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Einwanderung

Duisburger fordern Umsiedlung von Roma-Familien

11.09.2012 | 19:20 Uhr
Duisburger fordern Umsiedlung von Roma-Familien
Bezirksbürgermeister Wienfried Boeckhorst spricht während einer Ortsbesichtigung vor dem "Objekt", einem Haus in einem eher Bürgerlichen Stadtteil Duisburgs, in dem Roma-Leute als Mieter für Aufregung im Stadtteil sorgen.Foto: Jakob Studnar // WAZ FotoPool

Duisburg.   Im bürgerlichen Duisburg-Bergheim sorgt das "Roma-Hochhaus", das von Menschen aus Rumänien bewohnt wird, für Unruhe. Anwohner wehren sich mit einer Unterschriftenaktion. Mehr als 5000 osteuropäische Armutsflüchtlinge stellen Duisburg vor große soziale Probleme, die Zahl der Straftaten solcher Armutsflüchtlinge steigt. NRW-Minister Jäger gibt den Schwarzen Peter weiter: Er wirft dem Bund Untätigkeit vor.

Die Stadt Duisburg sieht sich angesichts des stetigen Zuzugs von Roma-Familien aus Osteuropa am Rande ihrer Belastbarkeit. Inzwischen leben mehr als 5000 dieser Zuwanderer in der Revierstadt, monatlich kommen bis zu 300 neue hinzu. Die Duisburger Integrationsbeauftragte Leyla Özmal und Lokalpolitiker quer durch alle Parteien sprechen von einer „dramatischen“ Situation. Özmal fordert eine „politische Offensive“ und Hilfe von Bund, Land und Europäischer Union.

Die Neubürger aus Rumänien und Bulgarien stellen Duisburg vor soziale Probleme . Betroffen sind aber auch die Nachbarstädte. Laut Landeskriminalamt (LKA) verüben einige der Neubürger Straftaten im gesamten Ruhrgebiet. „Die Städte an der Rhein-Ruhr-Schiene zwischen Duisburg und Dortmund haben zunehmend mit dieser Kriminalität zu kämpfen . Die Fallzahlen steigen seit Monaten . Zunächst waren es Trickbetrügereien, inzwischen geht es vor allem um Diebstähle an Geldautomaten, verübt zum Teil mit brachialer Gewalt“, sagte LKA-Sprecher Frank Scheulen der WAZ Mediengruppe.

Migranten dürfen nicht arbeiten

Diese Migranten dürfen sich legal in Deutschland aufhalten, aber nicht arbeiten. Allenfalls Jobs als Tagelöhner kommen für sie infrage. Erst im Jahr 2014 werden die bisherigen Arbeitsbeschränkungen für osteuropäische EU-Bürger aufgehoben.

Kriminalität
Mit der Armut kommt die Bandenkriminalität nach Hochfeld

Die Polizei-Meldungen häufen sich: Taschendieb ertappt, Metalldiebe gefasst, Trickdiebe festgenommen, Wohnungseinbrecher geschnappt. Allesamt südosteuropäischer Herkunft und wohnhaft in Duisburg, meist in Hochfeld, Marxloh oder Beeck.

NRW-Innenminister Ralf Jäger spricht von einer „Armutswanderung“. Er wirft der Bundesregierung vor, die Revierstädte im Stich zu lassen. „Der Bund muss dafür sorgen, dass sich die Lebensverhältnisse der Roma in Bulgarien und Rumänien verbessern. Dazu hätte die Bundesregierung längst über die EU Druck auf diese osteuropäischen Länder ausüben müssen. Die Folgen der Untätigkeit spüren jetzt die Menschen in den Städten an Rhein und Ruhr leidvoll“, sagte Jäger der WAZ Mediengruppe.

Diebstähle an Geldautomaten

Die NRW-Polizei gehe gezielt gegen südosteuropäische Banden vor. „Wir nehmen die Zunahme von Wohnungseinbrüchen und Diebstählen an Geldautomaten sehr ernst und handeln. Aber die Polizei kann das Problem allein nicht lösen“, kritisierte der NRW-Minister in Richtung Berlin.

Der Zuzug der Roma vollzieht sich nicht flächendeckend über die Bundesrepublik, sondern punktuell, heißt es dazu beim Deutschen Städtetag. Neben Duisburg sind auch Städte wie Mannheim oder Berlin-Neukölln betroffen. Vor einigen Wochen hat der Städtetag eine entsprechende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

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