Duisburger Busfahrer rettet verunglückter Autofahrerin das Leben

Aus diesem Opel Corsa wurde die Autofahrerin (32) von Kräften der Feuerwehr nach dem Unfall auf der Bergischen Landstraße in Düsseldorf-Hubbelrath schwer verletzt geborgen.
Aus diesem Opel Corsa wurde die Autofahrerin (32) von Kräften der Feuerwehr nach dem Unfall auf der Bergischen Landstraße in Düsseldorf-Hubbelrath schwer verletzt geborgen.
Foto: Schüller
Was wir bereits wissen
Peter Theunißen (37) aus Duisburg löschte nach einem Unfall einen Autobrand – und bewahrte die schwer verletzte Fahrerin vor dem Tod.

Duisburg.. Peter Theunißen atmet auf. „Mir geht es mit jedem Tag besser“, sagt der 37-jährige Duisburger. Vor allem seit er weiß, dass die Frau, die er vor einer Woche vor dem sicheren Unfalltod gerettet hat, auf dem Wege der Besserung ist.

Seit zwölf Jahren arbeitet Theunißen für ein Busunternehmen in Meerbusch, das im Auftrag der Düsseldorfer Rheinbahn fährt. Mittwoch vergangener Woche, am 1. April, war der Großenbaumer Theunißen auf der Buslinie 733 im Einsatz. Um 22.35 Uhr machte er sich von der Zielhaltestelle in Hubbelrath auf den Weg zurück in Richtung Düsseldorfer Zentrum. An Bord: kein einziger Fahrgast. Kaum auf der Landstraße unterwegs, entdeckte er plötzlich auf der Fahrbahn vor sich einen Feuerschein. „Was brennt denn da?!?“, dachte er sich. Als sich der Bus der Stelle näherte, erkannte er im Kegel des Scheinwerferlichts einen völlig deformierten Opel Corsa.

Drei Helfer griffen beherzt ein

„Der Unterboden des Autos brannte“, schildert Theunißen seine Beobachtungen im WAZ-Interview. Instinktiv griff er zum Feuerlöscher neben dem Busfahrersitz, rannte zum Pkw und erstickte mit dem Pulver die Flammen. „Und zwar fein dosiert, immer in kleinen Portionen – so wie ich es damals bei einem Seminar im Rahmen meiner Führerscheinverlängerung gelernt hatte.“

Ein zweiter Retter, der ebenfalls angehalten hatte, alarmierte in dieser Zeit per Handy die Feuerwehr. Er machte Theunißen auf eine weitere Brandstelle aufmerksam – im Motorraum. Als die Flammen erstickt waren, kam noch ein dritter Helfer hinzu. Ein älterer Herr. Und das Trio entdeckte erst jetzt, das hinter dem Steuer des völlig zerstörten Opel Corsa eine Person saß. Eine Frau, die schwerst verletzt über dem Lenkrad kauerte.

Als die Anspannung von ihm abfiel, kam der Schock

Die Frau war bei Bewusstsein. Ihre Ersthelfer sagten, dass die Rettungsteams unterwegs seien. „Uns war sofort klar, dass sie so schlimm eingeklemmt war, dass wir sie nicht allein aus dem Auto befreien konnten“, so Theunißen. Etwa fünf Minuten nach der Alarmierung traf die Feuerwehr dann vor Ort ein. „Ich bin denen entgegengerannt und hab ihnen erklärt, was los ist.“ Die professionellen Retter übernahmen.

Erst jetzt, als die erste Anspannung von ihm abfiel, spürte der Busfahrer den Schock am eigenen Leib. „Meine Hände und Beine haben gezittert. Ich habe erstmal eine geraucht und bin etwas herumgelaufen, um runterzukommen.“ Zurück am Unfallort, lobten alle Sanitäter und Feuerwehrleute die Helfer für ihr beherztes Eingreifen. „Man funktioniert einfach, denkt gar nicht groß nach, was man da gerade tut.“ Doch als eine Rettungskraft ihm bestätigte, dass er der Frau, die sonst an den giftigen Rauchgasen erstickt oder verbrannt wäre, soeben das Leben gerettet habe, da flossen bei Peter Theunißen die Tränen.

Kontakt zur Familie der Verunglückten übers Internet gefunden

Inzwischen sitzt der Busfahrer, der Mitglied der Schützenbruderschaft St. Hubertus Großenbaum 1911 ist, wieder berufsmäßig am Steuer. Und er hat er auch Kontakt zur Familie der verunglückten Frau (32) bekommen. Durch Zufall. Über das Internet. Seitdem weiß er auch, dass die Frau vor einen Baum gerast war, nun aber nicht mehr in Lebensgefahr schwebt. „Und das ist das Wichtigste“, sagt der Retter.