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Traumzeit-Festival

Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?

15.02.2012 | 11:19 Uhr
Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?
Zur Eröffnung des Traumzeit-Festivals 2011 spielte Yaron Herma.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Das Traumzeit-Festival steht weiter auf der Kippe. Rund 200.000 Euro fehlen nach dem Absprung des Sponsors RWE. Der Leiter des Festivalbüros regt nun an, angesichts grundsätzlicher Finanzierungsschwierigkeiten über einen zweijährigen Wechsel zwischen Traumzeit- und Akzente-Festival nachzudenken.

Seit Monaten hängt die Durchführung des „Traumzeit“-Festivals 2012 in der Luft. Nachdem der Energieversorger RWE einen Sponsorenvertrag nicht verlängert hat , fehlen – wie berichtet – im Etat der dreitägigen Musikveranstaltung im Landschaftspark weiterhin rund 200 000 Euro. Offiziell hat sich bei der Suche nach Förderern bisher nichts getan.

Da verwundert eine Äußerung, die in der letzten Woche aus dem Rathaus zu hören war: Noch-Oberbürgermeister Adolf Sauerland habe gesagt, er werde die „Traumzeit“ mit Unterstützung von Sponsoren retten. Das habe er am Montag öffentlich machen wollen, ganz überzeugt davon, nicht von den Bürgern abgewählt zu werden. Doch es kam anders, und damit ist das Gerücht über eine Rettung von dieser Seite auch verstummt.

Traumzeit 2011

Nun meldet sich allerdings Frank Jebavy zu Wort. Der Leiter des Festivalbüros erklärte, er könne sich das „Traumzeit“-Festival 2012 inzwischen nur noch als Veranstaltung vorstellen, die nicht länger als zwei Tage dauert. Auch nur ein Tag sei denkbar. „Sonst gibt es keine Chance“, sagte Jebavy im Gespräch mit der WAZ.

Zeit schwindet

Grund sei die schwindende Vorbereitungszeit. Gewöhnlich, so Jebavy, habe man im März oder April bereits das Programm vorstellen können. „Wir haben bald März, aber immer noch keine Sicherheit, ob das Festival stattfinden kann“, erklärte Jebavy. Nun müsse man „retten, was noch zu retten ist“.

Kommentar
Selbstdemontage

Fünf Monate sind vergangen, seit der wichtige Geldgeber RWE weggefallen ist. Erst jetzt gibt es nennenswerte Neuigkeiten – durch den Vorstoß von Frank Jebavy. Der Vorschlag, das Festival zu verkürzen und alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, ist allerdings ein katastrophales Signal, eine Selbstdemontage. Hier verkauft man sich unter Wert. Durch diese freiwillige Herabstufung der eigenen Bedeutung werden die Argumente im Ringen um Gelder knapp.

Schon die „Akzente“ bewarb Jebavy damit, es könnten die letzten sein. Die Lage im Festivalbüro ist verständlicherweise angespannt angesichts der möglichen Streichung aller städtischen Mittel für Festivals. Fatalismus ist es wohl nicht, der dort herrscht, doch ist man dabei, das Kind mit dem Bade auszuschütten, wenn man sich hinter Pragmatismus versteckt und nicht mehr an eine Rettung glauben kann.

Zudem sollten in die Diskussion über das diesjährige Festival auch Überlegungen zur Zukunft der Veranstaltung einfließen. Jebavy regt an, „die beiden großen Festivals“, also die „Akzente“ und die „Traumzeit“, biennal durchzuführen. Das bedeutet: alle zwei Jahre „Akzente“, in den Jahren dazwischen „Traumzeit“. Vor jeder Auflage über die Finanzierung und Fortführung der Veranstaltungen diskutieren zu müssen, „wäre schlimm“, so der Leiter des Festivalbüros. Es sei „wahnwitzig, weiter so zu tun, als könnte man alles im großen Stil beibehalten“.

Der künstlerische Leiter des „Traumzeit“-Festivals, Tim Isfort, zeigte sich von Jebavys Vorstoß überrascht. Sollten in nächster Zeit noch genügend Sponsoren gefunden werden, sei es von künstlerischer Seite durchaus möglich, die „Traumzeit“ in vollem Umfang durchzuführen. „Ein paar schöne Sachen sind inzwischen weggefallen, das stimmt. Aber ich habe so viele Optionen halten können, dass ein dreitägiges Festival kein Problem wäre“, erklärte Isfort.

Zlatan Alihodzic

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Kommentare
26.02.2012
14:48
Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?
von KlausS | #5

Es ist wirklich schlimm, erleben zu müssen wie kulurell wertvolle Veranstaltungen vor dem aus stehen, weil Sponsoren sich zurückziehen oder einfach die Kommunen pleite sind. Moers hat bereits in dieser Beziehung negative Schlagzeilen gemacht und jetzt kommt Duisburg dran. Man geht zuerst gerne an solche Dinge die nicht unbedingt den Massengeschmack des breiten Publikums treffen.

Sollte es wirklich Zeitgenossen geben, die meinen, auf solche Veranstaltungen verzichten zu können denen sei folgendes gesagt. Stirbt die Kultur dann stirbt auch die Gesellschaft. Es muß alles getan werden damit das Traumzeitfestival in seiner jetztigen Form bestehen bleibt. Selbiges gilt auch für das Moers-Festival, is ja nur wenige Kilometer von Duisburg entfernt.

Was kommt sonst als nächstes, welches Theater wird dann geschlossen, oder welches Museum? Wo soll das enden? Gibts demnächst nur noch Volksverblödung wie DSDS?

16.02.2012
12:57
Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?
von Sitte_und_Anstand | #4

Immer wieder werden Vorwürfe gegenüber dem Festivalbüro und dem Kulturdezernenten laut, sich nicht ausreichend um Sponsoren für das Traumzeit Festival zu bemühen.

Diese Anschuldigungen liessen sich mit wenig Aufwand entkräften, wenn öffentlicht gemacht wird, in welchen Umfang bereits bei potentiellen Geldgebern angefragt wurde und wie die bisherrigen Reaktionen hierauf waren. Es liegt nun also an den Herren Jebavy und Janssen verlorenes Vertrauen beim Bürger wieder wettzumachen.

16.02.2012
11:06
Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?
von mikestern | #3

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Herr Janssen, als zuständiger Dezernent, glänzt hier seit Monaten durch Untätigkeit und Nebelbomben werfen. Man kann sich des Eindrucks des "Aussitzens" nicht erwehren und wenn das Festival dann erst einmal ad acta gelegt wurde, wird es auch keine Neuauflage geben.
Das Geld plötzlich vorhanden ist, sieht man an der Gebag-Aktion. Hier sind dann 11,5 Mio vorhanden und man kann über Monate vergleichbar geringe 200.000 € nicht abdecken. Wie gesagt - hier fehlt m.E. auch der Wille etwas zu tun. Herr Janssen - können Sie sich vorstellen, dass wir aktuell jedes positive Bild für unser Duisburg brauchen ??? ... das nicht von Loveparade etc geprägt ist?

15.02.2012
12:33
Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?
von dr_john_becker | #2

Ich verstehe das nicht - das letztjährige Traumzeit-Festival lief doch BOMBIG! Warum sollte man so etwas nicht fortsetzen? Zumal: Die Eintrittsgelder waren auch nicht so niedrig, als dass mit diesen keine nennenswerten Einnahmen zu erzielen seien. € 200.000,00 sind an sich nicht ,,viel" - warum springt hier die Stadt nicht ein? Es wird doch wohl kein Problem sein, diese Summe aufzutreiben?

1 Antwort
Duisburger Festivals Traumzeit und Akzente bald im Wechsel?
von mikestern | #2-1

Kann Ihnen nur Recht geben. M.E. liegt das Problem auch bei Herrn Janssen der durch Untätigkeit glänzt bzw nicht die Aktivitäten die in sein Ressort gehören wahrnimmt. Mein Eindruck ist hier "aussitzen". Warum kommt einem das bekannt vor??

14.02.2012
21:08
Keine halben Sachen!
von graphos | #1

Lieber Herr Jebavy,

Ihren Vorschlag des kleinen Festivals in Ehren, aber: keine halben Sachen! Was einmal reduziert wird, dass wird nicht wieder groß. Daher: Ganz oder gar nicht. So weh es im schlimmsten Fall auch tut.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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