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Duisburger Offensive gegen wilde Müllkippen

14.12.2012 | 18:08 Uhr
Duisburger Offensive gegen wilde Müllkippen
Auf die seltsamsten Hinterlassenschaften stoßen Marc Riedinger und Detlef Kubisz vom Ordnungsamt Duisburg.Foto: Eickershoff

Duisburg.   Knapp 6100 wilde Müllkippen wurden 2012 in Duisburg registriert, 2300 Autos illegal abgestellt. 400 mal wurde ordnungswidrig Sperrmüll abgeladen. In nur 300 dieser 8800 Fälle konnte ein Täter ermittelt werden. Stadt und Jobcenter starten eine Offensive gegen Müllsünder und setzen auf die Duisburger.

Kaum Laub, fast kein Abfall, sogar die Aschenbecher auf den blauen Mülleimern waren blitzblank geputzt. Und dann schnappt sich auch noch jemand die zuvor unerlaubt entsorgte Couch für die eigene Wohnung. „Das ist wohl der Vorführeffekt“, sagt eine Mitarbeiterin der Wirtschaftsbetriebe und kann ihre Enttäuschung nicht verbergen. Immerhin: Schon vor dem Start einer neuen Kampagne gegen wilde Müllkippen können WBD und Stadt damit einen Erfolg verbuchen.

Illegale Müllkippen melden

Oberbürgermeister Sören Link war am Freitag eigens zum kleinen Parkplatz zwischen Wanheimer Straße und Heerstraße gekommen, um die Aktion zu starten. Dass illegale Müllkippen innerhalb von 48 Stunden beseitigt werden, hatte er den Bürgern versprochen. Mit Hilfe der WBD sowie des Ordnungsamtes soll das nun umgesetzt werden. Und auch das Jobcenter Duisburg beteiligt sich an der Kampagne: Durch die Maßnahme werden zwölf Stellen für Langzeitarbeitslose im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten gefördert.

Im Mittelpunkt der Offensive gegen die Entsorgung von Abfall auf offener Straße steht die Sensibilisierung der Bevölkerung. Wer jemanden beim Abladen von Müll beobachtet, soll sich zum Beispiel unter der Servicenummer 0203 / 94000 bei der Stadt melden und später als Zeuge zur Verfügung stehen, damit der Umweltverschmutzer ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden kann. Die Mithilfe der Bürger scheint nötig: Knapp 6100 wilde Müllkippen wurden im Jahr 2012 in Duisburg registriert, 400 mal ordnungswidrig Sperrmüll abgeladen, 2300 Autos illegal abgestellt. Rund 8800 Fälle also, doch nur bei etwa 300 davon konnte ein Täter ermittelt werden. Die verhängten Geldstrafen beliefen sich auf ca. 30.000 Euro.

Werbung muss sein

„Nennen Sie Ross und Reiter, das ist zwingend notwendig“, forderte Thomas Patermann, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe. Sonst würden die Verfahren vor Gericht meist eingestellt. Und obwohl man sich für die Vorstellung der Kampagne den vermeintlichen Schmutzfleck in Hochfeld ausgesucht hatte, wirbt man dafür in der ganzen Stadt mit 2000 Plakaten. Denn in dieser Sache gebe es „keine guten oder schlechten Quartiere“, sagte Patermann. Am Kaiserberg habe man beispielsweise das Problem, dass viele Anwohner Rasenschnitt im nahen Forst entsorgen würden.

Vom Hochfelder Parkplatz konnten die Mitarbeiter gestern übrigens nur einen ausgedienten Katzenkratzbaum mitnehmen, der an einem Mülleimer lehnte. Gut für die Anwohner, aber schade für die Streuner.

Zlatan Alihodzic


Kommentare
15.12.2012
14:12
Duisburger Offensive gegen wilde Müllkippen
von tom009 | #6

nun ja
es ist doch heute usus 5 meter vor dem nächsten abfalleimer seinen mist auf die strasse zu werfen.
dort müßte man den leutchen schon ordendlich in den hintern treten.
und die dieses machen sind in der regel deutsche die ja meinen das sie ja steuern fürs wegmachen bezahlen.

15.12.2012
11:14
Duisburger Offensive gegen wilde deutsche ? Müllkippen Teil 2
von KiaKosaki | #5

Das fatale an dieser Ablagerung ist, dass es dadurch genug Nachahmer gibt, X stellt seinen Unrat auf die Straße also denkt Y, dann mache ich es eben auch, wird ja irgendwann abgeholt. Dadurch wäre ein Schild besser wie: HIER WURDE ILLEGAL MÜLL ABGELAGERT UND DER VERURSACHER ERFOLGREICH ZU SCHADENSERSATZ VERURTEILT, sofern man den Erfolg hatte.

Allerdings muss man auch der Stadt eine Mitschuld an der Misere geben, Verwahrlosung der öffentlichen Räume zieht weitere Verwahrlosung an. Das ist eine Abwärtsspirale. So wäre es am besten, wenn die Stadt deutlich zeigen würde, dass ihr etwas daran liegt, wie öffentliche Anlagen, Straßen, Grünflächen etc.. aussehen. Man sollte hier keine Gleichgültigkeit oder Verwilderung zulassen aus og. Gründen.

Vielleicht ein paar Protzbauten, ein paar Fehlinvestitionen weniger und stattdessen auf eine Stadtansicht setzen, die zumindest den Eindruck macht, dass nicht einer Verwilderung ohnmächtig Tür und Tor geöffnet ist.

15.12.2012
11:03
Duisburger Offensive gegen wilde deutsche ? Müllkippen Teil1
von KiaKosaki | #4

Ich möchte mich meinem Vorschreiber anschließen und die Frage stellen, warum die Halter der Autos nicht ermittelt werden können oder ob da gar nicht erst der Versuch gemacht wird. Was geschieht mit diesen konfiszierten Wägen?

Wäre es nicht angebracht, die Hinweise auf Wilde Müllkippe auch in anderen Sprachen zu halten, türkisch, rumänisch, bulgarisch ? Dann fragt man sich natürlich, ob ein netter grüner Hintergrund auf dem Schild ausreichend ist oder ob nicht eine drastische Darstellung, ev. ein Symbol wie die Warnung vor dem Ertrinken, oder die Abbildung von Handschellen, Polizei etc. eher auf die Folgen aufmerksam machen werden. Wäre es nicht aus angebracht, die Hinweisgeber zu entlohnen, die dann der Ertappte bezahlt?

Das hat nicht mit ausspionieren zu tun, genauso wie ein Autoaufbruch (den manche Mitbewohner hobbymäßig und selbstverständlich) betreiben keine Kavaliersdelikt ist, ist es das Ablagern von Müll genausowenig.

15.12.2012
01:43
Duisburger Offensive gegen wilde Müllkippen
von faraway | #3

Ich kann mir kaum vorstellen das der letzte Halter von 2300 illegal abgestellten Fahrzeugen nicht ermittelt werden kann, Fahrgestellnummer oder Motornummer werden doch nicht in allen Fällen vorher entfernt worden sein.

14.12.2012
20:02
Duisburger Offensive gegen wilde Müllkippen
von ditku | #2

Wenn man in DU Sperrmüll anmeldet und am Vorabend der Abholung rausstellt, kann man sicher sein, dass irgendwelche Deppen ihren Müll dazustellen, wenn man "Glück" hat auch noch Autobatterien oder Altreifen. Vom Durchwühlen und Verteilen auf der ganzen Straße mal abgesehen.
Da kann man sich nicht rausreden, dass man des Deutschen nicht mächtig ist oder von dem kostenlosen Abholservice nichts weiss. Einfach nur Dummheit, Bequemlichkeit und dreist.
Es grenzt schon an Debilität, mit dem Auto kilometerweit in die Wallachei zu fahren und seine ausgediente Wohnzimmereinrichtung im Wald zu entsorgen, als mal eben die (0203) 283 - 5000 anzurufen.

14.12.2012
18:40
Offensive gegen Müll-Sünder
von xxyz | #1

Das Anschwärzen ist wieder modern.

Das ist traurig, aber notwendig. Denn es ist zwingend erforderlich, dass in der anonymen Großstadt eine soziale Kontrolle existiert, da aktuell wohl in vielen Bereichen die Erziehung vernachlässigt wurde.

In einer vernünftigen Nachbarschaft sollte ein Ansprechen ausreichen.

Jetzt kommen bestimmt wieder die vielen Benachteiligten, die erläutern, warum sie die Sachen nicht ordnungsgemäß entsorgen können.

1 Antwort
Duisburger Offensive gegen wilde Müllkippen
von oldswenske | #1-1

Weil es Personen sind die es so aus ihrem Land gewohnt sind alles auf der Strasse liegen zu lassen. Wo ist das problem Müll bei den Wirtschaftsbetrieben abzugeben? Ok das problem ist das Hausmüll in Säcken was kostet, aber Sperrmüll wird doch abgeholt.
Aber wenn man das nicht weiß.....

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