Duisburger Ehepaar baut Modell des Millerntor-Stadions

Auch die berühmt-berüchtigte Gegengerade des Millerntor-Stadions mit Stehplätzen (unten) und den Sitzplätzen ist im Modell der Familie Tribian aus Duisburg ein absoluter Hingucker.
Auch die berühmt-berüchtigte Gegengerade des Millerntor-Stadions mit Stehplätzen (unten) und den Sitzplätzen ist im Modell der Familie Tribian aus Duisburg ein absoluter Hingucker.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Holger und Veronika Tribian aus Duisburg bauten erst die MSV-Arena im Maßstab 1:100 originalgetreu nach, jetzt ist die Heimat des FC St. Pauli an der Reihe.

Duisburg.. Die alte Nord-Tribüne des Stadions am Millerntor haben Holger und Veronika Tribian schon lange fertiggebaut. Ab Mitte Mai wird sie im Fanshop des FC St. Pauli auf der Reeperbahn ausgestellt – ganz prominent im Schaufenster. Der Rest dieses prächtigen Stadionmodells steht derzeit noch in der Wohnung der Tribians in Alt-Homberg.

Eigentlich ist es fertig. Weil aber das echte Stadion der Kult-Kicker vom Kiez derzeit eine neue Nord-Tribüne erhält, wollten sich die Hobby-Modellbauer nicht lumpen lassen – und bauen nun auch noch diese im Maßstab 1:100 nach. Denn die Tribians haben stets den Anspruch an sich selbst, dass ihre Modelle originalgetreu aussehen. Bis ins allerkleinste Detail. „Und deswegen stehen wir erst bei 75 Prozent“, sagt Holger Tribian (49).

Dies ist mittlerweile die dritte Fußballarena, von der die Tribians ein verkleinertes Ebenbild schaffen. Den Anfang machte das Stadion des tschechischen Klubs Slovan Liberec, der Heimatstadt der 37-jährigen Veronika Tribian. Es folgte der Nachbau der MSV-Arena. Über 5000 Arbeitsstunden oder die Freizeit von drei Jahren steckte das Ehepaar in dieses Modell. Es wurde im März 2013 fertiggestellt und steht seit Juli 2013 als Dauerleihgabe in der oberen Etage der Königsgalerie in der Innenstadt. „Für MSV-Fans ist das ein kleiner Wallfahrtsort geworden. Es gibt so viele, die dort regelmäßig vorbeischauen, um sich das Modell anzusehen“, weiß Holger Tribian.

Gute Zusammenarbeit mit dem FC St. Pauli

Das Basteln an der Heimat der „Zebras“ war noch gar nicht komplett abgeschlossen, da werkelten die Tribians nebenher schon an der Spielstätte des FC St. Pauli. Die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Klub und seinen Fans sei einmalig, schwärmen beide. Perspektivisch soll es seinen Platz im Vereinsmuseum finden, das unter der berühmt-berüchtigten Gegengerade im Millerntor-Stadion errichtet und im Jahr 2017 eröffnet werden soll. „Wir wollen mit dem Modell aber schon im Frühjahr 2016 fertig sein und es dem Verein dann als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen – kostenlos.“

Im Gegenzug hilft der FC St. Pauli aktiv beim Dauerkarten-Verkauf. Ja, als Fan kann man sich auch im Modell seinen Stammplatz sichern. Veronika Tribian bemalt ein entsprechendes Plastikfigürchen ganz nach Wunsch seines Besitzers. In den Farben des Heim- oder Auswärtstrikots. Mit Schal über dem Kopf oder Fahne schwenkend. Als Sitzplatz- oder Stehtribünen-Gast. „Knapp 900 Pauli-Fans haben das schon gemacht“, erzählt Veronika Tribian. „Und jede Woche kommen neue Bestellungen hinzu.“

Fans können sich als Figürchen im Modell verewigen

Ob mal alle Plätze im Modell mit Figürchen belegt sind? „Hier finden knapp 30.000 Platz, also genauso viele, wie Fans ins echte Stadion passen“, sagt Tribian. Ausverkauft wird es am Ende wohl nicht. „Aber ich bin sicher, dass es ein paar Tausend werden.“ Jeder erhält zu seiner Figur eine Dauerkarte fürs Modell. Und der Name wird auf einer Stele verewigt, die später im Museum neben dem Modell stehen soll. Ein Platz für alle Pauli-Ewigkeiten.

Gefertigt wurde das Miniatur-Stadion aus Materialien, die schon bei den beiden Vorgängern benutzt wurden: aus Pappe, aus Kunststoff und zu 98 Prozent aus Holz. „Genauer gesagt aus Kiefernleisten, die wir je nach Bedarf zurechtgeschnitten haben“, erklärt Tribian.

Beim Blick auf das Modell fallen sofort die wunderbaren Kleinigkeiten auf, die den Charme dieses Nachbaus ausmachen. Etwa der kleine Mini, der da unter der Anzeigetafel klebt. Oder der Mannschaftsbus mit dem Totenkopf-Symbol, der vor dem Modelleingang parkt. „Hier kommt noch die Stadion-Kita hin“, zeigt Tribian auf einen Bereich an der Süd-Tribüne. Und während er sein Modell noch einmal mustert, stellt er zufrieden fest: „Das ist ein Kunstwerk.“