Duisburger im Einsatz für Demokratie und Toleranz

OB Sören Link (hinten links) und Innenminister Ralf Jäger (hinten Mitte) freuen sich über die Duisburger Preisträger.
OB Sören Link (hinten links) und Innenminister Ralf Jäger (hinten Mitte) freuen sich über die Duisburger Preisträger.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Bündnis Bürgernetzwerk Integration Rheinhausen und der Verein SV Genc Osman sind unter den Preisträgern eines bundesweiten Wettbewerbs.

Duisburg.. Im März 2013 drohte die Situation im Rheinhauser Roma-Quartier „In den Peschen“ durch eine angekündigte Pro-NRW-Demo zu eskalieren. Bürgerinnen wie Annegret Keller-Steegmann und Ingrid Strauss haben damals nicht tatenlos zugesehen, sondern gehandelt und das Projekt „Bahtalo – Freude und Hoffnung“ im Bündnis Bürgernetzwerk Integration Rheinhausen mitinitiiert. Es gelang dadurch vor der Schließung der „Problemhäuser“ nicht nur, Familien in „normalen“ Wohnungen im Stadtteil unterzubringen. In der Folge wurde vor allem handfeste Integrationsarbeit geleistet. Durch praktische Hilfe im Alltag, etwa beim Gang zum Jobcenter, oder durch verschiedene kulturelle Jugendprojekte.

Bei einem bundesweiten Wettbewerb des Bündnisses für Demokratie und Toleranz ist dieses erfolgreiche ehrenamtliche Engagement ausgezeichnet und mit der höchstmöglichen Summe von 5000 Euro bedacht worden. Das vor 15 Jahren von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete Bündnis fand diesmal unter 286 Bewerbungen 66 preiswürdige Projekte, nur insgesamt sechs erhalten den Höchstbetrag.

Die Sprache der Jugendlichen

Unter den elf Preisträgern aus NRW, die am Mittwochabend im Duisburger Rathaus im Beisein von Innenminister Ralf Jäger(„Es mir wichtig, zivilgesellschaftliches Engagement zu ehren, das ist nicht selbstverständlich“) und OB Sören Link geehrt wurden, ist auch Erkan Üstunay vom Verein SV Genc Osman mit seinem Projekt „Demokratie ist cool“.

Dabei vermittelt er Kindern und Jugendlichen, die in der Schule negativ auffallen, Werte und Normen der Gesellschaft – auch über die (Sport-) Angebote seines 2007 gegründeten Vereins und Jugendtreffs in Alt-Hamborn, der mit dem 4000-Euro-Preisgeld renoviert worden ist.

Üstunays großes Ziel war es anfangs, Jugendliche aus seiner Nachbarschaft, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, von der Straße zu holen. Er spricht im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache der Kids, weiß, wie er sie bei der Ehre packen kann. Neben der Polizei, mit der es seit 2007 eine Ordnungspartnerschaft gibt, lobt auch das Bündnis für Demokratie und Toleranz das Engagement. Beide ausgezeichneten Duisburger Projekte seien nicht nur vorbildlich, sondern auf andere Städte übertragbar – ein wesentliches Kriterium bei der Preisvergabe.