Duisburger Brücken-Baustellen gehen 2016 in nächste Runde

Die neue Brücke des Karl-Lehr-Brückenzuges zwischen Kaßlerfeld und Ruhrort in Duisburg.
Die neue Brücke des Karl-Lehr-Brückenzuges zwischen Kaßlerfeld und Ruhrort in Duisburg.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dem Neubau der Hafen-Überführungen zwischen Ruhrort und Kaßlerfeld soll der Umbau des Kreisels zur Großkreuzung folgen. Investition: 100 Mio Euro.

Duisburg.. Nach dem Bau ist vor dem Bau: Die Brücke über den Duisburger Vinckekanal ist gerade mal seit Sonntag für den Verkehr freigegeben, da drücken die städtischen Planer bei der weiteren Erneuerung des Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzuges zwischen Ruhrort und Kaßlerfeld aufs Tempo. Im kommenden Jahr sollen schon wieder die Bautrupps anrücken, damit bis 2019 die gesamte Nord-Süd-Verbindung erneuert ist.

27.000 Fahrzeuge, davon 3700 Lkw, nutzen den nach einem Amtsvorgänger (1879-1914) benannten Brückenzug täglich, erläuterte Oberbürgermeister Sören Link gestern. Zudem fahre die DVG dort im 15-Minuten-Takt. Die Überführungen über Vinckekanal, Kaiserhafen, Hafenkanal und Ruhr seien von zentraler Bedeutung für den innerstädtischen Verkehr sowie für den Logistikstandort Duisburg.

Eine Brücke ist fast fertig

Eine Brücke ist jetzt (fast) fertig, die über den Kaiserhafen, der längst zugeschüttet wurde, kann durch einen Damm ersetzt werden. Bleiben zwei Brücken zu erneuern, die es dringend nötig haben. Die Stahlkonstruktion über der Ruhr beispielsweise hatte schon eine Vergangenheit in Köln. Sie war Teil der gegen Kriegsende gesprengten Hohenzollernbrücke und kam nach 1945 im Tausch gegen Kohle aus den heimischen Bergwerken nach Duisburg.

Brücken-Sanierung Im Rahmen des 100-Millionen-Euro-Vorhabens der gesamten Brückenzugserneuerung geht es in wenigen Monaten wohl schon weiter mit den Bauarbeiten: „Wir haben die Pläne soweit fertig“, sagte gestern Planungsdezernent Carsten Tum. Noch in diesem Jahr werde man den Brückenbau europaweit ausschreiben, um 2016 bauen zu können.

Ab 2019 soll es dann ausschließlich über Brückenneubauten von der Innenstadt nach Ruhrort gehen. Die Förderbedingungen diktierten den anspruchsvollen Zeitplan, erklärte Tum. Es sei zudem angesichts des Zustands der alten Stahlbauten auch nicht auszuschließen, dass in der Zeit der Neubauten an den alten Brücken noch einmal repariert werden müsse. „Die Monate der freien Fahrt sollten die Menschen jetzt genießen“, rät Link.

Kaßlerfelder Kreisel soll leistungsfähiger werden

Denn danach bleibt es nicht bei Brückenarbeiten. Auch der Kaßlerfelder Kreisel soll im Zuge der Brückenzugserneuerung leistungsfähiger werden. Geplant ist der Umbau zu einer Großkreuzung, wie schon mit dem früheren Mercator-Kreisel am Hauptbahnhof geschehen.

Nicht geplant ist indes, der – bis auf Nacharbeiten – gerade fertiggestellten Vinckekanalbrücke bunte Farbe zu spendieren. Das jetzt gewählte „Industriegrau“, so Tum, passe zur Umgebung mit Gebäuden wie dem 1000-Fenster-Haus. „Man muss nicht alle Brücken bunt machen“, meint der Planungsdezernent.