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Sex-Steuer

Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein

30.03.2012 | 09:28 Uhr
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
Vor allem die Straßen-Prostitution bereitet der Stadt beim Eintreiben der Sex-Steuer Probleme.Foto: Joachim Kleine-Büning

Duisburg.   Auf der Suche nach Einnahmequellen hatte die Stadt Duisburg im März 2010 das sexuelle Vergnügen im Rotlicht-Milieu im Visier. Für Dienste von Prostituierten wurde eine Steuer eingeführt. Doch in anderthalb Jahren hat die Stadt nur 9000 Euro eingenommen. Jetzt müssen Prostituierte wohl nachzahlen.

Der käufliche Sex sollte die Duisburger Stadtkasse sanieren : Das war eine der unzähligen Maßnahmen, mit denen die Lokalpolitik den Haushalt ausgleichen wollte. Jedes Jahr sollte die neu verordnete Sex-Steuer eine halbe Million in die Stadtkasse spülen. Seit dem 1. Juni 2010 wird die „Vergnügungssteuer auf sexuelle Handlungen“, wie sie im Behördenjargon heißt, erhoben. Wie sich jetzt herausstellt, summieren sich die Einnahmen in anderthalb Jahren auf schlappe 9000 Euro.

Hintergrund sind einige Probleme bei der Umsetzung des politischen Beschlusses. Denn in der Stadtverwaltung ist das Personal längst ausgedünnt. Um die Steuern einzutreiben, fehlten schlicht die Mitarbeiter.

Stadt rechnet dieses Jahr mit 1,55 Millionen Euro

Zunächst musste intern umgeschichtet werden, erst ab Mitte des vergangenen Jahres stand das notwendige Personal zur Verfügung. Seitdem sind zwei Außendienstler unterwegs, besuchen hauptsächlich Clubs und bekannte öffentliche Stellen wie den Zoo-Parkplatz.

Nächstes Problem: Viele Prostituierte waren ihrer steuergesetzlichen Erklärungspflicht einfach nicht nachgekommen. Unter dem Strich stehen daher bis Ende 2011 nur karge 9000 Euro an Sex-Steuereinnahmen.

Steuer-Pflicht für Prostituierte
Selbstberechnung auf amtlichen Vordruck
Selbstberechnung auf amtlichen Vordruck

Die Abgaben sind in der Vergnügungssteuersatzung der Stadt geregelt, mit der Prostitution befasst sich Paragraf 8: Die Sex-Steuer wird „unabhängig von der tatsächlichen zeitlichen Inanspruchnahme und der Anzahl der sexuellen Handlungen“ erhoben und beträgt „für jede/n Prostituierte/n 6,00 Euro pro Veranstaltungstag“. Für jeden Monat legt die Stadt 25 Veranstaltungstage zugrunde. Wer weniger als diese 25 Tage tätig ist, muss das nachweisen. Prostituierte müssen die Steuer selbst berechnen und spätestens 14 Tage nach Monatsende auf einem amtlichen Vordruck einreichen.

Die Steuerpflicht allerdings bleibt bestehen, Prostituierte in Duisburg müssen jetzt wohl nachzahlen. Bei fehlenden Angaben hat die Stadt die Steuern geschätzt und entsprechende Bescheide verschickt. Prostituierte müssen sechs Euro pro „Veranstaltungstag“ zahlen, von denen die Stadt im Monat 25 zugrunde legt. Auf das Jahr gerechnet werden demnach 1800 Euro fällig. Statt der geplanten halben Million Euro sollen deshalb in diesem Jahr inklusive Nachzahlungen stolze 1,55 Millionen Euro an Sex-Steuern in die Stadtkasse fließen.

Während die Situation für die Steuer-Eintreiber in den Etablissements an der Vulkanstraße noch weitgehend überschaubar ist, bleibe es schwierig, die Straßenprostitution in den Griff zu bekommen. Nach Angaben der Stadt wechseln viele Prostituierte öfter den Standort, ohnehin haben nur wenige von ihnen eine Selbsterklärung abgegeben. Dennoch sei es realistisch, dass die Stadt durch die Sex-Steuer rund 600.000 Euro an Einnahmen pro Jahr erwirtschaftet.

Ingo Blazejewski


Kommentare
02.04.2012
10:06
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von Harry.Hirsch | #12

Kann die Stadt sich nicht irgendwo ne CD kaufen mit Duisburger Schwarzgeldkonten? Das wäre doch Personalsparender. Dann müsste man man auch nicht mit nem Bandido im Rücken durchs Rotlichtviertel steuern eintreiben.

02.04.2012
07:54
wie waers mit ner atem steuer?
von OpamitHutamSteuer | #11

schliesslich muss man 7 tage die woche atmen...

jaehrlich gehen milliarden euro an steuereinnahmen verloren weil die finanzaemter hoffnungslos ueberlastet sind - statt nun irgendwelche idiotischen steuern zu erlassen die man mangels mitarbeitern eh nicht eintreiben kann sollte man mehr leute einstellen um einfach die regulaeren steuern einzutreiben?!

31.03.2012
17:31
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von Eva_jenseits_von_Eden | #10

Hmmm... bei einem Sexsteuer-Jahresausgleich bekäme ich vermutlich eine Erstattung

30.03.2012
20:25
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von hajo100 | #9

Die "Pferdchen "laufen doch alle für die Bandidos.Treibt bei denen die Steuer .Am besten mit der Uzi,und die darf auch gerne mal losgehen.

30.03.2012
19:49
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von Andercover | #8

In Duisburg sollte man die Unfähigkeit besteuern, dann könnte man den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung gleich das Gehalt halbieren . Und dann mit einer Korruptionssteuer den Haushalt wieder sanieren ! Die armen Beamten !!

30.03.2012
17:23
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von bvb_forever | #7

So etwas wie diese Sex-Steuer nennt man Zuhälterei

30.03.2012
17:12
Klappt eigentlich irgendetwas
von PSorensen | #6

in dieser Stadt?

30.03.2012
16:15
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von Dilbert | #5

Da bekommt der Begriff "schwarzes Loch" eine völlig neue Bedeutung..

2 Antworten
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von Verkannt | #5-1

Ob es funktioniert das Steuerloch so zu stopfen? Saufen für den Regenwald, ****** für die Stadtkasse.

Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von buntspecht2 | #5-2

#3 Gut überlegt

30.03.2012
12:54
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein - Prostituierte müssen nachzahlen
von Hansi69 | #4

Wenn man nicht tausende von euro in die Sozialeinwanderung (siehe Hochfeld) pumpen würde, bräuchte man solche Einnahmequellen nicht.

3 Antworten
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von berechtigter_Zweifel | #4-1

Was schreiben Sie da für einen unendlichen blödsinn?
Unreflektierte Ausländerfeindlichkeit führt häufig zu Fehlschlüssen.
Die Neuzuwanderer z.B. aus Rumänien kriegen kein Arbeitslosengeld und niemand pumpt da städtische Gelder rein. Warum behaupten sie so etwas?
Dass die zugewanderten Damen, die sich prostituieren, auch Steuern zahlen müssen, hat ihnen vielleicht noch niemand erzählt.

Wenn mal alle ihre Steuern zahlen würden, dann wären Stadt und Staat vielleicht weniger pleite.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von simmes | #4-3

Und die muss als "Argument" gegen grundsätzlich alle Missstände dieser Welt herhalten.
:-(

30.03.2012
11:01
Automaten, eine Lösung?
von AusHamborn | #3

Also es ist klar, dass dieses Fiasko an freien Luft kommen musste!?

Warum macht man es nicht wie in anderen Städten bzw. Ländern?

Hier ziehen die Damen für den Tag an dem sie arbeiten ein Ticket an einem Automaten. Damit ist die Steuer abgegolten und wer "ohne" erwischt wird, darf mit einer Strafe bzw. Schätzung rechnen.

So einfach kann es gehen. Natürlich muss auch kontrolliert werden... Ordnungsamt oder Zoll in Zivil kontrollieren... Ich glaube nicht das der Staat so Zahllos ist........

1 Antwort
Duisburg nimmt durch Sex-Steuer schlappe 9000 Euro ein
von der_knorke | #3-1

diese stadt hier war schon immer "etwas anders" als andere städte.
also warum einfach wie in anderen städten wenns auch auf umwegen geht....und die die dort schaffen gehen sind ruckizucki wieder wech und von denen ist dann nix mehr zu holen.... selber schuld liebe stadt duisburg....

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