Duisburger Kitas blieben bei Streik dicht

Kinder der Notfallgruppe freuten sich über Pfannekuchen mit Nutella: (vl) Alessio (3) und Damian (3) mit Monika Spiwoks.
Kinder der Notfallgruppe freuten sich über Pfannekuchen mit Nutella: (vl) Alessio (3) und Damian (3) mit Monika Spiwoks.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
79 Einrichtungen beteiligten sich, 470 Duisburger Erzieher nahmen an der Protestaktion teil, Eltern zeigen Verständnis. In der Tagesstätte Honnenpfad gab es eine Notfallgruppe für Kids von Berufstätigen

Duisburg.. Die Kindergärten und -tagesstätten in Duisburg blieben am Donnerstag fast ausnahmslos geschlossen: Im Tarifstreit mit den kommunalen Arbeitgebern hatte die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufgerufen. Alle 79 Duisburger Einrichtungen beteiligten sich, 470 Erzieher, Pädagogen und Pfleger nahmen an der Protestaktion teil.

Thomas Keuer, Geschäftsführer von Verdi in Duisburg und am Niederrhein, ist zufrieden – auch wenn beim letzten Streik noch mehr Menschen dabei waren: „Dafür, dass Ferienzeit ist, sind wir durchaus sehr zufrieden.“

Auch die Wanheimer Kindertagesstätte am Honnenpfad stellte für eine Tag den Betrieb ein. Zumindest größtenteils: In einer Notfallgruppe kamen dort 20 Jungen und Mädchen unter. Voraussetzung: Beide Elternteile der Knirpse müssen voll berufstätig sein. Die Erzieherinnen berichten von viel Verständnis der Eltern für den Streik.

Eltern der Duisburger Kinder bleiben entspannt

Normalerweise werden in der Kita 103 Steppkes zwischen dem ersten und sechsten Lebensjahr betreut. Angelika Krechel leitet die Einrichtung seit 20 Jahren und erlebt nicht den ersten Streik. Immer seien zahlreiche Eltern recht entspannt damit umgegangen, dieses Mal waren sie jedoch besonders verständnisvoll: „Sie sind uns doch sehr wohlwollend gestimmt und finden auch, dass man nur so etwas erreichen kann“, sagt sie. Nur einige wenige haben sich aufgeregt. „Ich kann diese Seite auch gut verstehen: Sie sagen, dass sie ja bezahlen und daher auch immer eine Unterbringungsmöglichkeit erwarten.“

Die Notfallgruppe bietet Krechel jedoch hauptsächlich an, da der Betrieb zuletzt bereits durch zahlreiche krankheitsbedingte Ausfälle der 18 Mitarbeiter unrund lief. „Unsere Eltern sind schon stark gebeutelt und mussten zu Hause improvisieren“, sagt Krechel.

Eltern verstehen Erzieher

Der Bedarf an Kitas, erklärt sie, sei in den vergangenen Jahren immens gestiegen: „Früher ging unsere Betreuung von 8 bis 13 Uhr. Heute sind wir von 7 bis 17 Uhr im Einsatz. Vor allem die Nachfrage bei U3-Betreuung hat sehr zugenommen.“

Viel Positives hat auch Erzieherin Bianca Thorow von den Eltern gehört. Sie kennt deren Lage allerdings nur allzu gut. „Ich weiß noch genau, dass es nicht einfach war, als meine Kinder klein waren. Ich kenne beide Seiten.“

Die 20 Jungen und Mädchen, die am Donnerstag in der Kita ihren Tag verbrachten, genossen ihre Zeit ebenso wie sonst auch. Mittagsschlaf, Spielen und Toben – alles wie gewöhnlich. Es gab für sie sogar Crêpes zum Mittag, die sie mit ihren Erzieherinnen genossen