Duisburger nimmt bei eisiger Kälte am Brockenlauf teil
10.02.2012 | 11:10 Uhr 2012-02-10T11:10:00+0100
Duisburg. Der Duisburger Extremläufer Thorsten Richter begibt sich in die absolute Kälte: Am Samstag nimmt er am Brockenlauf im Harz teil. Vor ihm liegt ein Extremlauf von 80 Kilometern Länge, hinauf auf einen Gipfel von 1100 Metern. Dort herrschen Temperaturen von bis zu Minus 23 Grad.
Zwei Extremläufer haben wir getroffen: Der eine, stellt sich im März der Hitze eines Wüstenlaufes durch die Sahara, der andere wagt die Strapaze in eisiger Kälte beim „Brockenlauf“ im Harz.Schon morgen wird sich der erste Abenteurer der Kälte stellen:
Über einstellige Minusgrade kann Thorsten Richter nur müde lächeln. Auf dem beschwerlichen Weg hinauf zum Gipfel des Berges Brocken erwarten den 41-jährigen Neudorfer beim Extremlauf am Samstag im Harz Temperaturen von bis zu minus 23 Grad. „Und durch den Wind fühlen die sich an wie minus 40“, sagt er. Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Für mich hat das deshalb den Charakter einer Nordpol-Expedition.“
Die Geschichte des Langläufers Thorsten Richter beginnt so, wie bei vielen anderen Ausdauer-Sportlern auch: mit dem Entschluss, das Rauchen aufzugeben. „Das war 2006. Bis dahin habe ich Kette gequalmt. Zwei Schachteln am Tag. Mindestens.“ Doch aus einer Laune heraus legte er die Zigaretten von einem auf den anderen Tag weg. Einfach so. Und es klappte. Einziger Nebeneffekt: Schnell hatte er weniger Nikotin im, dafür aber viel mehr „Speck“ am Körper. „Und als ich 30 Kilo mehr auf der Waage hatte, war klar: Ich muss was machen.“
Mit Discounter-Laufschuhen fing es an
Im Discounter kaufte er sich billigste Laufschuhe. Die ersten Versuche an der Regattabahn unternahm er im Dunklen: „Ich war nach 50 Metern platt – das sollte keiner sehen.“ Doch der Anfänger blieb dran. Und nachdem er erstmals die Fünf-Kilometer-Runde in Wedau geschafft hatte, packte Richter der Ehrgeiz. Im Frühjahr 2007 folgte die erste Teilnahme an der ASV-Winterlaufserie, im Jahr darauf sogar der erste Marathon. Alles lief plötzlich wie von selbst.
2010 lernte der EDV-Spezialist, der beim Immobilienunternehmen Immeo als Informatiker arbeitet, beim New-York-Marathon Reinhard Kummer (65) kennen. Der war sein Zufalls-Zimmergenosse, wurde dann ein guter Freund und setzte Richter den Floh mit den Extrem-Läufen ins Ohr. Der „Brockenlauf“ ist nun mit 86 zu absolvierenden Kilometern die längste aller bisherigen Prüfungen. „Und 1900 Höhenmeter, die es auf der Strecke zu absolvieren gilt, hatte ich auch noch nie.“
Spezialkleidung hilft die Kälte auszuhalten
Um die Kälte auszuhalten, wirft sich Richter in seine Spezialunterwäsche, darüber trägt er einen Funktionsdress. In seinem Ultra-Leicht-Rucksack sind Handy, Rettungsdecke, Trillerpfeife (Vorschrift des Veranstalters) und vier Liter Iso-Drinks drin. Per Schlauch trichtert sich Richter die Flüssigkeit beim Laufen ein. „Den musste ich aber gesondert isolieren. Sonst würde er bei dem Wetter einfrieren.“
Startpunkt ist Göttingen. In zehn Stunden will der Ausdauer-Experte auf dem Gipfel des Brocken angekommen sein. Die Besten brauchen sieben. Die allergrößte Strapaze wartet auf Richter und dessen rund 150 Mitstreiter nach der Zielankunft: Denn auf dem Gipfel ist kein Abtransport möglich. So müssen die Erschöpften noch einmal 90 Minuten hinab zur nächsten Bushaltestelle laufen. Und wieso mutet er sich solche Strapazen überhaupt zu? „Reine Abenteuersuche! Das ist meine Polarreise.“ Das größte Abenteuer folgt aber erst noch: Richter und seine Partnerin Alexandra erwarten bald ihr erstes Kind.
Thomas Richter

19:57
Interessanter, aber in einigen Teilen doch falscher/irreführender Bericht!
Es handelt sich hier nicht um den legendären Brockenlauf.
http://www.brockenlauf.de/index.cfm
Es handelt sich hier um eine Neuinszenierung die sich „Brocken Challange“ nennt.
Auch die genannten Temperaturen sind wohl an den Haaren herbeigezogen.
Laut Wettervorhersage werden als Tiefsttemperatur etwa -15°C (gefühlt -27°C) erreicht.
Das vom Gipfel keinen „Abtransport“ möglich ist, ist der größte Patzer im Artikel!
Unweit vom Gipfel liegt der Brocken-Bahnhof von dem täglich Züge ins Tal fahren.
Darüber hinaus gibt es die Brockenstraße die für Sonderverkehr (Kfz) nutzbar ist.
Da sollte auch der Veranstalter, wenn er es wünscht eine Fahr-Genehmigung erhalten.
Wenn ein Abtransport dann immer noch nicht möglich währe, müssten die Erschöpften dann etwa 5km zur nächsten Bushaltestelle in Schierke (bergab) laufen. Dafür benötigen solche Helden dann 90 Minuten?
Hab ich als „Nurwanderer“ ohne Extremambitionen in 60 Minuten geschafft.
Also lieber Herr Richter, vorher besser recherchieren.