Duisburger Intendant will eigenen Day of Song starten

Duisburg war beim Day of Song wie hier im Jahr 2012 auf dem König-Heinrich-Platz stets mit von der Partie.
Duisburg war beim Day of Song wie hier im Jahr 2012 auf dem König-Heinrich-Platz stets mit von der Partie.
Foto: Stephan Eickershoff (Archivbild)
Was wir bereits wissen
Nach der Absage des Day of Song schlägt der Intendant der Philharmoniker vor, in Duisburg eigenständig einen Day of Song auf die Beine zu stellen.

Duisburg.. Drei Mal - 2010, 2012 und 2014 - hat das Ruhrgebiet aus zigtausend Kehlen gemeinsam gesungen beim „Day of Song“. Auch die sangesfreudigen Duisburger waren stets mit von der Partie, entweder unter freiem Himmel auf dem König-Heinrich-Platz oder im Theater, wohin die Duisburger Philharmoniker zum Mitsingen eingeladen hatten. Schulen und Chöre jeder Couleur haben sich daran beteiligt, aber auch Bürgerinnen und Bürger, die einfach die Freude beim Singen genießen wollten.

Doch nun soll das größte Chorfest des Republik nicht mehr stattfinden, wie die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) ihren Partnern per Mail am vergangenen Mittwoch mitgeteilt hat (wir berichteten). „Mangelnde touristische Strahlkraft“ bescheinigte RTG-Geschäftsführer Axel Biermann dem Ereignis und führte die zugleich als Begründung für die Absage des „Day of Song“ an.

Day of Song zu teuer

„Diese Entscheidung muss man respektieren“, sagt Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker. Die RTG habe nun mal eine touristisch geprägte Aufgabe. „Aber, wenn die das Großereignis, das gleichzeitig in mehreren Städten stattgefunden hat, nicht fortführen wollen, könnten die einzelnen Städte das vielleicht selber für sich organisieren“, wendet Wendel ein. „Es war immer ganz toll, wenn im Theater der ganze Saal gesungen hat. Singen ist eine der beglückendsten Freizeitbeschäftigungen und gut für die Seele. Das muss befördert werden.“

Es gebe eine ganze Reihe von Theatern, die Veranstaltungen mit offenem Singen regelmäßig im Programm haben. „Und in Duisburg gibt es so viele Chöre und sangeslustige Menschen, da sollte man doch einen solchen Tag des Singens auf die Beine stellen können, zusammen mit der Musikschule, dem Festivalbüro und den Chören.“ Bis zum Ende der nächsten Spielzeit Mitte 2016 seien die Philharmoniker zwar ausgebucht, aber die Zeit danach könne man durchaus für eine solche Veranstaltung ins Auge fassen. Teurer als bisher könne das für die lokalen Veranstalter, die auch beim „Day of Song“ die größte Finanzlast getragen hätten, auch nicht werden.

„Und das Geld dann für ein solches Ereignis nur in Duisburg auszugeben, ist doch sinnvoll“, meint Wendel. „Das soll kein Ersatz sein für den Day of Song, aber vielleicht ein kleines Trostpflaster. Hoffen wir, dass das klappt, aber ich bin da ganz zuversichtlich.“