Duisburger Dezernent will mehr Bürgernähe statt mehr Opern
07.01.2010 | 06:33 Uhr 2010-01-07T06:33:00+0100Duisburg. Duisburgs Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler sieht in der verstärkten Zusammenarbeit der Städte zwischen Duisburg und Dortmund handfeste Chancen. Weniger Opern, stattdessen mehr Bürgernähe ist sein Rezept. Und dafür nimmt Dressler vor allem die Bürgermeister in die Pflicht.
Zwei Großstadien, zwei Opernhäuser, zwei Theater (die allerdings auf höchstem Niveau), höchsten fünf (aber bedeutsame) Museen, dazu viele stadtteilbezogene, „bürgergetragene” Kultureinrichtungen – das würde nach Einschätzung von Planungsdezernent Jürgen Dressler für die Region zwischen Dortmund und Duisburg als Kultur- und Sportinfrastruktur reichen.
Der Chef der Duisburger Stadtentwicklung reagiert damit auf Vorschläge von Regierungspräsident Jürgen Büssow, der bereits vor zwei Jahren angesichts von klammen Kassen vieler Städte mehr kommunale Zusammenarbeit empfahl.
Seine damalige Liste von Beispielen war ellenlang: Standesamt, Einwohnermeldeamt, Lebensmittelüberwachung, Rechenzentren, Jugendamt, Feuerwehr, Telefonzentralen, Wirtschaftsförderung, Schulen, Wohnungsbau, Sparkasse, Stadtwerke, Bäder, Kultur, Immobilien und Liegenschaften, Finanz- und Personalverwaltung, Kataster und Vermessung, Stadtplanung. Zwei damals genannte konkrete Projekte: eine gemeinsame Volkshochschule von Wuppertal und Remscheid und eine gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle im Bergischen.
Der Bürger soll im Mittelpunkt stehen
An der Spitze zusammenarbeiten und gleichzeitig die Bürgerorientierung verbessern – das ist zumindest für Dressler kein Widerspruch, sogar, wenn's um seinen eigenen Tätigkeitsbereich geht. So kann er sich ein Entwicklungsdezernat für die gesamte Region vorstellen, ergänzt von einer Vielzahl von Stadtteilentwicklern vor Ort.
Den Weg zur verstärkten Zusammenarbeit der Städte zu ebnen, bezeichnete Büssow seinerzeit als „Bringschuld der Politik”. Das sieht Dressler ebenso, zumal der Gesetzgeber dazu bisher ebenso wenig in der Lage gewesen sei wie eine städteübergreifende Initiativen wie „Pro Ruhrgebiet”: „So etwas kann sich nur durch die Klugheit der an der Spitze der Kommunen stehenden Akteure ergeben”, erläutert er augenzwinkernd: „Die Kraft kann nur aus der Region kommen.” Die Oberbürgermeister stünden dabei zu allererst in der Pflicht. Dressler: „Wofür sind die denn da?”
Für Dressler liegen die Vorteile eines Ausbaus regionaler Verantwortung auf der Hand. „Öffentliche Mittel werden weniger für behördliches Handeln und Parallelstrukturen, sondern gezielter für die bürgerschaftlichen Bedürfnisse eingesetzt.”
Ganz neu ist die Zusammenarbeit verschiedener Städte allerdings nicht: Die Oper wird schon lange Jahre zusammen mit Düsseldorf betrieben, ein Kommunales Rechenzentrum in Moers bedient neben Krefeld und den Kreisen Kleve und Wesel auch Duisburg, und die Zusammenarbeit mit Wesel beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt soll schon 2010 weiter ausgebaut werden.

17:49
Duisburger Dezernent will.....
Soweit ich informiert bin, soll dieser Dressler doch nur Baudezernent sein - oder?
Hat der jetzt etwa auch noch den Posten des OB übernommen?
Sein nassforsches Auftreten legt das nahe!
...mehr Bürgernähe statt mehr Opern
Meint der mit Bürgernähe etwa, daß Duisburg endlich einen anständigen Puff bekommen sollte (so wurde Dressler vor Jahren in der WAZ zitiert) und man dann deshalb keine Opern mehr braucht?
Oder ist sein Größenwahn einfach nur noch größer geworden?
16:06
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:25
Herr Dressler, Wir sind Niederrheiner, und keine Ruhrstädter. Wir wollen auch nicht von Essen aus Verwaltet werden. Forderungen von Pro.Ruhrgebiet, nach einen Fughafen Ruhrstadt-West, einem Autokennzeichen für alle Ruhrpottler benötigen wir nicht!
12:54
Was würden Sie tun, wenn Sie als Politiker das Sagen hätten?
Gott sei Dank bin ich keiner. Tatsächlich ist meine Kur kaum umzusetzen. Denn die amerikanische und britische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren stark vom Versicherungs-, Finanz- und Immobiliengeschäft abhängig geworden. Große Teile der Produktion dagegen wurden ausgelagert nach China. Wollte man diesen Prozess umkehren, würden rund 20 Prozent der amerikanischen Bevölkerung unmittelbar arbeitslos werden. Sie machen derzeit nicht nur nichts sinnvolles, sondern vieles was sie tun, ist sogar kontraproduktiv. Der Übergangsprozess würde sehr schwierig werden. Im Sinne von Machiavelli kann man kurzfristig froh sein, dass die radikalen Maßnahmen nicht durchgeführt werden. So jedoch wird es wohl Jahre brauchen, bis klar werden wird, dass die jetzt angewandten Rezepte nicht wirken werden. Erst dann aber lassen sich die Probleme und Ungleichgewichte angehen, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden sind.
http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EE812E98924024354BC1DDBD34A5406C4~ATpl~Ecommon~Sspezial~Afor~Eprint.html
Herr Dressler hat keinen Durchblick.
Wir brauchen Arbeitsplätze, Arbeitsplätze und noch einmal Arbeitsplätze.
Es kann nicht sein dass jeder 5te in Duisburg weiter von Hartz IV leben soll.
Machen Sie mal konkrete Vorschläge Herr Dressler.
Ihr Vorschlag Abbau von Arbeitsplätzen ist erst einmal kontraproduktiv.
12:03
Jürgen Dressler Ziele sind doch klar. Er kocht sein eigenes Süppchen.
Als einer der Unterzeichner der Ruhrstadtgründer fordert er ein separates Ruhrgebiet.
Ein Ruhrgebiet, das nach Ansichten von Pro.Ruhrgebiet nicht mehr Rheinland, Niederrhein oder Westfalen ist.
Somit wünscht der im Rheinland geborene Jürgen Dressler auch keine Zusammenarbeit zwischen den rheinischen Städten Duisburg und Düsseldorf, oder auch Krefeld und dem Kreis Wesel. Ihm geht es doch nur um die Eingemeindung aller Städte von Xanten bis Fröndenberg zu einer Ruhrstadt.
10:37
Sind für diesen Politiker nur die bildungsfernen Menschen Bürger? Will er sich bei den Prolls einschleimen? Weiß er nicht was Kulturlosigkeit für gesellschaftliche Folgen hat? Oder bewirbt er sich um einen Posten bei der Journaille?
10:16
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
10:15
der interlektuelle Zustand der Stadt ist in hervoragender Verfasung!
09:37
Das mit den bedeutsamen Museen finde ich echt amüsant. Ab wann ist ein Museum denn in dem Status?
So eine Labertasche kann doch nur aus Duisburg kommen.
09:34
#12
Sind Ihnen die Bürgerforen im Zusammenhang mit der Planung 2027 bekannt?