Duisburger Mieter wollen nicht für Outlet-Parkplätze umgesiedelt werden
11.01.2012 | 14:43 Uhr 2012-01-11T14:43:00+0100Duisburg. Während im Duisburger Rathaus die Pläne für das geplante Outlet Center im Duisburger Norden vorgestellt wurden, protestierten vor der Tür Anwohner des Zinkhüttenplatzes in Obermarxloh. Die Menschen wollen nicht zugunsten von Parkplätzen umgesiedelt werden.
Rund 30 Mieter der Siedlung Am Zinkhüttenplatz in Duisburg-Obermarxloh hatten sich Mittwochmittag vor dem Duisburger Rathaus versammelt, einige mit Transparenten, einige mit dem Rollator. Grund war eine Pressekonferenz, bei der Stadtverwaltung und Investor die Planungen für das Factory Outlet Center „Douvil“ in Obermarxloh vorstellten.
Für 125 Millionen Euro sollen rund um die ehemalige Rhein-Ruhr-Halle in den nächsten Jahren bis zu 140 Läden entstehen mit einem Angebot aus Vorjahreskollektionen, B-Ware oder Überproduktionen vor allem von Mode-Markenherstellern. Das Outlet soll zwischen 600 und 800 Teil- und Vollzeitstellen nach Duisburg bringen.
1000 Menschen sollen für Parkplatz umgesiedelt werden
Derzeit werde am Bebauungsplan gearbeitet, selbstverständlich würden auch die Anregungen und Einwände der Bürger an dem Projekt gehört, sagte Uwe Rohde vom Immobilienmanagement der Stadt. Trotz Bürgerprotesten soll noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Bereits im Oktober 2013 will Investor Roger Sevenheck das Outlet Center mit zunächst 95 Läden eröffnen. In einer zweiten Phase soll das Duisburg Outlet Village dann auf 28.000 Quadratmeter vergrößert werden.
19.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 1.950 Parkplätze planen Investoren im Norden Duisburgs in einer ersten Bauphase. Insgesamt sollen auf 28.000 Quadratmetern rund 140 Geschäfte einziehen. Dazu kämen rund 2.500 Parkplätze.
- Der Baustart ist für 2012 geplant, bis 2017 soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein. Weihnachten 2013 sollten nach ursprünglichen Plänen erste Geschäfte öffnen.
- Das Investitionsvolumen liegt bei etwa 125 Millionen Euro, Investor ist die Firma Douvil GmbH, nach der das Center auch benannt werden soll. Douvil setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Duisburg Outlet Village zusammen.
- 600 bis 800 Arbeitsplätze soll das Factory-Outlet-Center schaffen, über 13,5 Millionen Kunden sollen angesprochen werden.
- Bis zu 1.000 Einwohner leben verschiedenen Schätzungen zufolge auf dem Areal in knapp 400 Wohnungen.
Dafür müsste allerdings eine Siedlung mit fast 400 Wohnungen abgerissen werden, wogegen sich viele der rund 1000 Bewohner wehren. Unbegreiflich ist für die Protestler, die sich auch in einer Bürgerinitiative organisiert haben, dass sie ihre Wohnungen verlassen sollen, weil an dieser Stelle Parkplätze entstehen sollen.
Erste Umzüge haben sich bereits ergeben
Bereits seit November, so Walter Ziegler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vermieters Immeo, werde jeder Mieter von einem Mitarbeiter des Unternehmens besucht, vorrangig ältere und kranke Bewohner, um nach Wünschen für eine Ersatzwohnung zu fragen: „Wir legen größten Wert darauf, mit jedem persönlich zu sprechen, so oft, wie Gesprächsbedarf ist.“
Ziel sei es, Ängsten entgegenzutreten und „das bestmögliche Wohnungsangebot für jeden einzelnen zu finden. Umzugskosten übernehme der Outlet-Investor Roger Sevenheck. Ende Januar soll in der Siedlung ein Büro als Anlaufstelle öffnen. Mit 106 Mieter sei bereits gesprochen worden, „daraus haben sich die ersten Umzüge ergeben“, so Ziegler. Zudem gebe es in der Siedlung eine normale Mieterfluktuation, zwölf Prozent in den letzten beiden Jahren. Und 50 der 394 Wohnungen stünden leer.
Am Freitag wird mit einer Menschenkette demonstriert
Dass die Stadt Duisburg sie als Bürger einfach ignoriert, sie aus den Medien davon erfahren mussten, umgesiedelt zu werden, das trifft die Würde der Menschen. Deshalb wollen die Anwohner weiter demonstrieren. „Die werden uns nicht los. Wir werden jetzt erst stark“, sagte Horst Niewrzol von der Mieter-Initiative. Für Freitagmittag, 13. Januar, rufen die Immeo-Mieter die Bürger auf, sich um12 Uhr an einer Menschenkette um ihre Siedlung am Zinkhüttenplatz zu beteiligen.

09:54
Typisch Duisburg....Die Menschen sind gegen jede Veränderung....Wer die Häuser dort gesehen hast, sollte froh sien dass diese abgerissen werden. Die Häuser sind uralt, nicht saniert, schon im Flur stinkt es und mieft es. Und die Miete odrt ist auch nicht gerade wenig. Für das Geld bekommen die Mieter bessere Wohnungen. Ein bekannter von mir wohnt auch dort und ist froh, dass er umziehen kann und dazu noch entschädigt wird....
Da versammelt sich paar Menschen und dann heisst die Rede, dass ALLE Mieter dagegen wären. Ich würde auch gerne mal wissen, wer sich die Mühe macht und die ganzen Plakate druckt und an die Häuser anbringt. Evtl. hat der Herr/Frau ja ein Vortel/Profit davon...Wer weiß.....
07:18
Hier wird mal wieder mit sozialer Kälte im Sinne der Gewinnmaximierung über die Interessen der dort wohnenden älterern Mitbürger hinweg gegangen; nach dem Motto, die können sich ja eh nicht wehren.
01:28
"Der Methusalem-Komplott"
Sollen die jungen Leute doch weiterhin aus dem duisburger Norden wegziehen. Ich will weiter hier wohnen, auch wenn es sowieso nur noch 3-5 Jahre sind.
23:55
Ein errichtetes FOC / Douvil wird der erstaunlich gut in Tritt gekommenen Duisburger Innenstadt umsatz- und arbeitsplatztechnisch einen Tiefschlag versetzen.
Ein spürbarer Kundenrückgang bei Karstadt, H&M, C&A, Wellensteyn, Jack Wolfskin oder anderen Markenartiklern wird solch eine Neueröffnung de facto mit sich bringen.
Für rund 90 % der 600 – 800 FOC/Douvil Arbeitsplatzbeschreibungen im Billiglohnsektor gehen die Duisburger Stadtplaner rund um CDU Rat Enzweiler das Risiko der Abtötung einer wachsenden Innenstadt, stark steigender Emissionsbelastung im Hamborner Wohnquartier sowie Exkommunizierung alt eingesessener Duisburger Mieter aus dem Arbeitermilieu ein.
Eine ähnliche Idee wurde vor 2 Jahren in Homberg an der L 140 / Rheindeichstraße auf dem riesigen Industriegelände der RAG / Luftschacht angedacht.
Im Unterschied: Hier wäre keine Wohnbebauung in Mitleidenschaft gezogen worden, eine ultragute Anbindung über die A42 in alle 4 Himmelsrichtungen liegt vor....warum hat man dort nicht „ zugeschlagen ?“
Im Prinzip ist es biosphärisch, emissionstechnsich und kulturell der falsche Weg, 100 km mit dem Verbrennungsmotor zurückzulegen, um ein paar Prozent bei Klamotten zu sparen.
M. E. Ist der einzige – miese – Grund für die einwohnerverachtende FOC/Douvil Strategie des Duisburger Stadtrat‘s darin zu sehen, dass die Kommune die marode Rhein-Ruhr-Halle kostenneutral vom Tisch haben will, denn Duisburg ist Pleite, kann aus eingener Kraft nichts mehr finanzieren.
Im Ergebnis kommt der schlaue Duisburger Politiker dann mit solch aberwitzigen Planungsspielen aus der Deckung.
Ergo: Wenn ihr unbedingt so eine Klamottenaldisierung wollt, dann bitte da, wo diese so wenig wie möglich an menschlich-biologischen Kollateralschäden verursacht.
Gegenmodelle gibt es zu hauf.
Bis Freitag um 12:00 Uhr in der Menschenkette....
Glückauf
22:53
dinge die duisburg nich künstlich braucht, es gibt genug brachfläche in duisburg
18:56
Grundsätzlich bin ich gegen ein Outletcenter, welches Kaufkraft aus zu weiter Ferne und damit Autos anzieht. Wir brauchen im Ruhrgebiet wieder mehr Verdichtung und Kompaktheit, wobei die Städte den Fokus auf ihre Innenstädte legen sollten. Der motorisierte Individualverkehr muss reduziert und der ÖPNV gestärkt werden. Das FOC liegt zwar an der 903 aber viel zu weit weg von überstädtisch wirkenden öffentlichen Verkehrsströmen.
18:52
Mit prekärer Beschäftigung wird in Duisburger ein Jobwunder vorhergesagt. Super, ein Ramschladen neben dem anderen! Ich finde es eine Schande und werde deshalb die älteren Mietern/innen am Freitag bei der Demo unterstützen. Mit dem Rollator vor dem Rathaus übertrifft ja wohl alles.
18:52
Ich will billig einkaufen, also raus mit dem Gesocks.
dass die Moderation sie für alle Zeiten von der Kommentarfunktion ausschliessen wird, denn Ihr Mist ist noch weniger als allerunterste Schublade.
18:29
Der Bürger will bestimmt nicht das Wohnraum für Parkplätze zum Wohle einiger Weniger Geldsäcke geopfert wird!
Und die verlorene Kaufkraft der Stadt kann nur zurückgeholt werden wenn es für alle genug und vernünftig bezahlte Arbeit gibt, und nicht wie in den meisten Fällen, wohl auch im Outletcenter, 400 € Jobs geschaffen werden....
Und wenn da die Rede von den 13,5 Million Menschen ist die da in ca 60 Min. hinfahren könnten, geht es eh nicht um duisburger Kaufkraft sondern nur um den Profit weniger auf Kosten vieler!
17:43
Ich werde garantiert in kein Outlet-Center fahren, wenn ich auf altem Wohnraum parke.
OUTLET-BOYKOTT schon jetzt planen, bevor es entsteht.
Sie werden lachen, ich war noch nie in einem Outlet.