Duisburger Krebspatientin hofft auf Erfolg mit nicht zugelassenem Medikament

Michaela Horst und ihr Mann Frank.
Michaela Horst und ihr Mann Frank.
Foto: Lars Fröhlich/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Michaela Horst aus Rheinhausen kämpft gegen Gebärmutterhalskrebs. Vom Erfolg der Behandlung hängt die weitere Kostenübernahme der Krankenkasse ab.

Duisburg.. In der Vorwoche hat Michaela Horst im Rahmen ihrer Chemotherapie zum zweiten Mal eine Dosis Avastin verabreicht bekommen. Dieses Medikament ist nach Einschätzung der behandelnden Onkologen die letzte verbliebene Therapiechance für die 43-jährige Mutter von fünf Kindern.

Derzeit ist es in Deutschland für diesen Krebstyp noch nicht zugelassen. Die Ärzte der Frau aus Hochemmerich wollten es dennoch einsetzen, weil es in den USA oder der Schweiz bereits erfolgreich zum Einsatz gekommen ist.

Ende Januar steht die dritte von sechs Behandlungen an

Die dritte von geplanten sechs Behandlungen mit diesem teuren Medikament steht für Michaela Horst Ende Januar auf dem Therapieplan. „Dann muss mein Onkologe eine Zwischenbilanz ziehen“, sagt die Krebspatientin.

Soll heißen: Ihre Krankenkasse – die IKK Classic – sowie der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) wollen sehen, ob es bei der Behandlung mit Avastin die erhofften Fortschritte gibt. Bleiben diese aus, könnte im schlimmsten Fall die Kostenübernahme für das Mittel, von dem sich Frau Horst in ihrem seit bald drei Jahre währenden Kampf ums Überleben große Hilfe erhofft, wieder gestoppt werden. „Ich hoffe, dass das nicht geschieht“, sagte Horst .

Kirchengemeinde richtet Spendenkonto ein

Ihre Krankenkasse habe sich aber zuletzt stets sehr großzügig gezeigt, so Horst. So wurden selbst geleistete Zahlungen für Haushaltshilfen, die nach Ausbrechen der Krankheit auch zur Betreuung ihrer Kinder (4-23 Jahre) nötig waren, rückwirkend erstattet.

Und bei jenen Behandlungskosten, die an der Familie hängen geblieben sind, erhält die Familie anderweitig Hilfe. Und zwar aus einem Spendentopf. Denn nicht nur viele WAZ-Leser hatte nach unserer Berichterstattung das Schicksal von Frau Horst bewegt, das galt auch für viele Mitglieder der Evangelischen Christuskirchengemeinde Rheinhausen.

Auch Facebook-Gruppe drückt Michaela Horst die Daumen

Dort wurde ein Spendenkonto eingerichtet. „Pfarrer Sieghard Klimkait hat da die Hand drauf. Er hilft mir und meiner Familie sehr. Allen, die helfen, sind wir sehr dankbar.“ Eine Facebook-Gruppe mit 3700 Unterstützern drückt der Erkrankten ebenso die Daumen. Und am 30. April zum Tanz in den Mai soll es ein Benefizkonzert geben. Die Einnahmen kommen komplett Familie Horst zugute.

Wichtig für die Erkrankte ist aber auch, dass sich inzwischen einige ihrer Freunde wieder gemeldet haben, die sich nach Ausbruch der Erkrankung von ihr abgewandt hatten. „Damit ist mir zumindest etwas Ballast von der Seele genommen.“ Und noch wichtiger sei es, dass andere Erkrankte sehen, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen.