Duisburger Leserbeirat diskutierte über Sparkasse und Streik

Volontär Oliver Kühn gab dem Leserbeirat beim jüngsten Treffen auch einen Einblick in die Planung der Seiten und die Zuordnung der Bilder.
Volontär Oliver Kühn gab dem Leserbeirat beim jüngsten Treffen auch einen Einblick in die Planung der Seiten und die Zuordnung der Bilder.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der WAZ-Leserbeirat in Duisburg diskutierte beim jüngsten Treffen über zwei „heiße Eisen“ und bekam einen Einblick in die Planung der WAZ-Seiten.

Duisburg.. Die Sparkasse in Duisburg will ihr Filialnetz halbieren und der lang anhaltende Kita-Streikraubt manchen Eltern den letzten Nerv, zumal die Stadt bis jetzt die Beiträge nicht zurückerstatten will: Zwei Themen, die in der Stadt immer noch für große Diskussionen über Sinn und Unsinn sorgen. Das war beim jüngsten Treffen des WAZ-Leserbeirats nicht anders. Die Mitglieder des Gremiums bezogen dabei klar Position.

Manfred Neumann, Diplom-Ingenieur aus Rheinhausen, etwa freut sich zwar nicht über die Entscheidung der Sparkasse, hält sie aber für absolut verständlich. „Man muss den modernen Zeiten gerecht werden“, so Neumann. „Es gibt bei den Banken nicht mehr in dem Maße die Erfordernisse für persönliche, beratende Tätigkeiten. Heutzutage ist nun mal Online-Banking angesagt.“

Nur noch einmal im Jahr zur Bank

Davon ist auch Anke Loss, Rentnerin aus Wanheimerort, überzeugt: „Ich gehe vielleicht noch einmal im Jahr zu meiner Bank. Deshalb wäre ich künftig bereit, drei Kilometer weiter zu einer Filiale zu fahren.“ Und Birk Zindl aus Duissern sagt: „Wenn ich mich persönlich beraten lassen will, gehe ich schon jetzt nicht zu meiner Filiale um die Ecke, sondern zu einer anderen.“

Reinhard Stratenwerth sieht das viel kritischer: „Wenn es bei uns in Homberg nur noch eine Sparkasse gibt, werden die Wege vor allem für die älteren Menschen zu weit. Da hat nicht jeder ein Auto, um eben zur nächsten Bank zu fahren.“

Den Kita-Streik hält Manfred Neumann mittlerweile für nicht mehr verhältnismäßig: „Ein Streik sollte immer dazu dienen, Druck auf den Arbeitgeber aufzubauen. Aber hier wird er nur noch auf dem Rücken der Eltern ausgetragen. Das darf nicht sein.“, so Neumann. „Ich finde, dass die Stadt die Kita-Beiträge zurückerstatten muss und nicht davon profitieren darf.“

Woher soll das Geld für die Erzieher kommen?

Caterina Feiler aus Rumeln-Kaldenhausen wünscht sich einerseits zwar, dass die Erzieher durch den Streik mehr Geld bekommen, fragt sich aber andererseits: „Woher soll es kommen?“ Und: „Wenn es mehr Geld geben sollte, werden zwangsläufig die Elternbeiträge steigen müssen. Dann ist der Aufschrei groß.“

Darüber hinaus gab es vom Leserbeirat viel Lob für die gerade gestartete Serie „Rheinblicke“ rund um den Fluss, der mitten durch Duisburg fließt. Auch das ungewöhnliche Layout – die Seite musste zum Lesen gedreht werden – kam gut an. Allerdings hatte Caterina Feiler bei der E-Paper-Variante damit so ihre Schwierigkeiten: „Ich dachte erst, dass mein iPad-Mini kaputt ist – so oft musste ich es drehen und zoomen, bis ich was erkennen konnte...“

Apropos Layout: Volontär OIiver Kühn, der die Serie „Rheinblicke“ maßgeblich verantwortet, gab dem Leserbeirat schließlich auch noch einen Einblick in die Planung der Seiten und die Zuordnung der Bilder.