Duisburger erwürgte Ex-Freundin nach Trennung

In diesem Mehrfamilienhaus auf Von-der-Mark-Straße in Meiderich ereignete sich die Tragödie.
In diesem Mehrfamilienhaus auf Von-der-Mark-Straße in Meiderich ereignete sich die Tragödie.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die 22-Jährige, die in ihrer Wohnung an der Von-der-Mark-Straße tot aufgefunden wurde, ist an den Folgen der Würgegriffe ihres gleichaltrigen Lebensgefährten gestorben. Die Frau hatte sich bereits getrennt und war aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Der Täter sitzt wegen Totschlags nun in Untersuchungshaft.

Duisburg.. Die 22-jährige Frau, die am Donnerstagnachmittag in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses auf der Von-der-Mark-Straße in Mittelmeiderich tot aufgefunden wurde, ist an den Folgen der Würgegriffe ihres gleichaltrigen Lebensgefährten gestorben. Dies ergab die Obduktion, die Freitag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Duisburg von Kräften der Rechtsmedizin im Klinikum am Kalkweg durchgeführt wurde. Weitere Verletzungen stellten die Ärzte nicht fest. Der Täter wurde dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen Totschlags erließ.

Frau war zuvor schon ausgezogen

Der Himmel über der Fußgängerzone in Meiderich ist am Morgen danach so grau wie die Fassade des Hauses mit der Nummer 52, in dem sich die schreckliche Tat ereignete. Nach Aussage des Täters – der mit der Frau liiert, aber nicht verheiratet war und der Vater des gemeinsamen Kindes (2) ist – war es am Donnerstagmittag zu einem Beziehungsstreit gekommen. „Die Frau war nach den Ermittlungen der Mordkommission bereits Anfang Dezember aus der Wohnung ausgezogen. Nun sollte es noch einmal zu einem Treffen in der Wohnung kommen“, schildert Polizeisprecher Ramon van der Maat. Als dann dort ein Streit eskalierte, erwürgte der Mann seine Lebensgefährtin.

Danach brachte der groß gewachsene Mann die Tochter noch zu seiner Schwester, ehe er sich selbst der Polizei stellte. Gegen 15.50 Uhr tauchte er auf der Wache in Meiderich auf und gestand den Beamten seine Tat. Polizei, Notarzt und Rettungskräfte eilten zur Wohnung. Sie fanden dort die Leiche der Frau vor.

Familientragödie bedrückt die Nachbarn

„Der Mann hat hier bei uns immer seinen Tabak gekauft. Er war immer freundlich und ein ruhigerer Typ“, erzählt die Mitarbeiterin einer Lottoannahmestelle, die im Erdgeschoss des Hauses untergebracht ist. Eine Frau, die in einem Ladenlokal auf der anderen Straßenseite Wurst- und Fleischwaren verkauft, schildert ihre Eindrücke: „Plötzlich stand die ganze Fußgängerzone voller Polizei- und Krankenwagen. Viele Passanten blieben stehen. Es war aber zunächst nicht klar, was überhaupt passiert war.“ Diese Familientragödie bedrückt sie sehr: „Mein Gott, das waren doch beides noch so junge Leute.“

Eine jüngere Anwohnerin erzählt, dass es an diesem Morgen in der Nachbarschaft kein anderes Gesprächsthema gebe als die Tat. Gekannt habe sie das Paar nicht. Dennoch sei die Erschütterung groß, wenn eine solches Verbrechen so unmittelbar im eigenen Umfeld geschehe. Sie sei getroffen. So wie fast alle Menschen in Mittelmeiderich.

Tochter des Opfers wird vorerst im Heim untergebracht

Die zweieinhalbjährige Tochter des Paares wird vorerst nicht bei Verwandten bleiben dürfen. „Das Jugendamt hat eine Unterbringung in einem Heim angeordnet“, erklärte Stadtsprecher Peter Hilbrands auf WAZ-Anfrage.

In Fällen wie diesem ist es primäre Aufgabe des Jugendamtes, sich um das Wohl des Kindes zu kümmern. Der mutmaßliche Täter hatte es nach der Tat zu seiner Schwester gebracht, ehe er sich auf der Polizeiwache in Meiderich den Ordnungshütern stellte. Eine auf solche Notfälle spezialisierte Sozialarbeiterin des Jugendamtes stellte dann den Kontakt her und kümmerte sich um das Mädchen.

„In Abstimmung mit dem Familiengericht muss nun kurzfristig geklärt werden, wer künftig das Sorgerecht bekommt“, sagte Stadtsprecher Hilbrands. Der Vater des Kindes war der Lebensgefährte des Opfers, verheiratet waren sie jedoch nicht. Bislang hatte diese Familie eher unauffällig in Mittelmeiderich gelebt. Auch Probleme bei der Kindeserziehung seien nicht bekannt. Hilbrands: „Wir können feststellen, dass die Familie noch nie in Betreuung des Jugendamtes war.“