Duisburg setzt auf Werbeeffekt durch Mercator-Jahr
13.01.2012 | 19:16 Uhr 2012-01-13T19:16:00+0100
Duisburg.Pralinen und Poster, Führungen und Facebook: Im Mercator-Jahr 2012 will Duisburg Marketing (DMG) an die Werbeerfolge des Kulturhauptstadtjahrs anknüpfen. Weil wie gehabt an zusätzliche Mittel aus dem städtischen Etat nicht zu denken ist, bleiben die Möglichkeiten überschaubar.
Für Kulturdezernent Karl Janssen geht es – wie schon 2010, als Duisburg der „Hafen der Kulturhauptstadt“ war – mehr um Identität; da sei der finanzielle Rahmen „vielleicht nicht so entscheidend“.
Ziel sei es, dass Gerhard Mercator als „wichtigster Bürger der Stadt und besondere Persönlichkeit“ stärker mit Duisburg verbunden werde – beide stünden für „Weltoffenheit und Internationalität“.
Broschüre „Auf den Spuren von Gerhard Mercator"
Dem bereits im letzten Sommer vorgestellten Signet , auf dem die beiden Nullen der 500 vom Erd- und Himmelsglobus des berühmten Kartographen dargestellt werden, wird man auf 100 City-Light-Postern, auf 35 großen Sondertafeln im Stadtgebiet und 30 Fahnen auf der Königstraße begegnen.
Ansprechend gestaltet ist die (aus Anzeigen finanzierte) Broschüre „Auf den Spuren von Gerhard Mercator – Zu Gast in Duisburg 2012“ mit Stadtplan, die sich vor allem an auswärtige Besucher richtet. Sie ist in einer Startauflage von 10 000 Exemplaren im BVB-Verlag erschienen und informiert auf den ersten 32 Seiten über Mercator und die Stadt, bevor es zu Veranstaltungen und Angeboten geht. Sie ist kostenlos im Visitorcenter im City-Palais und bald auch in anderen Einrichtungen wie dem Kultur- und Stadthistorischen Museum erhältlich, dessen Besuch zum „Pflichtprogramm“ gehört.
Open-Air-Auftritt des Aktionstheaters „Pan.Optikum“
Im Mittelpunkt des Veranstaltungsprogramms stehen die 34. Akzente unter dem Motto „Gerhard Mercator – Vom Suchen und Finden“, die am 2. März mit einer Open-Air-Auftritt des Aktionstheaters „Pan.Optikum“ eröffnet werden, das den historischen Burgplatz mit der Salvatorkirche, dem Kultur- und Stadthistorischen Museum und dem Festivalzentrum „Mercator-Quartier“ verbindet.
Das leerstehende ehemaligen Berufskolleg soll vom 3. bis 18. März von Theaterleuten, Musikern, Tänzern oder Autoren zu neuem Leben erweckt werden, darunter die katalanische Theatergruppe Kamchatka.
GPS-Führungen
Dazu kommen Führungen, bei denen die Teilnehmer dem Geburtstagskind auf seinem Rundgang durch seine langjährige Heimat, das mittelalterliche Duisburg, folgen. Unterwegs berichtet der in Rupelmonde im heutigen Belgien geborene Kartograph über seine Arbeit und sein Leben. Barbara Mercator plaudert aus dem Nähkästchen des 16. Jahrhunderts mit einem aufsässigen Mönch namens Luther, mit Ketzern und Hexen – und ihrem Mann, der aus dem streng katholischen Flandern ins liberale Duisburg gekommen war. Kinder gehen mit „Gerry“ durch durchs alte Duisburg. Schließlich der Sprung ins digitale Zeitalter: Auch Führungen per GPS-System werden angeboten.
Blog und Facebook-Seite
Auf dem Blog www.gerhard-mercator.de wird ständig über verschiedene Programmpunkte berichtet, die auch noch mehr werden können. So gibt es eine Mercator-Ausstellung im Schifffahrtsmuseum in Rotterdam, die Duisburg gut zu Gesicht stünde. Vielleicht findet sich ja ein Finanzier. Außerdem gibt es die „Fanseite“ www.facebook.com/gerhardmercator.
Und die Pralinen versüßen das Jahr mit Karamell, Mandelnougat, weißer Schokolade und Orange. Die Viererschachtel aus dem Pralinenland Belgien kosten 7,90 Euro.

23:06
...und rechnet mit wieviel Millionen Besuchern ??
22:24
Wen interessiert schon Mercator? Laut RP ist doch Adolf Sauerland der beliebteste Duisburger aller Zeiten. Da wäre doch eher ein Sauerland- als ein Mercator-Jahr angesagt.
(Ironie aus)
20:10
kleiner Tipp, es werden an den Akzenten in der alten Berufsschule auch ca. 38 bildende Künstler teilnehmen. Wäre schön, wenn es nicht ganz untergeht.