Duisburg strampelt bei ADFC-Fahrradklima-Test im Mittelmaß

Genervt sind die Radfahrenden vor allem fehlendem Winterdienst für Radwege, von Unterbrechungen durch Baustellen, von geduldetem Parken auf Radwegen, von ungeeigneten Ampelschaltungen.
Genervt sind die Radfahrenden vor allem fehlendem Winterdienst für Radwege, von Unterbrechungen durch Baustellen, von geduldetem Parken auf Radwegen, von ungeeigneten Ampelschaltungen.
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
Bei dem in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Duisburg erneut nur im unteren Mittelfeld auf Platz 29 von 39 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe.

Duisburg.. Bei dem jetzt in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Duisburg erneut nur im unteren Mittelfeld auf Platz 29 von 39 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe. 683 Duisburger hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen.

Unzufrieden sind Duisburgs Radfahrer vor allem mit nicht für den Radverkehr freigegebenen Einbahnstraßen und der mangelhaften Reinigung der Radwege. Lichtblicke gab es dagegen bei der guten Verfügbarkeit von Leihrädern und der guten Erreichbarkeit der Duisburger Innenstadt mit dem Rad.

Stadt soll sich nicht länger herausreden

ADFC-Vorstandsmitglied Michael Kleine-Möllhoff sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt – deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Duisburger auf dem Rad nicht wohler fühlen.“ Der Fahrradklima-Test zeige für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert werde und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlage. Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, z.B. durch für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen oder radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen.

Wenn Duisburg will, so das ADFC-Vorstandsmitglied, dass mehr Menschen aufs Radsteigen und damit etwas Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, dann muss mehr getan werden als nur von Radverkehrsförderung zu reden. Der ständige Hinweis auf die leere Stadtkasse entbinde die Verwaltung zum Beispiel nicht von der Pflicht, die im Jahr 1998 geänderte Straßenverkehrsordnung endlich auch in Duisburg anzuwenden. Der ADFC stehe mit Fachwissen als Dialogpartner bereit.

In dem in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC liegt Duisburg liegt bundesweit auf Platz 29 in der Kategorie der Städte über 200.000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 9 von 15. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2012 hat sich Duisburg aber nicht verbessert.

Über 100.000 Menschen votierten

Im Durchschnitt geben die Duisburger die Note „ausreichend“ für die Fahrradfreundlichkeit. Mehrere Teilnehmer merkten kritisch an, dass Radverkehrsanlagen häufig von Falschparkern versperrt sind. Der mangelhafte Zustand Duisburger Radwege wurde von vielen Teilnehmern kritisiert.

Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, Radfahren mache in Duisburg Spaß aber dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde. Kleine-Möllhoff dazu: „Zugeparkte Radwege können von der Stadt ohne Kostenaufwand geräumt werden. Gerade bei dieser Sicherheitsgefährdung ist die Stadt in der Pflicht zu handeln.“

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2014 zum sechsten Mal durchgeführt. Er wird vom Bundesverkehrsminister im Rahmen des nationalen Radverkehrsplans gefördert. Über 100.000 Menschen stimmten bundesweit ab – dies war eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2012. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.