Duisburg zeigt wieder Streifen

Die Zebras scharren mit den Hufen und die Spannung steigt: So schön kann Fußball sein – vor allem dann, wenn er erfolgreich ist. Heute ein Sieg gegen Holstein Kiel im ausverkauften Stadion und der MSV ist zurück in der 2. Liga. Wer hätte das gedacht nach dem Crash des Vereins vor zwei Jahren. Auch der Blick auf die Tabelle vor einigen Wochen ließ dieses Herzschlag-Finale nicht ahnen. Mitfiebern, Daumen drücken. Der Spieltag heute zeigt, was möglich ist, wenn eine große Fan-Gemeinde in der Stadt hinter ihrem Verein steht: vom tapferen Dauer-Fan bis zum VIP-Gast, den jetzt auch das Fieber packt. Man hatte es ja fast vergessen nach Lizenzentzug, personeller Stabilisierung der Vereinsspitze und nach Schuldenschnitt mit finanzieller Neuaufstellung: Der MSV ist eine traditionsreiche und bundesweit bekannte Duisburger Marke, ein Verein, mit dem Stadt und Anhänger „Streifen zeigen“ können.

Auch die Stadt hat dem Verein in der Not geholfen und nahm mit der Übernahme des Stadions Risiko und drückende Kostenlast vom MSV. Mehr war nicht drin. Bares Geld etwa hätte sich damals verboten, zumal der Niedergang zum großen Teil selbstverschuldet war. Dass der Rat am Montag die Stadtwerke mit einem 200 Millionen-Kredit unterstützt, ist da kein Widerspruch. Da geht es wirklich um die Zukunftssicherung der Stadt, um ihre kommunale Energieversorgung, um über 4000 Arbeitsplätze, darum, dass Bus und Bahn rollen und nicht um die „schönste Nebensache der Welt“. Wollen Stadt und Politik mit solcherlei Engagement glaubwürdig bleiben, müssen sie allerdings im Kleinen bürgernah sein. Heißt aktuell: Mit Fortdauer des KiTa-Streiks müssen die ohnehin entnervten Eltern für KiTa-Beiträge ohne Gegenleistung entschädigt werden. Da darf man sich nicht hinter Formalismen oder Haushaltsregeln verstecken,

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