Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Bußgeld

Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn

30.08.2010 | 18:17 Uhr
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn

Duisburg.Die Stadt Duisburg macht mit Knöllchen und Blitzern Gewinn. Im Gegensatz zu anderen Kommunen sind die Strafzettel kein Verlustgeschäft, sondern bringen Bares in die Stadtkasse.

Auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden sich schon mal über eine „Knolle“ geärgert haben, die ihnen ein Kollege verpasst hat. Selbst Polizisten hat es schon getroffen. Beide Berufsgruppen, so sollte man meinen, müssten eigentlich wissen, wo man ungestraft halten oder parken darf. Und doch passiert ihnen das, was jeder Autofahrer kennt: Mal eben nur zum Arzt, mal eben den Koffer der Oma einladen, mal eben dies, mal eben das – und schon prangt die „Knolle“ an der Windschutzscheibe.

Das kostet Nerven und vor allem Geld. Doch der Duisburger Kämmerer kann sich die Hände reiben: Im Gegensatz zu anderen Kommunen sind die „Knollen“ in Duisburg kein Zuschussgeschäft. Peter Hilbrands, Sprecher der Stadt: „Im letzten Jahr wurden im Bereich Ruhender Verkehr 4,666 Millionen Euro eingenommen. Dem standen 3,258 Millionen an Ausgaben für 36 Politessen und zwölf Sachbearbeiter gegenüber.“

Überschuss auch bei Blitzern

Einen Überschuss gab es auch bei den kommunalen Geschwindigkeitskontrollen. „Die laufenden Ausgaben für neun Mitarbeiter in den Fahrzeugen und zwei Sachbearbeiter betrugen 967 000 Euro, die Einnahmen durch Bußgelder 1,447 Mio Euro.“ Bleibt aus beiden Bereichen zusammen also ein satter Gewinn von über 1,7 Mio Euro.

Andere Städte haben da mehr Probleme: Nach einem Zeitungsbericht wurden zum Beispiel in Mönchengladbach im vergangenen Jahr 108 168 Strafzettel verteilt, was der Stadt rund 1,24 Millionen Euro einbrachte, die Kosten für Personal und Bearbeitung lagen jedoch bei 1,35 Millionen Euro. Damit machte Mönchengladbach über 108 000 Euro „Verlust“. Ähnlich sieht auch die Situation in unserer Nachbarstadt Krefeld aus. Dort wurden 135 000 „Knollen“ verteilt, was 1,93 Millionen Euro in die Stadtkasse spülte. Doch der Aufwand lag bei weitem höher: Knapp 2,5 Millionen Euro kosteten Personaleinsatz und Bearbeitung.

Nur wenige Städte machen Gewinn

Auch Hilden macht dem Bericht nach keine Ausnahme: 455 000 Euro Kosten stehen Einnahmen von 322 000 Euro gegenüber. Nur in der Landeshauptstadt Düsseldorf kann sich der Kämmerer entspannt zurücklehnen, weil sich Einnahmen und Ausgaben nahezu gleich kommen, wie Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann zu Protokoll gab. 440 600 Verwarnungen wurden 2009 ausgesprochen. In diesem Jahr seien es bereits 295 000, was am Ende einer größeren Einnahme entsprechen wird. Allerdings wurde in Düsseldorf in diesem Jahr auch mehr Personal auf die Straße geschickt, was den zu erwartenden Gewinn wieder schrumpfen lassen wird.

Weitere Einnahmen für die Duisburger Haushaltskasse versprechen nun die geplanten „Starenkästen“ auf den Autobahnen im Duisburger Stadtgebiet. Und die sind auch im Haushaltssicherungskonzept von Rot-Rot-Grün weiterhin zumindest für die A 59 geplant. Weitere Maßnahmen sind nicht auszuschließen.

Alfons Winterseel

Facebook
 
Kommentare
13.09.2011
11:10
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von diddi04 | #44

All Diejenigen von Euch, die nicht mal ein Verkehrsschild übersehen haben und dadurch statt 80 Km/h halt 100 gefahren sind, werfet den ersten Stein.

Das kann doch wirklich nicht Euer ernst sein! Ich bezeichne mich wirklich nicht als Raser. Und trotzdem werde ich ständig geblitzt. Ist es denn wirklich soooo schlimm, sich den Verkehrsbedingungen anzupassen und bei freier Autobahn statt 80 mal eben 120 zu fahren? Wir haben doch alle Hirn im Kopf oder nicht? Brauchen wir wirklich immer Verkehrsschilder, die uns sagen, dass wir auf einer 3-spurigen Trasse 80 fahren müssen?

Denkt mal darüber nach. Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen sein. Aber sinnloses Herunterdrosseln, weil die folgende Brücke so schön für einen Blitzer geeignet ist, halte ich für pure Abzocke!

Jetzt habe ich einen Strafzettel bekommen, weil ich im Auto angerufen wurde (wichtiges Geschäftsgespräch). Da die Freisprecheinrichtung nicht funktionierte, bin ich rechts ran gefahren und hab mich vor ein parkendes Auto gestellt. Das waren gerade mal 2 Minuten, dann bin ich weiter gefahren. Ich hab die Politesse 15-20 Meter weiter noch aus dem Augenwinkel gesehen (schrieb gerade einen anderen Schwerverbrecher auf).

Jetzt muss ich löhnen, weil ich 2 Min. im absoluten Halteverbot stand. Das ist lächerlich und kleinkariert. Da war nichts, was dieses Verbot rechtfertigen würde. Hauptsache Schilder aufbauen, um abzocken zu können.

Wenn ich jetzt Kommentare lese, die scheinheilig mit dem Finger zeigen und meinen: Da müsst Ihr besser aufpassen, dann wird mir schlecht. Irgendwann kriegen sie Euch auch dran ;)

Ich finde, die Städte sollten sich wieder darauf besinnen, dort zu reglementieren, wo es wichtig und sinnig ist, z.B. wo vermehrt Unfälle durch Raserei passieren. Oder halt an Schulen/Kindergärten.

Die Bußgeldeinnahmen sollten nicht direkt in die Hände der Stadt gelangen, sondern z.B. in den Straßenbau fließen. Dann wird vielleicht wieder sinnvoll kontrolliert.

Nicht mehr ganz so freundliche Grüße
-Diddi04-

02.09.2010
13:37
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von Thomas Schmitt | #43

€baff

Bei mir sind es 10.000 Euro, ich weiß allerdings nicht wieviel es bei Ihnen ist. Wahrscheinlich erheblich weniger weil Sie die Bedeutung des Wortes Durchschnittlich nicht zu kennen scheinen.

@eiwoisserden (denn schreibt man allerdings mit zwei n)
Mann/Frau muss sich ja nicht anpöbeln lassen wenn man schick studiert wie sie es formulieren würden und man dann auf dem 1. Arbeitsmarkt unterkommt.

02.09.2010
13:22
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von eiwoisserden | #42

33 von Thomas Schmitt , am 01.09.2010 um 12:47

scherzkecks!!!! bei der stadt bekommt der sachbearbeiter im buero ein schickes gehalt abba keine 5,2
die sich die hacken ablaufen bei wind und wetter und sich auch noch ( zum teil ) anpoebeln lassen muessen bei weitem nicht

ein fleisiger knoellchensammler

und irgendwelche muessen ja das gehalt unseres ob verdienen!!!!

02.09.2010
13:05
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von Tummam | #41

An #11 von mistermajestix

Sie möchten eine Mischung aus einem Pott? Was meinen Sie denn für einen Pott? Pott Kaffee? Suppenpott? Pott-Ugal? Pott-Au-Prince?

Willkommen im 21 Jhdt, Stahkochen ist out an der Ruhr!

02.09.2010
13:00
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von Tummam | #40

Stellen wir uns vor, alle würden sich an die StVO halten. Vorschriftsmäßig parken, angepasste Geschwindigkeit, Rücksichtnahme.
Das beste Mittel, um den Städten diesen Geldhahn zuzudrehen haben wir alle selbst in der Hand. Wer dieses Mittel nicht nutzt, hat eben Pech gehabt. Doofheif muss bestraft werden!!!

02.09.2010
11:39
Blockierter Kommentar.
von Sven Traube | #39

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

02.09.2010
11:39
Blockierter Kommentar.
von Sven Traube | #38

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

02.09.2010
09:16
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von Flomon | #37

Hab letztens auch 25 € kassiert. 2 Minuten nach dem das Auto dort stand wurde das Knöllchen ausgestellt. Auf einem Parkstreifen der in der rechten Hälfte das Parken mit Parkscheibe erlaubt und in der linken Hälfte das Parken nuz mit Anwohnerparkausweis. Dummerweise habe ich wohl das Schild übersehen welches irgendwo mittig auf dem Gehweg steht und dies anzeigen soll. Na ja, jetzt weiß ichs ja.

Möchte im übrigen auch Mitarbeiter im Bereich Ruhender Verkehr werden. Die haben laut den Zahlen da oben ein Durchschnittsgehalt von Brutto über 5000 €!

02.09.2010
00:36
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von Leckerchen | #36

Irgendwo muss das Geld schließlich herkommen.

Die LoPa hats schließlich nicht gebracht.

01.09.2010
19:18
Duisburg macht mit Knöllchen Gewinn
von baff | #35

Irgendwie habe ich heute abend ein Problem mit dem Wort monatlich... :o)

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3629694/create

Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest in Großenbaum
Bildgalerie
Schützenfest
Kanu Worldcup
Bildgalerie
Wassersport
Aus dem Ressort
Feuerwehr rettet vier Menschen aus brennendem Haus
Wohnungsbrand
Die Feuerwehr Duisburg hat am Montagabend vier Menschen aus einem brennenden Haus in Kaßlerfeld gerettet. Das Treppenhaus war verqualmt, die Bewohner gelangten über Drehleitern ins Freie. Eine Frau wurde leicht verletzt.
Bürgerlich-Liberale wollen im Rathaus die Chefs einsparen
Sparpaket
In der Diskussion über das Sparpaket in Duisburg kamen die Bürgerlich-Liberalen auf die Idee, doch im Rathaus Geld zu sparen. Und zwar nicht bei den „Indianern“, sondern bei den „Häuptlingen“. Ein Stellvertreter müsse bei den Bezirksbürgermeistern und beim OB reichen, so die Wählergemeinschaft.