Duisburger gibt 13-jährigem Neffen Heroin zu rauchen

Heroin gab ein 29-jähriger Duisburger seinem 13-jährigen Neffen zu rauchen. Dafür verurteilte das Landgericht Duisburg den Mann zu einer 21-monatigen Haftstrafe.
Heroin gab ein 29-jähriger Duisburger seinem 13-jährigen Neffen zu rauchen. Dafür verurteilte das Landgericht Duisburg den Mann zu einer 21-monatigen Haftstrafe.
Foto: Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Ein 13-jähriger Duisburger hat vom Onkel Heroin zu rauchen bekommen. Stundenlang konnte er sich nicht bewegen. Der Mann bewegt sich künftig im Knast.

Duisburg.. Wegen Abgabe von Drogen an Minderjährige muss ein 29-jähriger Meidericher für ein Jahr und neun Monate hinter Gitter. Daran konnte auch am Donnerstag die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Duisburg nichts mehr ändern. Im Mai 2013 hatte der Drogensüchtige in seiner Wohnung seinem 13-jährigen Neffen Heroin zum Rauchen gegeben.

Wie schon in erster Instanz gestand der Angeklagte: Es sei ein Fehler gewesen, dem Drängen des Jungen, der seinen Onkel als Vorbild ansah, nachzugeben und ihn das Rauschgift probieren zu lassen. „Irgendwann habe ich ja gesagt. Das war eine ziemlich blöde Aktion.“

Mutter erstattete Strafanzeige

Mit bösen Folgen: Das Kind konnte stundenlang Arme und Beine nicht bewegen. Der Mutter entging der Zustand des 13-Jährigen nicht. Als sie in den digitalen Schriftverkehr des Jungen mit seinem Onkel blickte, war die Ursache klar. Die Frau erstattete Strafanzeige.

Schon das Amtsgericht hatte keine besonderen Umstände sehen können, die eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung gerechtfertigt hätten. Schließlich stand der mehrfach vorbestrafte 29-Jährige bereits unter Bewährung.

Angeklagter hat nicht viel Positives zu bieten

Auch die Berufungskammer signalisierte am Donnerstag schnell, dass sie dem Rechtsmittel wenig Chancen einräume. „Angesichts der Gesamtumstände ist das Urteil des Amtsgerichts in Ordnung.“ Schließlich liege die Mindeststrafe bei einem Jahr und der Geschädigte sei nicht nur unter 18, sondern sogar noch ein Kind gewesen.

Viel Positives habe der Angeklagte zudem nicht zu bieten, außer dass er sich nach der Anklageerhebung um eine Therapie beworben habe. Dafür war der 29-Jährige nach dem erstinstanzlichen Urteil erneut angeklagt worden: Wegen Beförderungserschleichung. „Das ist kein Kapitaldelikt, rundet das Bild aber nach unten ab“, so der Vorsitzende.

Der Angeklagte zog die Berufung zurück. Seine Strafe wird sich voraussichtlich noch um rund ein Jahr verlängern, da eine frühere Bewährungsstrafe nun widerrufen wird.