Duisburger Feuerwehr bekommt täglich 700 Fehlanrufe

Foto: MATTHIAS GRABEN
Was wir bereits wissen
2000 Mal am Tag klingelt bei der Leitstelle der Duisburger Feuerwehr der Notruf. 700 Anrufe davon sind so genannte Fehlanrufe oder Missbräuche.

Duisburg.. Paradox: 2000 Mal am Tag läutet bei der Leitstelle der Duisburger Feuerwehr der Notruf 112. Davon sind gut ein Drittel, rund 700 Anrufe, so genannte Fehlanrufe oder Missbräuche. Aber: Nur jeder vierte Europäer weiß, dass diese lebensrettende Nummer auch in anderen EU-Ländern als Notruf funktioniert. Es könnten als noch deutlich mehr als 2000 Anrufe pro Tag werden.

Die NRZ sprach mit Jörg Helmrich, dem stellv. Amtsleiter der Duisburger Feuerwehr über den „Europäischen Tag des Notrufes“, der am 11. Februar zum 7. Mal seit 2009 begangen wird. Das Ziel dieses Notruf-Tages: Er soll die „112“ bekannter machen.

Einfach verwirrte Menschen

Doch wie schaut es mit der Notruf-Disziplin der Duisburger aus? „Mehr als ein Drittel der 2000 Anrufe pro Tag ist Schrott“, sagt Helmrich. Vier bis sechs Beamte sind rund um die Uhr mit der Annahme der Notrufe beschäftigt. Die Missbräuche geschehen oft durch Menschen, die die Notruf-Funktion ihres Handys ausprobieren wollen, durch Betrunkene oder Dummdreiste, die die Feuerwehr für den Schlüsseldienst halten, der ihnen jetzt tunlichst die zugefallene Haustüre öffnen soll. Oder es sind einfach verwirrte Menschen.

Aber seitdem niemand mehr seine Telefonnummer vor Polizei und Feuerwehr verstecken („unterdrücken“) kann, sei die Zahl der Missbräuche spürbar gesunken. Und: Seit dem Jahr 2003 sieht die Feuerwehr zudem auf ihrem Bildschirm den exakten Standort des Anrufers, egal ob er per Festnetz oder per Handy anruft. Hilfreich, wenn der Anrufer durch ein Unglück orientierungslos geworden ist. Schlecht für den Spaßvogel, der die Helfer in die Irre führen will.

Von den jährlich gut 730.000 Notrufen führten in 2014 aber nur 70.000 zu einem Rettungseinsatz, plus 5000 zu einem Brand- oder Autounfall-Einsatz. Diese Einsatzzahlen steigen aber an. Vor sechs Jahren waren es nur knapp 59.000 Einsätze. Der Anstieg erkläre sich u.a. durch das gewachsene Anspruchsverhalten der Menschen.

In der Regel ist acht bis zehn Minuten nach einem Notruf der Rettungswagen am Einsatzort.