Duisburger Paar schlief Jahre über einer Zehn-Zentner-Bombe

Peter und Dagmar Lomott aus Duisburg-Meiderich wohnten jahrelang neben einer amerikanischen Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.
Peter und Dagmar Lomott aus Duisburg-Meiderich wohnten jahrelang neben einer amerikanischen Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.
Foto: Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Zwei Jahre lebte das Ehepaar Lomott aus Untermeiderich über der Bombe an der Schmidtstraße. Nach der Entschärfung können sie wieder ruhig schlafen.

Duisburg.. Als am Montagnachmittag um 17.30 Uhr zwei Polizisten an der Tür der Lomotts klingelten und berichteten, dass unter ihrem Schlafzimmerfenster eine Zehn-Zentner-Bombe gefunden wurde, war die Familie aus Untermeiderich fassungslos. „Ich war wie versteinert. Mir sind tausend Gedanken durch den Kopf geschossen. Schließlich wohnen wir seit zwei Jahren in der Wohnung und haben jede Nacht neben der Bombe geschlafen“, sagt Dagmar Lomott (58).

Da die Entschärfung des Blindgängers erst für Dienstag terminiert wurde, mussten die Lomotts sich entscheiden, ob sie noch eine Nacht in den eigenen vier Wänden bleiben wollten. „Wir haben uns dafür entschieden. Geschlafen haben wir dann im Wohnzimmer. Ich habe aber kein Auge zugemacht“, erzählt Dagmar Lomott.

Angst und Sorge waren in diesen Stunden ständige Begleiter des Ehepaars, das Sohn Marcel (26) dazu geraten hatte, auf seinem Bundeswehrstützpunkt in Düsseldorf zu bleiben. Quälend lange Stunden warteten die beiden am Dienstag auf den Beginn der Arbeiten, für die 3500 Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten. „Um 19 Uhr sind wir dann zu meinen Schwiegereltern, die auf der Emscherstraße wohnen. Wir haben Versicherungsunterlagen, Bargeld und Schmuck mitgenommen. Es war ja auch eine Reise ins Ungewisse“, schildert Dagmar Lomott. Die beiden Kater ließen sie schweren Herzens in der Wohnung zurück. „Wir wollten ihnen den Stress ersparen“, erklärt Peter Lomott (52).

Arbeiter hatten Blindgänger bei Isolierarbeiten entdeckt

Über den Stand der Entschärfungsarbeiten informierten sich die Betroffenen im Internet. Gegen 20.30 Uhr folgte endlich die große Erleichterung. „Erst haben wir die Sirenen gar nicht gehört. Eine Stunde später waren wir dann wieder in unserer Wohnung und einfach nur froh, dass es vorüber war“, beschreibt Peter Lomott. Der Dank seiner Ehefrau gilt Robert Rogowski und seinem Bruder Pavel von der Firma Rogo-Bau, die die Bombe bei Isolierarbeiten am Fundament des Hauses an der Schmidtstraße entdeckt haben. „Sie haben uns das Leben gerettet“, ist Dagmar Lomott überzeugt.

„Beim Graben dachten wir erst, wir wären auf alte Rohrleitungen gestoßen. Irgendwie war die Form aber seltsam. Als wir realisiert haben, um was es sich handelt, haben wir sofort die Hauseigentümerin informiert“, erläutert Robert Rogowski. Diese wandte sich daraufhin an die Polizei.

Ohne Bombe schläft es sich besser

Nach den turbulenten Tagen sind die Lomotts froh, dass nun wieder Ruhe eingekehrt ist. Dankbar ist das Ehepaar im Nachgang auch denen, die ihre Unterstützung angeboten haben. „Viele haben sich nach uns erkundigt und uns sogar Übernachtungsmöglichkeiten angeboten“, berichtet Peter Lomott. Seine Ehefrau freut sich nun besonders über ruhige Nächte. „Seit Dienstag weiß ich, dass ich ohne die Bombe einfach besser schlafe“, sagt die 58-Jährige.