Duisburger ergaunern 13.000 Euro mit nicht bezahlten Handys

Teure Handys verkauften zwei Duisburger Telefonverkäufer auf eigene Rechnung, ohne dafür zu bezahlen. So ergaunerten sie 13 000 Euro.
Teure Handys verkauften zwei Duisburger Telefonverkäufer auf eigene Rechnung, ohne dafür zu bezahlen. So ergaunerten sie 13 000 Euro.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die beiden Duisburger Telefonverkäufer kennen den Umgang der Firmen mit Nichtzahlern. Das nutzten sie aus und verkauften Handys auf eigene Rechnung.

Duisburg.. Als „Nichtzahler“ bezeichnen Telekommunikationsunternehmen Menschen, die einen Handy-Vertrag unterschreiben, nur um günstig an Geräte zu kommen. Die verkaufen sie dann weiter, ohne je einen Cent zu bezahlen. Dass dies offenbar in die Preise einkalkuliert ist, nutzten zwei junge Telefonverkäufer eines an der Königstraße ansässigen Franchise-Nehmers aus. Sie verkauften Handys und iPhones auf eigene Rechnung. Dafür standen sie am Freitag vor dem Amtsgericht Duisburg-Stadtmitte.

Zwischen Juli 2013 und Januar 2014 hatten die beiden Angeklagten in 29 Fällen hochwertige Handys und iPhones auf die Seite geschafft. Dafür nutzten sie schlicht die Namen und Daten von Rumänen und Bulgaren, die Verträge abgeschlossen hatten und von ihnen spontan in die Kategorie „Nichtzahler“ eingestuft worden waren, ein zweites Mal. Die so erlangten Geräte trugen der 24-jährige Rheinhauser und ein 22-jähriger Rahmer zu Leihhäusern, wo sie insgesamt rund 13 000 Euro dafür bekamen.

Um die Handy-Nichtzahler kümmert sich keiner

Durch ihre Verteidiger ließen die beiden jungen Männer rückhaltlose Geständnisse vortragen. „Wir wollten eine schnelle Mark machen. Und um die Nichtzahler hat sich doch niemand gekümmert“, sagte der 22-jährige Haupttäter, auf dessen Konto 25 der Taten gingen. Ein Anwalt ergänzte: „Wenn alle das so machen, wollten sie auch daran verdienen.“ Das Risiko hätten die Angeklagten als gering eingestuft. Ihr Pech, dass ein Verkaufsleiter einmal genauer hinsah.

Der 24-Jährige kam mit einer Geldstrafe von 2450 Euro (70 Tagessätze zu je 35 Euro) davon, der Mitangeklagte wurde wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

22-jähriger Duisburger arbeitet immer noch für seinen früheren Arbeitgeber

Pikantes Detail am Rande: Während Bäckereifachverkäuferinnen schon fristlos gekündigt wurde, weil sie altbackene Brötchen verschenkten, arbeitet der 22-Jährige noch immer für seinen früheren Arbeitgeber. Der Schaden wird ihm aber vom Lohn abgezogen.