"Duisburger Manifest" ruft zu mehr Bürgerbeteiligung auf
22.02.2012 | 18:24 Uhr 2012-02-22T18:24:00+0100
Duisburg. Der Abschied vom Größenwahn und mehr Bürgerbeteiligung sind nur zwei der Hauptthemen aus dem "Duisburger Manifest", das im Umfeld von Alt-OB Josef Krings und Professor Roland Günter entstand.
Mehr Bürgerbeteiligung, weniger Lobbyismus, eine neues Verwaltungsdenken und Abschied vom Größenwahn – vier Themen aus dem „Duisburger Manifest“, das aus der Feder eines Kreises um den Oberhausener Professor Roland Günter und Alt-Oberbürgermeister Josef Krings stammt. Unter dem Titel „Kein Geld? – Trotzdem handeln mit Visionen“ rufen sie dazu auf, „die Köpfe zu verändern“.
Neben Günter und Krings haben Franz Tews, Superintendent Armin Schneider, der Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde, Michael Rubinstein, Pfarrer Austen Peter Brandt (Träger des alternativen Aachener Friedenspreises), Umwelt-Mediziner und Bürger-Initiativgründer Michael Lefknecht an dem Manifest mitgearbeitet. Auf der Pressekonferenz war auch Theo Steegmann von der Bürgerinitiative Neuanfang für Duisburg dabei.
Größenwahn, dass war für Josef Krings das Ansinnen, mit der Angabe, dass 1,5 Mio. Menschen zur Loveparade nach Duisburg kommen, ein Geschäft zu machen. Auch die Millionen verschlingenden Projekte Erweiterung Küppersmühle und Landesarchiv , das Factory Outlet Center , dem eine ganze Siedlung zum Opfer fällt, und der Grüngürtel Bruckhausen, der Wohnungsbestand vernichte statt ihn zu sanieren, sind nach Ansicht der Verfasser Zeichen des Größenwahns.
Und anstatt ihm weiter zu huldigen, müsse – auch ohne (viel) Geld – eine neue Stadtpolitik erfolgen. Und sie soll den Bürger in den Mittelpunkt aller Überlegungen stellen. „Politik muss mit menschlichem Maß betrieben werden“, erklärte Alt-OB Josef Krings, der zugab selbst einmal Irrwege in der Kommunalpolitik erlegen zu sein. „Es ist falsch, eine Stadt wie einen Konzern zu leiten. Die Verwaltung ist ein Dienstleister der Menschen.“
Bürger müssen selbst Ideen entwickeln können
Für Michael Rubinstein ist „Integration Bürgerarbeit“. Institutionen seien zwar wichtig, doch die Wirkung aufgelegter Programme zur Integration verpuffe schnell: „Was ist denn von der Integrationskonferenz übrig geblieben? So gut wie Nichts!“
Bürger müssten selbst Ideen entwickeln können, doch dazu brauche es Räume, die die Stadt in den Wohnquartieren schaffen könnte. Monokultur wie in Marxloh unter Türkisch- oder Neumühl unter Russlandstämmigen dürfe nicht länger zugelassen werden. „Wenn wir etwas von ihnen erwarten, müssen wir uns auch fragen: was bringen wir selbst ein?“
Armin Schneider: „Hochglanzprojekte bringen die Stadt nicht weiter.“ Die Stadt brauche Orte der Begegnung, um die Menschen zusammenzubringen. Dafür können Kirchen Räume bieten.
Michael Lefknecht plädiert für mehr Bürgerbeteiligung: „Das müssen wir alle lernen, vor allem aber die Verwaltung.“ Sie dürfe den Bürger nicht „als störend empfinden“, sondern müsse ihnen auf Augenhöhe begegnen, dann würden sich mehr Menschen mit ihrer Stadt identifizieren.
"Kein Geld? – Trotzdem handeln mit Visionen!"
Theo Steegmann fordert ebenfalls mehr Mitsprache für die Bürger und plädierte für ein Moratorium für das Factory Outlet Center, das die Siedlung am Zinkhüttenplatz verdränge: „Vielleicht geht es ja auch eine Nummer kleiner.“
„Kein Geld? – Trotzdem handeln mit Visionen!“ ist in der Schriftenreihe „Einmischen und Gestalten“ (Werkbund) erschienen. Neben dem Aufruf, neue Visionen für die Stadt zu entwickeln, enthält es eine Reihe von Vorschlägen, die teilweise ohne Geld zu realisieren sind. Geld sparen könne die Stadt, „wenn sie nicht in die Falle von Großprojekten geht“, heißt es darin.

16:06
Es ist ein Wahnsinn, da werden prominente Bürger aus ihrer Altersstarre wach und präsentieren ihre Visionen für Duisburg.
Wo waren diese schlauen Menschen als wir in monatelangen Sitzungen in den Bürgerforen uns Gedanken über Duisburg 2027 machten.
Altersgerechtes wohnen im angenehmen Umfeld. Stadtteile den Dorfcharakter zurückgeben mit Einzelhandel, Ärzten und Apotheken im Nahbereich. Für die alten und jungen Duisburger ein Miteinander und Füreinander mit der Einbindung der Bürger mit Migrationshintergrund. Friedliches Miteinander von Christen und Muslimen. Keine Gettoisierung.
Diese und viele andere Visionen für Duisburg war das Ergebnis der Bürgerforen für Duisburg 2027.
Nur wo waren diese Prominenten? Warum haben sie nicht mitgearbeitet?
War wohl nicht so Publikumswirksam?
Aber schön das Sie alle noch da sind und sich Gedanken machen.
12:19
Sie haben mich nicht ganz richtig verstanden.
ich greife Teile des " Manifestes " auf, und kommentiere diese, da ich die Gedankenansätze gut und richtig finde.
In keinster Weise unterstütze ich damit auch nur im Geringsten SPD , CDU oder die Grünen!
Alles Filz, verkrustete Strukturen.
Ihr Beispiel : Verkehrsplanung passt da auch rein.
Ich habe gesagt und sage: Lieber ehrliche Provinz als dieses Konglomerat an städtischen Firmen, Beteiligungen irgendwelcher dubioser Investoren und Abzocke der Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt.
Für Sie mag das Blödsinn sein, für mich ist Duisburg noch nicht so " groß", dass man diese Strukturen nicht noch entflechten könnte. Und Duisbrg ist GottseiDank nicht Essen oder Dortmund.
Obwohl - da haben Sie dann allerdings wieder recht - im kleinen Mülheim waren ja auch Schweinereien siehe Baganz möglich.
Ich möchte eine Stadt, in der das Geld, dass ja angeblich nie da ist, vernünftig angewandt wird und eine Stadt, auf die ich stolz sein kann !
05:57
"Lieber ehrlich Provinz". Das ist laut Manifest-Pressesprecher rickylee die Devise unserer Biedermeier-Piraten.
Nur zur Erinnerung: Duisburg ist mit seinen knapp 490.000 Einwohnern noch immer die 5.größte Stadt in NRW und die 15.-größte in Deutschland. Provinz sind wir damit im Vergleich zu Berlin, Hamburg und München. Nicht aber im Vergleich zu Essen, Dortmund, Stuttgart und Düsseldorf.
Solch einen Provinz-Satz würde man weder in Essen noch in Dortmund in den Mund nehmen. Selbst im relativ kleinen Bochum habe ich so einen Blödsinn je gehört.
Aber in Duisburg wird so was wieder Mode. War es aber eigentlich schon immer: Nicht zufällig orientieren sich ja unserer Verkehrsplaner seit über 10 Jahren lieber an holländischen Kleinststädten als an westdeutschen Großstädten.
21:53
In dem Zusammenhang möchte ich noch mal auf unsere Bildungspolitik/er hier in Duisburg hinweisen.
Da gibt es doch tatsächlich die Abteilung:Strategische Planung unter dem Dach der Bildungsholding.
Strategische Planung ? Hallo?
Von was?
Von den Schulen, die mittlerweile alle " eigenständige Schulen sind" ?!
Nee, Statistik und strategischen Aufbau von Datenverwaltung, die die weitere Förderung durch den Bund und das Bundesministerium garantieren.
Klar werden da die Erfolge in Marxloh oder Bruckhausen unter den Teppich gekehrt.
Ach ja, und die Stellen für den Ganztag an Schulen - Nachmittagsbetreuung - werden auch schon durch Gmbhs hier in Duisburg vergeben.
statt den 18.- euro für "Freie" zahlen die dann noch 12.- Euro.
Toll, Lehrer tätig bei Arbeitsvermittlern.
Strategische Planung !
21:20
Um zu zeigen, wie Politik gemacht respektive nicht gemacht wird
AUSZUG:
"........"Karl Ganser. Er schrieb mir: „Was treibt die Stadt Duisburg um, in Bruckhausen wieder das alte Konzept von 1975 zu verfolgen. Das ist unverständlich und dumm. Ich glaube, dieser Herr Dressler [Baudezernent] ist ein Unhold“
Für die in Deutschland einzige anachronistische Flächen-Zerstörung von rund 300 Häusern, mit der Maske eines „Grüngürtels“ (im Volksmund „Lügengürtel“), werden rund 150 Millionen Euro buchstäblich herausgeworfen - zum Teil betrügerisch erschlichenes Subventions-Geld. Dort und im Duisburger Norden gibt es nicht nur das Problem der deutsch-türkischen Integration (deren Gelingen nicht wahr genommen wird), sondern auch das Problem der mangelnden Integration von Deutsch-Deutsch. Denn was nicht dem Wohlfahrtsstandard in vielen Köpfen entspricht, wird abqualifiziert – und damit ganze Stadtviertel......."
DAs sind doch mal Informationen, die helfen,zu erkennen und zu verändern !
20:57
Ganz ihrer Meinung.
Wie sollen / können WIR denn diesen Neuanfang forcieren ?!
Das ist doch wichtig. Dass die, die diese Lobbyistenstrukturen aufgebaut haben, nichts ändern wollen und werden, ist uns doch allen klar.
Bitte Vorschläge
20:22
hahahahahahahaha ... schöne worte ... schöne hülle ... und wer in diesem unsäglichen stadtrat soll dem inhalt geben, zum beispiel beim thema bürgerbeteiligung??? .... wie wäre es denn mal mit einem kompletten neuanfang??? ... dann halte ich das manifest auch nicht mehr für pure illusion und schwätzerei!!!!
20:00
Hier der im Artikel genannte Bericht der Arbeitsgruppe.
Lesenswert :
http://www.deutscherwerkbund-nw.de/index.php?id=910
18:36
Wäre mit Ihrer Haltung vielleicht auch gar nicht so schlecht.
Lieber ehrlich Provinz als größenwahnsinnig! und am Rande des Menschlich- noch -gerade- so- Erträglichem Großstadt oder Metropole spielen zu wollen.
Raus, weg und Monopoly spielen. Das wäre mein Rat !
18:32
Das Schlimmste am Love-Parade-Sauerland-Abwahl-Desaster: Die Koalition der Kleingeister kriegt wieder Oberwasser.
Wenn das so weitergeht, gibt´s nur eine sinnvolle Perspektive: Raus & weg aus dieser Stadt, die nur eines wirklich gut kann: den Mief der Provinzialität immer wieder zu erfinden.