Duisburger Künstler gewähren Einblicke in ihre Ateliers

Holz ist ihr Material: Caroline Höbing (links) und Friederike Berchem haben ein Atelier an der Quergasse 11 in der Altstadt bezogen.
Holz ist ihr Material: Caroline Höbing (links) und Friederike Berchem haben ein Atelier an der Quergasse 11 in der Altstadt bezogen.
Foto: Ute Gabriel / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
165 Kunstschaffende gewähren an 55 Standorten im ganzen Stadtgebiet Einblicke in ihre Arbeitswelt. Zentrum in Wehofen feiert das 40-jährige Bestehen.

Duisburg..  Zwei Künstlerinnen freuen sich besonders auf die „Offenen Ateliers“, denn Caroline Höbing und Friederike Berchem haben gerade ein neues Domizil in der Altstadt bezogen. Sie nennen es nicht Atelier, sondern Werkstatt, denn beide arbeiten mit Holz – das staubt.

Zum 13. Mal laden Duisburger Künstler am letzten Oktober-Wochenende in die „Offenen Ateliers“ ein. Kunstinteressierte haben – seit dem ersten „Offenen Atelier DU“ im Jahr 2004 – inzwischen das Ereignis im Blick. Am 29. und 30. Oktober besteht jeweils zwischen 12 und 18 Uhr wieder die Gelegenheit, bei über 165 Künstlerinnen und Künstlern in 55 über das gesamte Stadtgebiet verteilten Ateliers mehr über deren Lebens- und Arbeitswelt zu erfahren.

Das Angebot in den teils von der Stadt geförderten Atelierhäusern und Kultur- und Freizeitzentren sowie in den vielen privaten Ateliers reicht von Malerei, Bildhauerei und Objektkunst über Fotografie, Grafik und Installation bis hin zu Video und Performance. Neben Gesprächen mit den Kunstschaffenden gibt es in einigen Ateliers zusätzlich Sonderaktionen oder Gastauftritte.

So feiert das Kultur- und Freizeitzentrum Wehofen in diesem Jahr ein Jubiläum, es besteht bereits seit 40 Jahren. Zum „Geburtstag“ bieten die dort ansässigen Künstler – Claudia A. Grundei, Gert Kiessling, Wulf Nolte, Regine Strehlow-Lorenz, Barbara Verhoeven und Jens Weber – an der Dr.-Hans-Böckler-Straße 289 in Walsum Sondereditionen ihrer Werke bereit, darunter Grafiken, kleine Objekte, Skulpturen und Collagen.

Besondere Aktivitäten gibt es unter anderem: In der Kulturwerkstatt Meiderich, Bahnhofstraße 157, wird Holzschnitt vorgeführt, im Atelierhaus Baerl ist ein Benefizaktion für Kinder im Kongo geplant, im Atelierhaus „Alte Roßschlachterei“ an der Lützowstraße 22 in Neudorf kann man die Druckgrafik-Technik ausprobieren, im „Kreativ Kiosk“ in Wanheimerort, Zum Lith 145, heißt es „Drucken mal anders“, bei Angela Schmitz und Cornelia Koslowski an der Mozartstraße 19a in Neudorf ist am Sonntag um 15 Uhr eine amerikanische Versteigerung zugunsten von Immersatt geplant.

Zu Fuß und per Bus

Die VHS bietet wieder Führungen an. Mit Renate Engel werden am Samstag von 14 bis 18 Uhr Ateliers in der Stadtmitte besucht (5 Euro, Anmeldung über die VHS erforderlich, Treffpunkt wird von der VHS mitgeteilt), am Sonntag startet um 12 Uhr eine Bustour mit Renate Engel an der Liebfrauenkirche gegenüber dem Stadttheater (15 Euro). Anmeldungen unter 0203/283 2206 oder vhs@stadt-duisburg.de

Werkstatt am Rande der Altstadt

Mit Friederike Berchem und Caroline Höbing teilen sich jetzt zwei Künstlerinnen eine Werkstatt mit besonderem Charme. Das Haus, in dem ehemals eine Kupferschmiede und später bereits ein Atelier untergebracht war, hat als eines der wenigen in der Altstadt den Krieg überlebt. An der Quergasse 11 – nicht weit vom Außenhafen und der Beekstraße – scheint ein wenig die Zeit stehen geblieben zu sein.

Friedrike Berchem, ehemalige Kunstlehrerin am Mannesmann-Gymnasium, hatte bislang ihren Arbeitsraum in Rheinhausen. Auf der Suche nach einem neuen Wirkungsort stieß sie auf die Werkstatt in der Altstadt, die ihr allein allerdings zu groß gewesen wäre. Mit städtischer Vermittlung stieß sie auf Caroline Höbing, die bislang ihr Atelier beim Kunstverein am Weidenweg hatte. „Wir haben uns sofort verstanden.“

Und auch die äußeren Bedingungen sind ideal in der hohen, hellen Werkstatt mit Nebenräumen, die Platz für Maschinen bieten und in denen es auch stauben darf. Friederike Berchem arbeitet mit hölzernen Fundstücken, die sie anschließend künstlerisch bearbeitet; dabei bleibt sie stets ungegenständlich. Die Holzbildhauerin Caroline Höbing betreibt figürliche Grundstudien, schnitzt Figuren und Porträts, aber auch Miniaturen „aus Heimatliebe“, wie sie sagt: Markante Punkte aus Duisburg werden sozusagen auf einen kleinen Sockel gehoben.