Duisburger Augenklinik hilft bei Grauem und Grünem Star

Assistenzarzt Ioannis Doulgkeridis  erklärte die Operationsverfahren beim Grauen Star.
Assistenzarzt Ioannis Doulgkeridis erklärte die Operationsverfahren beim Grauen Star.
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Spezialisten der Duisburger Augenklinik in Fahrn informierten beim WAZ-Medizinforum über die Behandlung beim Grauen und Grünen Star.

Duisburg.. Der Graue und Grüne Star sind eine wahre Volkskrankheit. Die Kataraktoperation (Grauer Star) wird allein in Deutschland 700.000 Mal jährlich durchgeführt, weltweit 20 Millionen Mal. Der Grüne Star (Glaukom) ist die zweithäufigste Erblindungsursache neben Diabetes.

Was beide Krankheiten auslöst und wie man sie behandeln kann, erklärten Dr. Mark Tomalla, Chefarzt der Augenklinik, und seine Assistenzärzte Ioannis Doulgkeridis und Aziz Iltümür gemeinsam mit Anästhesist Dr. Karl-Heinz Hauptmeier im WAZ-Medizinforum zum Thema „Grüner Star und Grauer Star“ im Duisburger Niederrhein Klinikum.

Der Grüne Star ist in 90 Prozent der Fälle ein Altersverschleiß des Auges. Auch Medikamente wie Cortison, Strahleneinwirkung, oder Vererbung können Auslöser für die milchige Schicht auf der Linse sein. Das Licht trifft durch die Trübung der Linse nicht mehr gebündelt auf die Netzhaut und führt somit zu Sehstörungen. Betroffene klagen über Probleme beim Lesen, die Umwelt erscheint ihnen unscharf und verschleiert.

Operation bei örtlicher Betäubung möglich

Das Katarakt kann nur durch eine Operation behandelt werden. In der Regel erfolgt die Behandlung ambulant und in den meisten Fällen unter einer kurzen Schlaf-Narkose. Auch eine örtliche Betäubung des Auges ist möglich.

Bevor der Arzt eine neue Kunstlinse implantiert, wird die geschädigte Linse mit einem Ultraschallgerät zerkleinert und abgesaugt. Die modernste Methode der Entfernung ist der 2008 entwickelte so genannte Femtosekundenlaser. Der Laser lässt um die Linse kleine Luftbläschen entstehen, die die betreffende Gewebeschicht präzise an vorherberechneten Stellen trennt, ohne thermische Schäden zu verursachen.

Verschiedene Linsen zur Auswahl

Danach wird eine Kunstlinse (IOL) aus Acryl, Silikon oder Plexiglas eingesetzt. Es stehen eine Vielzahl an Modellen zur Verfügung. Monofokale Linsen sind sehr bewährt, werden von der Krankenkasse übernommen und bieten auch ausreichend UV-Schutz. Allerdings sind sie nur für eine Sichtweite eingestellt und müssen mittels einer Brille korrigiert werden. Zudem kann es zu Verzerrungen an den Sehrändern kommen. Multifokale Linsen gleichen Weit-, Kurz- und Alterssichtigkeit aus und 80 Prozent der Träger sind brillenfrei. Allerdings kommen Patienten oft um Zuzahlungen nicht herum. Torische Linsen helfen zusätzlich bei Hornhautkrümmung. Add-On-Linsen, eine zweite, austauschbare Linse zwischen Kunstlinse und Regenbogenhaut, können die Sicht abermals korrigieren.

Schäden bei Grünem Star irreversibel

Das Glaukom, der „Grüne Star, ist tückisch: Betroffenen fallen die Schädigungen der Sehnerven zunächst nicht auf, zugleich sind die Schäden aber irreversibel.

Beim Glaukom ist der kontinuierliche Wasserfluss im Auge gestört. Dieser reguliert den Augeninnendruck. Ist er erhöht, werden die Gefäße belastet und das Auge wird unzureichend mit Blut versorgt. Dadurch sterben die Gefäße langsam von außen nach innen ab, weswegen das Glaukom erst spät wahrnehmbar ist. Diagnostiziert wird es durch eine Augeninnendruckmessung. „Diese ist nur sinnvoll in Verbindung mit der Messung der Hornhautdicke, da sie den Widerstand verdeutlicht“, rät Dr. Tomalla. Auch eine Gesichtsfelduntersuchung gibt Aufschluss. Dringend rät der Chefarzt zu den Untersuchungen.

Therapiert werden Glaukome zunächst mit Augentropfen, damit der Augeninnendruck reguliert wird. Ebenso empfiehlt Dr. Tomalla eine Laserbehandlung zur Reinigung des Kammerwinkels, damit das Wasser im Auge wieder zirkulieren kann. Zuletzt kann auch ein Austausch der Linse wie beim Grauen Star veranlasst werden, um die Sehfähigkeit zu erhalten. Die Spezialisten raten in jedem Fall zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Augenarzt, da viele verschiedene Faktoren bei Verlauf und Therapie zusammenwirken.

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