Duisburger Outlet Center ist beschlossene Sache
17.10.2011 | 19:30 Uhr 2011-10-17T19:30:00+0200
Duisburg.Mit nur einer Gegenstimme von Karlheinz Hagenbuck (DWG) hat der Stadtrat gestern die Planungsverfahren für das Factory Outlet Center auf dem Gelände der Hamborner Rhein-Ruhr-Halle auf den Weg gebracht.
Ohne weitere Debatte und in fraktionsübergreifender Einigkeit wurden sowohl Flächennutzungsplanveränderung als auch Bebauungsplan abgesegnet. Breite Mehrheit und zügiges Verfahren könnte im regionalen Wettbewerb noch wichtig werden beim Werben um Center-Mieter.
Acht Outlet Center gibt es bisher in Deutschland, im bevölkerungsschwächeren Großbritannien dagegen über 40. Insofern macht sich der künftige Douvil-Betreiber Freeport keine wirtschaftlichen Sorgen um sein Vorhaben. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben derzeit neun Outlet Center mit dem für diese Handelsform typischen Angebot von Überproduktionen oder Saisonware bekannter Marken mit 550 einzelnen Läden an Standorten in fünf Ländern und gehört damit zu den Top-Firmen der Branche.
Denn rund 50 Kilometer von Hamborn entfernt ist am Wochenende ein weiteres Outlet-Vorhaben einen Schritt weitergekommen. Bei einer Bürgerbefragung sprach sich eine Mehrheit der Remscheider für die Pläne von Investor McArthur Glen aus. Doch rechnet man im Bergischen noch mit Widerstand aus der Landespolitik und von Seiten der Bezirksregierung, der das Projekt zumindest verzögern, wenn nicht sogar gänzlich vereiteln könnte.
SPD und Linke: zügig und als erstes einen neuen Dezernenten küren
Fern aller Einigkeit war man im Rat gestern allerdings bei der Frage, wie, wann und mit wem man die Spitze der Planungsverwaltung neu besetzt. Seit Mai ist die Stelle des Dezernenten mit dem Ruhestand von Jürgen Dressler vakant, und in den nächsten Tagen wechselt Planungsamtsleiter Martin Linne als neuer Planungsdezernent über den Rhein nach Krefeld. Beide Stellen umgehend neu zu besetzen, wird von der Kommunalaufsicht nicht gestattet. Welche Stelle nun als erstes ausgeschrieben werden soll, musste letztendlich in geheimer Abstimmung festgelegt werden.
SPD und Linke sprachen sich dafür aus, zügig und als erstes einen neuen Dezernenten zu küren. CDU und SWG wollten wegen der Vielzahl laufender Projekte dem Amtsleiter Vortritt lassen. „Beide sind eigentlich unentbehrlich“, stellte Prof. Dieter Kantel (Grüne) fest. Eine knappe Mehrheit des Rats entschied letztlich, „vorrangig“ einen Dezernenten zu suchen.
Gemäß der Absprache der rot-rot-grünen Rathausmehrheit hat die Linke nun ein Vorschlagsrecht. Linken-Chef Hermann Dierkes erklärte, es müsse eine „fachlich qualifizierte Person“ gefunden werden, das sei bis Januar möglich: „Für uns steht die Parteizugehörigkeit nicht an erster Stelle.“
Uneins war sich der Rat auch bei der Frage, ob die Stadt eine Klima-Agentur brauche, um lokal, kostenlos und unabhängig Verbraucher in Sachen Klimaschutz zu beraten. Die Kosten von jährlich 500 000 Euro sollen die Wirtschaftsbetriebe und die Stadtwerke tragen.
Dass Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Dr. Ralf Krump-holz bereits als Chef der Agentur „gehandelt“ wird, brachte Kantel auf die Palme: „Wir werden nicht hinter verschlossenen Türen mauscheln.“ Gegen FDP, DWG und des fraktionslosen Knut Happel wurde die Agentur-Gründung beschlossen.

00:32
Die Häuser am Zinkhüttenplatz gehören IMMEO (ehem. Thyssen Bauen & Wohnen). Ein Teil der Grundstücke gehört Grillo (deshalb der Name Zinkhüttenplatz - fragen wir lieber nicht nach der Schwermetallbelastung)
00:26
@ #19 von DU-Kersten , am 19.10.2011 um 00:07
Keine Ahnung. Aber sein Ex-Sozius Steinke ist jetzt Jurist bei der GEBAG. Und die freuen sich natürlich zusammen mit anderen Vermietern darüber, dass jetzt 300 Wohnungen vom Markt genommen werden, da lassen sich die eigenen Hütten besser vermieten.
00:20
Der Eigentümer der Wohnblocks wird ja eine Erstattung erhalten.
Wer zahlt wieviel an wen ?
00:18
Und wem gehören die Wohnblocks. Die Eigentürmer werden ja eine Erstattung erhalten. Wer zahlt ?
00:07
Man könnte jetzt so einiges hervorkramen.
Macht Enzweiler etwa die Notarveträge ?
23:57
@ #10 von judasthomaskuhl , am 18.10.2011 um 17:14
und #11 von D.Kluge , am 18.10.2011 um 18:31
Im Windschatten des gestrigen Presserummels um die Unterschriftenübergabe ist die Geschichte mit dem FOC - vermanscht mit den dazugehörigen Personalia - in trauter Ratseintracht abgesegnet worden. En passant wird dabei de facto mitbeschlossen, dass dafür dann 300 Wohnungen, also ca. 800-1000 Menschen, zwangsumgesiedelt werden müssen. Das gab es noch nicht einmal beim Oberhausener CENTRO; da wurde eine Industriebrache bebaut. Das kann Duisburg besser und schafft sich zusätzlichen Platz mit der Planierraupe.
Solche Dimensionen von Zwangsumsiedlungen - zur Rechtfertigung heißt es beschönigend, der Wohnungsbestand sei “in die Jahre gekommen” - kannte man eigentlich nur vom Braunkohlentagebau oder bei chinesischen Staudammprojekten.
Auch war zu vernehmen, dass die angrenzenden Berufschulgebäude ebenso die Begehrlichkeiten der Abriß-Baggerfahrer geweckt haben.
All das für ein fragwürdiges Projekt von fragwürdigen “Investoren” zur Pflege einer merkwürdigen Konsumideologie (“preisreduzierte Markenware”)
Und wenn dann “Enzweilers Reste-Rampe” tatsächlich fertiggestellt wird, dann werden sich Heerscharen von Schnäppchenjägern mit ihren benzinfressenden SUVs häufig über weite Distanzen angelockt, auf der jetzt schon hoffnungslos überlasteten A 59 dahinquälen, um ihre heißgeliebten Designerklamotten aus den Nähstuben der Billiglohnländer von 400-€ Teilzeit- und auf-Abruf Verkäuferinnen verpasst zu bekommen.
Um einem “Village” Platz zu machen, sollen also die Bewohner eines kompletten Wohnquartiers umziehen, damit bei hunderttausenden Besuchen die Illusion genährt werden kann, sie würden bei ihren Einkäufen etwas “sparen”.
Dafür würde ich nicht umziehen wollen.
23:40
Die Notwenigkeit einer Klima-Agentur beweifele ich bis zur Klärung, was genau damit erreicht werden soll.
Außerdem werde ich mal recherchieren, in wieviel Städten es so etwas gibt. Vor allem in Städten, die ähnliche Finanzprobleme haben wie Duisburg.
23:33
#15 DU-kersten
Nein, die Ratsdamen und -herren sind völlig resistent gegen jegliches Lernen. Sie spekulieren immer noch auf die Vergesslichkeit des Wählers, und es ist nur zu hoffen, dass das eine Fehlspekulation wird.
23:02
Was hatte man früher schöne Erwartungen an die Rhein-Halle. Endlich auch mal Super-Konzerte in Duisburg.
Traurig - jetzt ein FOC. Das für dieses auch noch Wohnungen abgerissen werden müssen, war mir neu.
Und die Klima-Agentur ist überflüssig. Wieder ein Griff in die Stadtkasse, wenn auch hier wieder über eine Umwegfinanzierung. Haben die Ratsherrren nichts gelernt ?
22:32
#1 tommysurfer
Bemühen Sie sich gar nicht erst, eine Logik in diesem Beschluss zu suchen, weil es sie nicht gibt. Dieser Beschluss erfolgte allein aufgrund einer Koalitionsvereinbarung, vor Wochen im Westen nachzulesen, jedoch nicht, weil die Besetzung der Dezernentenstelle sachliche Priorität hat. Ihre Überlegungen sind absolut richtig, aber die Selbstbedienung der Parteien ist denen selbst wichtiger. Es geht nicht um den Bürger, nicht um die Stadt, sondern um sich selbst.