Duisburg ist jetzt auch offiziell „europaaktiv“

Duisburg darf sich mit einem neuen Titel schmücken: Dass die Stadt eine „Europaaktive Kommune in Nordrhein-Westfalen“ ist, soll künftig auch auf einer Plakette an einem „öffentlich sichtbaren Ort“ zu lesen sein. Die Plakette und die Auszeichnungsurkunde überreichte NRW-Europaministerin Angelica Schwall-Düren gestern bei einem Festakt im Rathaus an Oberbürgermeister Sören Link.

„Diese Plakette zeigt deutlich sichtbar: Europa wird in Duisburg großgeschrieben“, sagte die Ministerin und fügte auch gleich die Gründe an, warum Duisburg in diesem Jahr eine von sieben Preisträger-Kommunen ist: Die Stadt arbeite sehr eng mit ihren Partnern in der Euregio Rhein-Waal zusammen, organisiere mit dem Europe Direct Informationszentrum, Schulen, der Uni und der VHS zahlreiche Infoveranstaltungen wie die Planspielreihe „Europa an die Schulen“, die künftig auch über die Stadtgrenzen hinaus angeboten werden soll.

Auch das Handlungskonzept zum Umgang mit der Zuwanderung aus Südosteuropa hob die Ministerin hervor: „Das Konzept verfolgt bewusst einen ganzheitlichen Ansatz mit dem Ziel, alle gesellschaftspolitischen Akteure breit zu beteiligen. Mit seinem Europa-Engagement kann Duisburg anderen Städten und Gemeinden als Vorbild dienen“, sagte Schwall-Düren vor Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft sowie einer Delegation aus der niederländischen Stadt Nimwegen.

OB Link nannte den Titel Motivation und Verpflichtung zugleich: „Die Auszeichnung macht Mut zur Fortführung der Anstrengungen zur internationalen Positionierung der Stadt.“ Die Europäische Integration sei erst vor kurzem per Ratsbeschluss zu einem „zentralen Querschnittsziel“ des Zukunftsprojektes Duisburg 2027 erklärt worden.

Weiter in die Vergangenheit gibt Laudator Dr. Klaus Hänsch zurück, der von 1994 bis 1997 Präsident des Europäischen Parlamentes war: „Europa als Idee für ein kommunales Leitbild“ habe bereits mit der Schließung des Krupp-Stahlwerkes 1989 in Rheinhausen seine Geburtsstunde erlebt, sagte Hänsch. Das Ereignis sei Auslöser für eine übergreifende Europastrategie gewesen, Duisburg habe seinerzeit zu den ersten Kommunen in Deutschland gehört, die einen Fachbereich einrichteten, in dem die Aktivitäten einer international ausgerichteten Stadtverwaltung gebündelt wurden. Deshalb habe Hänsch bereits 1995 der Stadt den Status einer europaaktiven Kommune attestiert.

Der zur Auszeichnung angereiste Bürgermeister Nimwegens, Hubert Bruls, verwies auf die grenzübergreifende Zusammenarbeit Duisburgs im Zweckverband Euregio-Rhein-Waal seit 1993. Zwei Jahrzehnte später seien heute die beiden niederländischen und deutschen Ballungsräume vernetzter denn je. Zwei Drittel der deutschen Im- und Exporte per Container liefen über die Rhein-Waal-Schiene. Dabei habe sich Duisburg zu einer logistischen Drehscheibe für die Nordseehäfen Belgiens und der Niederlande entwickelt.

In diesem Zusammenhang begrüßte Bruls die sich seit 2013 intensivierenden grenzübergreifenden Kooperationen und die durch die Euregio geförderten Projekte beider Städte.