Duisburger findet 111 Gründe den MSV zu lieben

Das Ergebnis monatelanger Arbeit: Torben Grüter präsentiert sein Taschenbuch – echte Zebra-Liebe auf 248 Seiten
Das Ergebnis monatelanger Arbeit: Torben Grüter präsentiert sein Taschenbuch – echte Zebra-Liebe auf 248 Seiten
Foto: FUNKE Foto Services
Torben Grüter hat 111 Gründe gefunden, den MSV Duisburg zu lieben. In seinem Buch schreibt er über die Geschichte des Vereins, und die letzte Krise.

Duisburg.. Ein Buch schreiben? Über seinen eigenen Klub? Und zudem über diese krisenbehaftete Schnapszahl? „Ich hatte“, sagt Torben Grüter, „Respekt vor der Aufgabe.“ Doch der 33-Jährige hat sie gelöst. Das Ergebnis: „Eine Liebeserklärung an den großartigsten Fußballverein der Welt“, wie es im Untertitel heißt. Auf 248 Seiten hat er sie niedergeschrieben, seine Gründe, den MSV Duisburg zu lieben. Es sind 111 an der Zahl.

Zebras zucken da womöglich zusammen. 111? Da war doch was, oder?

Richtig, da war was. Denn im Jahr seines 111. Geburtstags, 2013, musste der MSV aus der zweiten Bundesliga zwangsabsteigen. Der Verein schrammte nur knapp an der Insolvenz vorbei, fand sich eine Spielklasse tiefer wieder.

[kein Linktext vorhanden] Genau darüber schrieb Torben Grüter Texte im Internet, auf liga3-online.de. Einer der Chefs der Seite wurde auf ihn aufmerksam. Er fragte bei dem Autor an, ob er sich vorstellen könne, ein Buch zu verfassen. Lange musste Grüter nicht überlegen. Aus zwei Gründen: „Es ging um mein Lieblingsthema aus dem Freizeitbereich. Zudem mag ich das Handwerk Sprache und was man damit machen kann.“

Buch blickt tief in die Vergangenheit

Der gebürtige Duisburger, aufgewachsen in Huckingen und Neudorf, hat den Master-Abschluss in Amerikanistik sowie in Literatur und Medienpraxis. Nun begann er also, den MSV genauer zu studieren. Hauptberuflich arbeitet er in der Unternehmenskommunikation einer Versicherungsagentur, auf Aushilfsbasis jobbt er im MSV-Fanshop. Wenn es um Informationen ging, war er also nah an der Quelle. „Ich habe viel recherchiert und immer wieder Ideen, die mir in den Kopf kamen, sofort notiert.“

So blickt er in seinem Buch auch etwas weiter zurück, erklärt zum Beispiel, weshalb 1902 in seinen Augen „ein wunderbarer Jahrgang ist“, warum die Zebras auch hätten Hähne sein können und welcher Schlagersänger den Zebra-Twist berühmt machte.

Er schickt den Leser auf eine Zeitreise, quer durchs vergangene Jahrhundert und verschiedene Ligen, legt ein besonderes Augenmerk aber auf die jüngere Vergangenheit. Zu der zählt nicht nur das DFB-Pokalfinale 2011, sondern auch die Zeit in der Dritten Liga nach dem Lizenzverlust.

Die Rückkehr in die zweite Bundesliga

„Ich erinnere mich gerne an die ganzen Auswärtsfahrten mit Freunden und daran was wir zusammen erlebt haben“, sagt er. Grüter berichtet von Trips nach Burghausen, Cottbus oder Kiel – und über Menschen, die diese Fahrten mit viel Leidenschaft organisieren. Es sind diese kleinen Geschichten über das Leben eines MSV-Fans, die das Buch besonders machen.

Weil es aber vor dem Saisonendspurt der Spielzeit 2014/15 erschienen ist, kann das Buch eine Erfolgsgeschichte nicht abbilden: die Rückkehr in die zweite Bundesliga. „Die Sehnsucht danach war sehr groß“, sagt Torben Grüter. Beim Spiel gegen Holstein Kiel, als der MSV mit dem 3:1-Sieg vor 30.500 Zuschauern den Aufstieg feierte, war er aber natürlich im Stadion: „Volles Haus, super Stimmung, das war geil.“

Torben Grüter, 111 Gründe, den MSV Duisburg zu lieben - Eine Liebeserklärung an den großartigsten Fußballverein der Welt, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, 248 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro, ISBN: 978-3-86265-450-5

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