Duisburg will sich mehr um die Wirtschaft kümmern

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping besuchte 2013  in Duisburg den Logport-Hafen. Die Kontakt in das Reich d er Mitte will die Duisburger Wirtschaftsförderung jetzt ausbauen.
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping besuchte 2013 in Duisburg den Logport-Hafen. Die Kontakt in das Reich d er Mitte will die Duisburger Wirtschaftsförderung jetzt ausbauen.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Die Duisburger Wirtschaftsförderung will ihre Arbeit intensivieren und bekannter machen und zugleich ihr Auftreten besser vermarkten.

Duisburg.. Der Duisburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft GfW droht nicht das gleiche Schicksal wie der Duisburg Marketing-Gesellschaft DMG – die wird bekanntlich aufgelöst. Doch auch die GfW steht vor durchgreifenden Veränderungen. Sie soll sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, mehr Arbeitsplätze generieren, in Zeiten knapper Kassen effizienter werden und auch ihr Eigenmarketing zur Kundenansprache verbessern.

Das sind Kernaussagen aus dem Arbeitspapier „GfW Duisburg 2018 - zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung in schwierigen Zeiten“, das der Aufsichtsrat der GfW, die von Stadt und Wirtschaft gemeinsam getragen wird, in Auftrag gegeben hatte und das am Montag Grundlage einer Klausurtagung des Aufsichtsrates war. Der Reformdruck ist groß: Nicht zuletzt wegen der Kritik an der Arbeit und der Präsenz der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hatte der Rat bekanntlich den Vertrag mit GfW-Chef Ralf Meurer vorsorglich Ende des Jahres gekündigt und seine Weiterbeschäftigung nach 2015 damit offen gelassen – eine Parallele zum ebenfalls gekündigten DMG-Chef Uwe Gerste.

Neuaufstellung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Immerhin, für das Konzeptpapier zur Neuaufstellung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, das der WAZ vorliegt, trägt GfW-Chef Ralf Meurer mit Prokurist Klaus Wulfert die Autorenverantwortlichkeit. Für die Geschäftsfelder Bestandspflege der heimischen Wirtschaft, Akquisition/Firmenansiedlung, Unternehmensgründung und dem Standortmarketing skizziert die GfW darin ihre Optimierungspotenziale und spart nicht mit Selbstkritik: Durch die breite Angebotspalette leide „das klare Profil“, heißt es in dem Papier. Außerdem seien die Dienstleistungen „nicht ausreichend bekannt und das Eigenmarketing optimierbar“.

Das soll sich ändern. So soll die GfW die Betreuung der Duisburger Wirtschaft intensivieren und ihre Serviceleistungen für die Unternehmen bekannter machen und dabei zugleich neue Standards der Erreichbarkeit und Reaktionszeit festlegen. Durch Unternehmensbefragungen sollen klarer die Anforderungen und Wünsche der Firmen ermittelt werden. Bei der Firmenansiedlung will sich die GfW stärker auf Leitthemen konzentrieren und ihre Branchenschwerpunkte überprüfen. Als Zielfelder nennt das Konzeptpapier den Dienstleistungssektor für Büronutzer , die IT- und Kommunikationstechnik „Industrie 4.0“, die Umwelt- und Energietechnik sowie die Kreativ- und Medienwirtschaft.

Belebung der Gründerwirtschaft

Für die Belebung der Gründerwirtschaft schlägt die GfW die Intensivierung der Gründungsinitiative GRIID vor. Zudem soll die Zusammenarbeit mit der Universität intensiviert und eine PR-Kampagne „High-Tech made in Duisburg“ gestartet werden.

Zur besseren Außendarstellung soll sich die GfW in der Öffentlichkeit und in der Wirtschaft bekannter machen, ihre Service-Angebote besser präsentieren und eigene Erfolge bei Ansiedlungen klarer herausstellen.

Der Blick der Wirtschaftsförderung richtet sich beim Ausbau der Außenwirtschaft vor allem auf China. Die Kontakte mit dem Reich der Mitte sollen intensiviert werden. Dazu soll ein China-Center in Kaßlerfeld etabliert werden.2015 soll es außerdem mit dem Konfuziusinstitut eine großes Chinafest in Duisburg geben. Für 2015 ist ferner eine Delegationsreise in die Millionenmetropole Chongqing geplant.