören.

Tenor muss wegen Krankheit ersetzt werden

Tenor Teodor Ilincai muss einen besonders stressigen Tag erlebt haben: Weil sich ­Michail Agafonov, der eigentlich den Rodolfo singen sollte, am Premierenmorgen krank meldete, nahm Inlincai eine dreistündige Zugfahrt aus Hamburg, wo er gerade „Traviata“ probte, auf sich. Zwei Stunden vor der Premiere kam er in Duisburg an, musste schnell die Inszenierung lernen und dann auf die Bühne.

Trotz der Strapazen dieses Tages und des Tempos der Regie ist Ilincai ein sicherer und entspannter Darsteller. Seine Stimme klingt schlank und farbenreich. Er gibt der Partie des Rodolfo sowohl die nötige Zartheit, als auch die kraftvollen Aufschwünge. Nach einem starken Liebesduett am Ende des ersten Akts steigert er sich weiter zu einer wahren Weltklasseleistung mit einer Stimme, die auch die größten Opernhäuser der Welt füllen kann.

Rollen sind treffend besetzt

Auch die anderen Rollen sind treffend besetzt: Grazia Doroncio gelingt in der Rolle der Mimi eine schöne Kombination von darstellerischer und sängerischer Anmut. Ihr Sopran verfügt über dunkle Klangfarben, kann aber auch hell strahlen. Einen kernigen Marcello, der immer von Eifersucht zerfressen ist, gibt James Bobby. Günes Gürle bietet mit dem Colline erneut ein Beispiel für seinen gelungenen Fachwechsel vom Bariton zum Bass. Kauzige Kurzauftritte bietet Peter Nikolaus Kante als Hausbesitzer Benoit und alternder Lebemann Alcindoro. – Großer Beifall für alle Künstler in dieser Künstleroper.

Rudolf Hermes



Kommentare
Aus dem Ressort
Duisburgerin hat großen Auftritt beim „Supertalent“
TV-Casting-Show
Angelika Ewa Turo aus Marxloh ist am Samstag, 29. November, in der RTL-Casting-Show „Das Supertalent“ zu sehen. Die 26-Jährige liebt Schlager und singt vor großem Publikum und der vierköpfigen Jury um den Pop-Titanen Dieter Bohlen den Helene-Fischer-Hit „Atemlos“.
38-Stunden-Woche und nur Teilzeit-Kraft? Ärger in Duisburg
Arbeitsrecht
Straßenbahnfahrer der Bus Verkehr Duisburg GmbH gelten mit einer 38 Stundenwoche als Teilzeitbeschäftigte - erst ab 39 Stunden gilt man als vollzeitbeschäftigt. Der Betriebsrat beklagt, dass dies in den Stellenausschreibungen sowie in Einstellungsgesprächen nie ausdrücklich erwähnt worden sei.
Warum der Stahl bei Thyssen-Krupp an Bedeutung verliert
Thyssen-Krupp
„Thyssen-Krupp ist kein Stahlkonzern mehr“, hat Konzernchef Heinrich Hiesinger unlängst gesagt. Schon heute trage die Stahlsparte „nur noch“ rund 30 Prozent zum Konzernumsatz bei. Betriebsratschef Wilhelm Segerath hält dagegen: „Thyssen-Krupp wäre ohne Stahl wie ein Wohnzimmer ohne Sofa.“
Arbeitslosenquote liegt weiter bei 12,4 Prozent
Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt erholt sich bundesweit, aber in Duisburg bleibt die Arbeitslosenquote auf dem Stand des Vormonats. Dabei kann der Chef der Arbeitsagentur auch von einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen berichten – aber gleichzeitig steigt die Zahl der Hartz IV-Bezieher.
Erneut zehn Einbrüche an nur einem Tag in Duisburg
Einbrecher
Schon wieder meldet die Duisburger Polizei zahlreiche Einbrüche an nur einem Tag. Demnach haben Langfinger von Mittwoch auf Donnerstag zehn Mal versucht, in fremde Wohnungen einzusteigen. In fünf Fällen scheiterten sie, in den anderen fünf stahlen sie Geld und Laptops. Wie Sie sich schützen können.
Die Grundsteuer in Duisburg soll erhöht werden
Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

 
Fotos und Videos
Sinteranlage
Bildgalerie
Stahlindustrie
Spaziergang durch Schmidthorst
Bildgalerie
Statteile im Norden
Bellydancer-WM in Duisburg
Bildgalerie
Bauchtanz
Die hohe Kunst des Bauchtanzes
Video
Bauchtanz-Festival