Duisburger Land- und Amtsgericht erstrahlt im neuen Glanz

Die düsteren Flure und Treppenhäuser, in denen die Farbe bröckelte, sehen nun frisch und hell aus.
Die düsteren Flure und Treppenhäuser, in denen die Farbe bröckelte, sehen nun frisch und hell aus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach fast zwei Jahren ist die Renovierung der Flure und Treppenhäuser des Land- und Amtsgerichts am König-Heinrich-Platz weitgehend abgeschlossen.

Duisburg.. Wer zufällig vor zwei Jahren zum letzten Mal im Gebäude des Land- und Amtsgerichts war, und es nun wieder betritt, der wird vermutlich staunen: Die düsteren Flure und Treppenhäuser, in denen die Farbe bröckelte, sehen nun frisch und hell aus. 22 Monate hat die Renovierung des Gebäudekomplexes gedauert. Nun sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen.

So mancher Flurabschnitt hätte vor der Sanierung zum „Deutschen Linoleum-Museum“ umgewidmet werden können: Über Jahrzehnte war der Bodenbelag nur notdürftig geflickt worden, gab es auf wenigen Quadratmetern bis zu einem Dutzend Flicken in unterschiedlicher Qualität und Schattierung. Nun sind die Flure durchgehend mit neuen roten oder blauen Bahnen - je nach Gebäudeteil - belegt worden. Darauf, dass es erneut Linoleum sein musste und auch die frühere Farbgebung eingehalten wurde, hatte der Denkmalschutz bestanden.

Die Kolonnen der Maler- und Anstreicher und die Elektriker hatten bei ihrem Mammut-Einsatz wahrlich keine Langeweile: Wände, Decken und Bürotüren mussten in dem Gebäude mit Monumentalmaßen, das sich um drei Innenhöfe gruppiert, neu grundiert und gestrichen werden. Neben dem neuen Fußbodenbelag spendierte das Land auch neue Deckenlampen, die deutlich mehr Lux produzieren als ihre Vorgänger. Im Eingangsbereich spendet ein imposanter moderner Kronleuchter Licht. Statt der alten Klemmbretter neben den Saaltüren, auf denen die jeweils laufenden Sitzungen aufgelistet wurden, gibt es schicke neue elektronische Anzeigen. Und neue, einheitliche Türschilder, die farblich zum Bodenbelag passen, wurden auch noch angeschraubt.

Zeit der Renovierung war eine Tortur

Für die Justizbediensteten war die Zeit der Renovierung eine Tortur: Etage für Etage und Trakt für Trakt mussten sie vorübergehend in auf dem Hof an der Landgerichtsstraße aufgestellte Bürocontainer umziehen, weil sie ihre angestammten Räume während der Arbeiten nicht mehr erreichen konnten. In vierzehntägigem Rhythmus musste der Weg durch das Gebäude neu gefunden werden, weil die wandernde Baustelle immer wieder neue Umwege erforderte. Und Lärm, Gestank und Staub machten die Sache auch nicht gerade leichter.

Die im Juni 2013 aufgestellten Bürocontainer wurden vor einigen Tagen abgebaut. Die letzten Verschönerungsarbeiten, wie das Anbringen neuer Handläufe im alten Haupttreppenhaus, sind nun auch erledigt. Entspannen können sich die Justizbediensteten aber nicht. Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Als nächstes soll der Hof an der Landgerichtsstraße komplett aufgerissen, alte Leitungen erneuert und eine neue Pflasterung aufgebracht werden.

Die Antwort auf die Frage nach den Kosten blieb der zuständige BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) übrigens schuldig. Klar ist: Das Landgericht hat aus eigenen Mitteln nur einen Bruchteil zu den Verschönerungsarbeiten beitragen können.