Duisburger helfen offenbar nicht in Notsituationen
11.08.2009 | 11:20 Uhr 2009-08-11T11:20:00+0200
Duisburg. 16 Rettungswagen, vier Notarztfahrzeuge und ein Hubschrauber, allesamt mit hervorragend ausgebildetem Personal, stehen in Duisburg an einem gewöhnlichen Freitagmorgen zum Einsatz bereit. Doch oft entscheiden im Notfall die ersten Minuten - und da leisten nur wenige Duisburger Erste Hilfe.
Im Regelfall dauert es nur acht Minuten und die Einsatzkräfte haben ihren Bestimmungsort erreicht. „Wenn wir eintreffen, ist es oftmals schon zu spät. Die Duisburger helfen nicht. Kaum ein Mensch leistet Erste Hilfe”, schildert Frank Marx, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr Duisburg die schockierende Realität.
Ekel, Angst, Gleichgültigkeit
Die Beweggründe für die unterlassene Hilfe sind unterschiedlich. Ekel, die Angst, Fehler zu machen, aber auch Gleichgültigkeit hat Marx bei vielen Bürgern ausgemacht. Eine regelmäßige Auffrischung in Sachen Erste Hilfe wäre zwar wünschenswert, doch auch ohne Grundkenntnisse kann jeder in Notsituationen helfen. Mund-zu-Mund-Beatmung, die vielleicht bekannteste Maßnahme im Rahmen der Ersten Hilfe, ist jedoch nicht das Entscheidende. „Auf der Mitte des Brustbeins mit beiden Händen aufsetzen und so feste und oft drücken, wie es geht”, weiß Marx, dass gerade die Herzdruckmassage Leben retten kann.
Doch die Realität in Duisburg sieht anders aus. Erste Hilfe leisten nur die wenigsten, oftmals spielen sich beschämende Szenen ab: „Wenn jemand blitzeblau auf der Königstraße liegt, tut niemand etwas. Bei Hilfe kann der Mensch aber nur gewinnen”, appelliert der 49-Jährige an die Zivilcourage seiner Mitmenschen. Doch wer glaubt, dass nur fremden Menschen nicht geholfen wird, liegt falsch. „Selbst Angehörige sind oft nicht in der Lage, lebenserhaltende Maßnahmen vorzunehmen”, weiß Marx aus über zehnjähriger Erfahrung als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. So hilft auch die hervorragende Ausbildung der Einsatzkräfte nur bedingt weiter: „Jedes Jahr machen wir eine 30-stündige Fortbildung”, erklärt Ausbilder Frank Welsch.
Vor Ort sind es aber gerade die einfachen Dinge, die sogar Leben retten können. Neben der Herzdruckmassage ist vor allem die Positionierung in der stabilen Seitenlage entscheidend, um so beim Erbrechen einer möglichen Erstickung vorzubeugen. Jede Minute, die verstreicht, bevor Erste Hilfe geleistet wird, verringert die Überlebenschancen des Patienten um zehn Prozent. „Sie machen nichts falsch, sie können nur helfen”, bittet Marx um Unterstützung aus der Bevölkerung.
Optimal vorbereitet
In der Notrufzentrale im Verwaltungsgebäude der Hauptfeuerwehr sind gleich vier Disponenten für die Entgegennahme der Notrufe zuständig. Neben den Hilfestellungen vor Ort ist eine konkrete und detaillierte Schilderung der Notlage entscheidend. Telefonisch können der Notarzt und die Einsatzkräfte im Rettungswagen optimal vorbereitet zum Unglücksort eilen.
Oftmals haben die Mitarbeiter in der Leitstelle aber auch mit großen Behinderungen ihrer Arbeit zu kämpfen. Bis zu 500 falsche Anrufe, die oftmals die Grenze des guten Geschmacks überschreiten, gehen täglich ein. „Seitdem man mit Handys ohne Simkarte keinen Notruf mehr absetzen kann, ist die Anzahl dieser Anrufe zurückgegangen”, erklärt ein Mitarbeiter der Leitstelle. Die Nummer des Anrufers ist jetzt immer erkennbar.
Über 1 500 Anrufe gehen täglich in der Notrufzentrale ein. Je exakter die Meldung ist, desto schneller ist lebenswichtige Hilfe beim Patienten. Oftmals bekommen die Anrufer sogar per Telefon Tipps zur Ersten Hilfe.

15:09
@ Spike 1973:
Ich denke nicht, dass es die Angst vor rechtlichen Konsequenzen ist, sondern einfach Überforderung. Man will dem anderen einfach nicht schaden.
14:30
@prinz
Diese Ammenmärchen die immer noch erzählt werden, stimmen nicht! (ala frau verklagt Helfer wegen sexueller Nötigung nach HLW). Man kann wirklich nichts falsch machen, es sein denn ich mache eine HLW mit einem Fleischermesser!!!!!
Ich weiß wovon ich spreche, denn ich bilde unter anderem in diesem Bereich aus!!
13:20
@ der_manni:
Ihr Textverständnis ist beschämend.
11:22
@Prinz v.: Sie haben folgende Frage gestellt: Wie oft ist es schon vorgekommen, dass 1. Hilfe-Leistende unwillendlich Fehler gemacht haben und anschließend vom Unfallopfer unverhältnismäßig hoch verklagt worden sind??? Ich behaupte mal, das ist bisher null mal vorgekommen, aber lasse mich gerne anhand nachvollziehbarer Quellen eines besseren belehren! Daher kann ich Ihre Schlußfolgerung auch überhaupt nicht nachvollziehen.
Zum Thema: die pauschale Aussage des Artikels kann ich für mich nicht gelten lassen, aber ich muss zugeben, dass bei mir z. B. bei hilflosen Personen (vulgär ausgedrückt: der Penner, der seinen Rausch ausschläft und sich in einer Notsituation befindet) die Hemmschwelle zur Hilfe relativ hoch ist, auch wenn das natürlich nicht so sein sollte. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die in jedem Fall kümmern und helfen!
05:00
Erste Hielfe??? .... Ein Defibrilator kostest wenig geld und ist Kinderleicht zu bedienen.Im Schalker Station hängt so ein Ding an jeder Ecke.Hier in Öffentlichen -Gebäuden oder gar in Kaufhäusern ist der mangelware.So ein Ding kostet max. 2000 Euro was wirklich kein Geld ist.Weder in der neuen Mecortorhalle noch im City-Palst sind solche sachen installiert.
Die investition fürs leben wurde hier vergessen.Geeignete Hielfe mit so gleinen Mittel um Leben zu Retten ist so leicht und einfach.
02:40
hallo ihr fachwissenden,
wahrscheinlich habt ihr so eine situation - zum glueck - nicht erlebt, wenn man auf die leute vom rettungsdienst wartet.
die sind naemlich schnell da!
alle die einen fuehrerschein haben, sollten zumindest grundlagen mitbringen.
ich habs schon ein paar mal hier im du-norden erlebt, dass die jungs und maedels ganz schnell da sind (dank guter dispos).
fuer die anderen -> da muss man einfach mal das heft in die hand nehmen und machen.
sprich: du telefonierst - du hilfst - und der rest weg
glaubt mir, das hilft auch.
ich fahr keinen rettungsdienst, bin aber auch ehrenamtlich fuer die buerger der stadt im einsatz.
da kommt es mir weder auf hautfarbe, glauben oder sonstwas an.
gruss aus dem duisburger norden
p.s. ehrenamt ist das, wo man kein geld fuer bekommt - haben leider auch viele vergessen
23:21
Die DUISBURGER leisten keine Hilfe! Duisburg war für und hier im Zwangseroberten Rheinhausen NOCH NIE hilfreich...
22:48
Auch wenn die Politk nun medienwirksam versucht, mit Orden und Ehrenzeichen Großtaten von Bürgern zu würdigen, solte Jede/r vorher genau überlegen, was er macht, wenn er sich z.B. streitenden Ausländern nähert, die mit Messern und anderen Mordinstrumenten herumfuchteln. Grundsätzlich mache ich einen großen Bogen um diese Stadt !!!
22:47
RD
stand doch oben:
Die spanische stabile Marbella-Seitenlage.
Andere Länder. Andere Lagen.
Über die Qualität der Redaktion wurde schon öfters gelästert.
,-)))
Bei Spende könnte ja auch Blut gemeint sein, oder!?!?
Ich weiß net wie es in Duisburg aussieht, wenn aber die Problembezirke gemeint sind, verhält es sich in Berlin nicht anders.
Da kommt es sogar öfters vor, dass der Rettungsdienst erst unter Polizeischutz aktiv werden kann, weil die Kulturverbesserung mal wieder glaubt diskrimminiert zu werden.
Sachen gibts, die gabs vor meiner Zeit nicht!
22:45
Ich kann aus persönlichem Wissen sagen, der duisburger Rettungsdienst ist Spitze. Bin (oder war) in Krefeld RA gewesen, heute 65 und vertraue meinen Kollegen.