Duisburger erklimmen an Neujahr den Kilimandscharo

Die beiden Duisburger Werner Grittner (r.) und Johannes de Kruijff bestiegen zum Jahreswechsel den Kilimandscharo. Ihre Sechs-Tages-Tour führte sie auf eine Höhe von 5895 Metern.
Die beiden Duisburger Werner Grittner (r.) und Johannes de Kruijff bestiegen zum Jahreswechsel den Kilimandscharo. Ihre Sechs-Tages-Tour führte sie auf eine Höhe von 5895 Metern.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Werner Grittner aus Großenbaum und Johannes De Kruijff aus Ruhrort verbrachten den Jahreswechsel auf dem Gipfel des Kilimandscharo in Tansania.

Duisburg.. Beim Jahreswechsel 2013/14 hatte Johannes de Kruijff noch mit seiner Mutter vor dem Fernseher gesessen und sich in aller Ruhe den „Silvesterstadl“ angeschaut. Diesmal genoss er einen deutlich spektakuläreren Blick. Denn der 60-jährige Ruhrorter verbrachte mit Werner Grittner – seinem Sportkollegen vom Laufverein LC Duisburg – den Neujahrstag 2015 auf dem Gipfel des Kilimandscharo.

Das Duo gehörte zu einer Wandergruppe, die sich unter professioneller Führung nach Weihnachten auf den Weg machte, um den höchsten Berg Afrikas zu erklimmen – und die am 1. Januar morgens um 7.45 Uhr das Ziel der Begierde auf 5895 Metern Höhe erreichte. „Ein besonderes, unvergessliches Erlebnis“, wie Grittner und de Kruijff beim Redaktionsbesuch unisono versicherten.

"Wir haben es wirklich geschafft"

Die Vereinskameraden sind Ausdauerstrapazen von üppigsten Ausmaßen gewohnt: Ein simpler Marathon kann sie gar nicht mehr schrecken. Gemeinsam absolvierten Grittner und de Kruijff schon Läufe über 160 Kilometer. Am Stück, wohlgemerkt. „Dieser Aufstieg war aber das mit Abstand Anstrengendste, das ich je erlebt habe“, sagt de Kruijff. Und Grittner, der in Großenbaum lebt, pflichtet ihm bei: „Wir waren beide total erschlagen, als wir oben waren. Das war eine völlig andere Form der Belastung.“

Als Lohn für ihre Schinderei bescherte der Wettergott ihrer Gruppe, die zu Beginn aus zwölf Teilnehmern und rund 40 Helfern (Guides, Träger, Köche) bestand, die bestmöglichen Bedingungen: Bei klarstem Himmel reichte die Fernsicht unzählige Kilometer weit. In diesem einzigartigen Momenten der Erhabenheit und der Naturschönheit schoss beiden derselbe Gedanke durch den Kopf: „Wir haben es wirklich geschafft.“

Teile der Ausrüstung aus dem Gepäck gestohlen

Dabei hatte die Sache gar nicht gut angefangen: Nach dem Eintreffen in Tansania per Flugzeug waren beiden wichtige Teile des Gepäcks abhanden gekommen. „Und als ich dann meine Koffer endlich hatte, stellte ich fest, dass mir wichtige Teile der Ausrüstung geklaut worden waren“, erzählt Grittner. Vor allem der Verlust seiner eingelaufenen Wanderschuhe schmerzte. Doch es half kein Hadern: Mit Ersatz-Utensilien ausgerüstet, machten sich die Duisburger mit ihrer Gruppe auf den Weg.

Diese Sechs-Tages-Tour umfasste zwar insgesamt „nur“ 70 Kilometer Fußweg, die zu bewältigenden Höhenmetern zehrten aber schnell an den Kräften. „Auf dem letzten Teilstück mussten wir auf sechs Kilometern Strecke noch 1200 Höhenmeter schaffen. Da ist bei dieser Höhe jeder Schritt anstrengend“, erzählt Grittner. Und de Kruijff ergänzt: „Es war kein Wandern, es war am Ende mehr ein Schleppen.“ Die Höhenkrankheit wegen des niedrigen Sauerstoffgehalts sorgte dafür, dass sich die Teilnehmerzahl unterwegs halbierte. Grittner und de Kruijff zählten zu den Sechsen, die oben ankamen.

Die kalten Nächte auf der Isomatte im Zelt werden beide ebenso wenig vergessen wie den emotional aufwühlenden Moment des Gipfelsturms. Grittner: „Da hatten wir wirklich das Pippi in den Augen.“