Duisburg ist seit der Loveparade eine gespaltene Stadt
30.10.2011 | 14:56 Uhr 2011-10-30T14:56:00+0100
Duisburg. Seit der Loveparade-Katastrophe sind die Fronten in Duisburg verhärtet. Das Abwahlverfahren ist aber kein Lagerwahlkampf bei dem das Parteibuch eine Rolle spielt. Hier geht es um die sachliche Einordnung, ob ein Oberbürgermeister noch in der Lage ist, sein Amt auszuüben.
Nun zählen sie also fleißig, die Menschen im Wahlamt. Sie zählen, wie viele der knapp 80.000 Menschen , die sich mit ihrer Unterschrift für die Einleitung eines Abwahlverfahrens gegen OB Sauerland ausgesprochen haben, teilnahmeberechtigt sind. Die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ ist sich sicher, dass trotz fehlender Hausnummern bei einigen Adressangaben sowie Unterzeichnern aus Nachbarstädten, die alle von den Listen gestrichen werden , am Ende die erforderliche Anzahl von 55.000 Unterschriften bleibt.
In dieser Stadt waren die Fronten aber schon vorher verhärtet. Hier die Kritiker Sauerlands, die die Stadt seit der Loveparade-Katastrophe als „führungslos und im Lähmungszustand dämmernd “ beschreiben. Dort seine Befürworter, die eine Kampagne gegen das Stadtoberhaupt wittern und hinter der Initiative parteipolitisches Interesse vermuten. Diese Gruppen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Ein Keil spaltet Bevölkerung und Stadt. Jede Sachdiskussion wird durch diesen Grundkonflikt überlagert. Sollte das bis zum regulären Ende von Sauerlands Amtszeit in 2015 so bleiben, stünden der Stadt weitere vier Jahre dieses Zustands bevor. Eine Katastrophe!
Ist ein OB noch in der Lage, sein Amt auszuüben
Menschen und Medien, die von außen auf Duisburg blicken, haben sich in ihrer Einschätzung mehrheitlich auf die Seite der Sauerland-Gegner gestellt. Die „Süddeutsche Zeitung“ nannte ihn „OB Schäbig“ und warf ihm fehlende Demut vor den Opfern und den Vorwürfen seiner Kritiker vor. Die Nordwest-Zeitung in Oldenburg kommentierte, „es sei höchste Zeit für den OB zu gehen“. Und die „Frankfurter Allgemeine“ hielt ihm vor, dass Sauerland, „statt seiner Stadt als Tröster zu dienen“, er sich „mit ungeschickten Worten aus der Affäre zu ziehen“ versuchte.
Sollte es zum Abwahlverfahren kommen, sei nochmals klargestellt: Hier geht es nicht um SPD oder CDU . Es ist kein Lagerwahlkampf . Hier geht es um die sachliche Einordnung, ob ein Oberbürgermeister – egal, welches Parteibuch er hat – noch in der Lage ist, sein Amt auszuüben. Natürlich wird von mancher Seite versucht, die parteipolitische Karte als vermeintlichen Trumpf ins Spiel zu bringen. Dieser leicht zu durchschauende Emotionalisierungsversuch wird scheitern. Die Bürger werden eine Entscheidung nach Herz und Verstand fällen . Und diese werden dann alle zu akzeptieren haben. Auch der OB.

14:16
Klar doch:
"Wirtschaftlich ist das schon heute eine gute Veranstaltung gewesen."
Woher wissen Sie das?
Die LP war eine Werbeveranstaltung. Sie war umsonst für die Leute, die da in Scharen kamen. Und das bisschen Hammhamm war umsatzmäßig nicht der Rede wert.
Jedes Rockkonzert bringt mehr ein.
Und Sie, Herr Kohlhaas, glauben jetzt, die Werbeveranstaltung war ein Erfolg?
Sie können davon ausgehen, dass es niemand gut findet, dass 21 Menschen starben.
Nun beschädigen Sie aber, wahrscheinlich aus Unkenntnis, die DMG, die den Supervertrag mit der Cateringfirma schloss. Da werden mit Sicherheit keine Verträge abgeschlossen, die nichts einbringen, oder?
Ihre Feststellung, dass niemand den Tod von 21 jungen Menschen gutheisst, stimmt mich allerdings wieder freundlicher.
13:11
Meines Erachtens kann AS nunmehr bleiben. Die politische Hygiene, die Demokratie, die Parteien und was weiß ich noch was sind auf einem neuen Stand. Und ich glaube es geht noch mehr. AS wird hinterher als der OB darstehen, der geblieben ist weil sich kein Anderer fand der dieses Amt ausüben wollte oder konnte.
21 junge Menschen starben und hunderte wurden verletzt oder traumatisiert. Das alles wird unter dem Titel "Ein bisschen Schwund ist immer" laufen. Wirtschaftlich ist das schon heute eine gute Veranstaltung gewesen.
Als auf der Pressekonferenz drei Journalisten die angedachten Massen kritisch hinterfragten, wurden die als Bedenkenträger und Partykiller von AS,Pocher und Co. abgetan. Die Presse hat doch das Gelände von oben einsehen können. Übrigens, auch die WR war auf dieser PK.
Aber heute wollen die kritischen Journalisten den Duisburgern den Spaß nicht mehr verderben. Auch eine negative PR ist eine PR, sagt der US-Amerikaner.
13:05
in Duisburg und Dusselburg, je nach Sichtweise.
10:59
Dann wandere ich in die Türkei aus
10:44
das Sauerland der BI ein Schnippchen schlägt und sich mit Glanz und Gloria wiederwählen lässt.
08:11
Jetzt geht die Klopperei in der Jungen Union Duisburg wieder los, wer die Kreuzfahrt antreten darf :-
Andere Frage: bis wann sollte das dubiose "Duisburg sucht den Superstar" bei der RP eigentlich dauern ? Oder ist die Bekanntgabe zu vergleichen mit Wahlen in Diktaturen, wo direkt nach Schließung der Wahllokale schon der Sieger proklamiert wird ?
Dieser Brückentag beginnt wirklich mit einer Prise Heiterkeit, danke RP, danke JU .
Zitat:
Herzlichen Glückwunsch Herr Sauerland.
So wie Sie die Stadt geeinigt haben, wie Sie Ihr Versprechen, im Amt zu bleiben, um persönlich die Ereignisse der LP aufzuklären, umgesetzt haben, wie Sie zum Wohle der Bürger Ihr Amt mit einer herzlichen Wärme ausüben, wie Sie sinnvoll mal eben €420.000,- in den Ruf der Stadt investieren, das hat schon Klasse.
Ich hoffe, Sie nehmen diese wertvolle Ehrung in aller Öffentlichkeit entgegen, damit wir dankbaren Bürger Sie angemessen huldigen können.
Die Suche nach dem "Superstar" ist beendet. Laut RP hat Sauerland gewonnen.
Ich will zunächst einmal sagen, dass ich Sauerland nicht vorgeschlagen und auch nicht bei RP-Online gewählt habe, da ich meine, dass es Andere gibt, die den Titel wirklich verdienen.
Bevor das Gejaule jetzt los geht, sollte man erst einen Moment inne halten und überlegen, ob das Ergebnis nicht auch eine Konsequenz aus der Medienkampanie der WAZ Mediengruppe ist.
Doch glaube ich auch, dass die Wahl das zeigt, was viele Sauerlandkritiker gerne leugnen. Es gibt in Duisburg eine ganze Menge Menschen, die eine andere Sicht auf Sauerland haben. Ich stimme derWesten insoweit zu, dass Duisburg gespalten ist. Ich sehe aber nicht die zwei gegnerischen Parteien, sondern sogar mindestens drei. Zu denen, die Sauerland ablehnen und denen, die Sauerland zustimmen, gibt es eine nicht zu unterschätzende Gruppe, denen das Ganze am Ar... vorbei geht. Sie wollen eine Stadt, die nicht mehr die heruntergekommene Stadt ist. Sie wollen eine Stadt, die vorankommt. Viele davon sehen, dass die Stadt sich unter Sauerland stärker verändert hat als in den Jahren davor. Viele davon finden es gut und wollen, dass es weiter geht.
Das Denken der Bürger auf das Ereignis der LP zu reduzieren ist kurzsichtig und dumm. Die Probleme sind andere und bei dem Herangehen an die Lösung der Probleme hat sich nicht die CDU aber auch nicht die anderen Parteien bisher mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil. Bei Allem, was man aus Rat und Stadt hört wird nur klar, dass keinerlei Konzepte da sind, dass immer nur herumgewurschtelt wird und, dass Zusammenarbeit der Parteien nicht in Sicht ist.
Solange sich dies nicht ändert, kann der OB heißen wie er will, es werden sich die Zustände nicht verbessern.
von kikimurks
da Sie sich ja hier immer als der Allwissende darstellen, ist es Ihnen sicherlich ein Leichtes, auch die Zahl derer die den Oberbürgermeister hier als den „Besten“ gewählt haben, zu nennen. .-
Also wie viel RP-Leser haben für ihn, wie viel RP-Leser haben gegen ihn gestimmt?
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07:09
Wie kann Duisburg eine gespaltene Stadt sein? Nach einer Umfrage einer anerkannt überparteilichen Zeitung ist unser OB der "beste Duisburger".
http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/duisburg/nachrichten/die-gewinner-stehen-fest-1.2534090
Müssen wir Sauerland-Gegner jetzt Abbitte leisten? ;-
aber warum stellt er sich dann nicht der Wiederwahl. So kann er der BI mit ihren 79999 gefälschten Unterschriften beweisen was die Duisburger wirklich von ihm halten.
Vielleicht dachten auch viele,die abgestimmt haben, dieses wäre bereits das Abwahlverfahren.
Danke für den link, habe mich köstlich amüsiert.
03:20
Klar hat Sauerland versagt, nachdem er feststellen musste, dass die Meute kaum, dass überhaupt der Hergang des Unglücks genau bekannt war, über ihn herfielen wie die Wölfe.
Es bedarf allerdings einer Prise Menschenkenntnis, dass er sich genau so verhalten hat, wie sich jeder Einzelne des Großteils der Meute in seiner Position verhalten hätte.
Ihre Unterstellung, dass AS sich so verhalten hat, wie jeder Andere es getan hätte, ist nicht nur infam, sondern auch dämlich und hat mit Menschenkenntnis nun so gar nichts zu tun. Selbst unter wenig charakterstarken Menschen werden Sie lange suchen müssen, um jemanden zu finden, der Blut an den Händen hat und sich damit zum Opfer erklärt. Sogar schlichteste Menschen kondolieren trauernden Familien, es sei denn, es ist ihnen nicht möglich, weil sie selbst den Tod des Familienmitgliedes verursacht haben. Denken Sie einfach noch einmal nach.
03:16
Ich bin dafür, dass es "aufs" Sauerland heißt, also ohne Idiotenapostroph-
22:14
Ich bin auch für´s Sauerland. Ich kann dort wandern, die Landschaft und die Ruhe genießen. Eine anziehende Landschaft, vor allen Dingen in der jetzigen Jahreszeit.
Ein bisschen Schade allerdings, dass der Begriff "Sauerland" auch negativ besetzt ist.
So will ich hoffen, dass spätestens nächstes Jahr A.S. nur noch Geschichte ist. Allerdings eins wird er bleiben, der unbestrittenste Oberbürgermeister den Duisburg, den NRW, ja wahrscheinlich unsere Republik jemals hatte.