Duisburg radelt nur im unteren Mittelmaß

Lichtblick: Das Angebot des Metropolrads wird mit „Gut“ bewertet.
Lichtblick: Das Angebot des Metropolrads wird mit „Gut“ bewertet.
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Was wir bereits wissen
Duisburg liegt im bundesweiten ADFC-Fahrradklimatest nur auf Rang 29 von 39 Städten. Besonders die Beschaffenheit der Radwege wird bemängelt.

Duisburg.. Bei dem bundesweit durchgeführten ADFC-Fahrradklimatest landet Duisburg mit Platz 29 von 39 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe nur im unteren Mittelfeld. Mit besonders schlechten Noten wurde die Stadt in den Bereichen Baustellenführung, Radwegbreite und Falschparkkontrolle auf Radwegen abgestraft.

683 Duisburger haben an der deutschlandweiten Umfrage teilgenommen und die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt mit der Note „ausreichend“ bewertet. „Hinter dem Komma steht im Endeffekt ein besserer Wert, als bei der letzten Umfrage aus dem Jahr 2012. Jetzt muss etwas dafür getan werden, um diesen Trend bestätigen“, fordert Herbert Fürmann, Vorstandssprecher des ADFC-Kreisverbandes Duisburg.

Ungünstige Ampelschaltung für die Radler

Heftig kritisiert wurde von den Radfahrern die ungünstige Ampelschaltung für die Radler und die Qualität des Winterdienstes auf den Radwegen. Zudem empfinden viele die Radwege als zu schmal. In Duisburg hat ein Radweg im Schnitt eine Breite von 1,60 Meter. Beim Sieger des Fahrradklimatests, Münster, liegt die Breite bei durchschnittlich zwei Metern. „Der Grund dafür ist, dass viele Radwege einfach noch aus den Nachkriegsjahren stammen und damals einfach zu knapp bemessen wurden“, erläutert Fürmann.

Bei der Oberflächenbeschaffenheit der Wege schrammt Duisburg nur knapp an der Note „Mangelhaft“ vorbei. „Bei vielen Radwegen holen sich die Baumwurzeln einfach den Platz, den sie brauchen. Dann wird es holprig. Besonders schlimm ist es an der Friedrich-Ebert-Straße in Rheinhausen-Mitte oder auf dem Kalkweg in Wanheimerort“, schildert der Fahrrad-Experte. Auf dem Kalkweg hat die Stadt reagiert und den Radweg vom Bürgersteig auf die Fahrbahn verlegt. „Genauso hat man es auch auf der Schlachthofstraße im Norden geregelt. Aus meiner Sicht ist das sinnvoll und kostengünstig“, bewertet Fürmann.

Falschparkkontrolle auf Radwegen wird bemängelt

In der Umfrage wurde darüber hinaus noch die Falschparkkontrolle auf Radwegen bemängelt. „Häufig drückt das Ordnungsamt da beide Augen zu. Für die Fahrradfahrer entsteht eine Gefahrensituation“, gibt der leidenschaftliche Radfahrer zu bedenken und ergänzt, dass Duisburg auch bei der Baustellenführung noch reichlich Nachholbedarf habe.

Lichtblicke für die Stadt sind die Ergebnisse in den Kategorien Erreichbarkeit des Zentrums und Öffentliche Fahrräder. Dort wird das Angebot des Metropolrads mit „Gut“ benotet. An der weltweit größten Befragung zum Radfahrklima stimmten in ganz Deutschland über 100 000 Menschen ab.

ADFC: Mehr Einbahnstraßen für Radler freigeben

Den Dialog mit der Stadt beschreibt ADFC-Vorstandssprecher Herbert Fürmann als gut. „Zweimal im Jahr setzten wir uns mit dem Umweltamt und dem Planungsdezernat zusammen. Dazu radeln wir jährlich mit dem OB durch die Stadt. Es gibt viele gute Pläne in den Schubladen, doch es fehlt auch am Geld“, so Fürmann.

Ihm brennt jedoch ein kostengünstiger Vorschlag unter den Nägeln: Er fordert, dass mehr Einbahnstraßen für die Radfahrer freigegeben werden sollen, damit dort ein Fahren in beide Richtungen ermöglicht wird.

Mehr Einbahnstraßen für Radfahrer freigegeben

„Vor zehn Jahren haben wir der Stadt eine Liste mit 250 Straßen vorgelegt, bei denen wir diese Regelung als sinnvoll erachten. Leider hat sich da nicht viel getan“, bedauert der ADFC-Experte. Dabei handelt es sich nur um Straßen mit Tempo-30-Beschränkung. „Straßen, auf denen Busverkehr oder Lkw-Verkehr herrscht, sind davon ausgenommen“, schränkt Fürmann ein. Seine Argumente: Der Aufwand für die Stadt wäre relativ gering, die Verbesserung des Radfahrklimas allerdings enorm.

„Eine Einbahnstraße ist ja in den meisten Fällen notwendig, weil die Fahrbahn sehr eng ist und entgegenkommende Autos sich nicht ausweichen können. Fürs Radfahren reicht der Platz jedoch vollkommen aus“, so Fürmann.