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Kulturhauptstadt

Duisburg hisst die Kultur-Segel

16.12.2009 | 10:00 Uhr
Duisburg hisst die Kultur-Segel

70 Projekte mit rund 500 Einzelveranstaltungen erwarten die Besucher zum Kulturhauptstadtjahr. 75 Seiten dick ist die Mattglanzbroschüre dazu.

Als „Hafen der Kulturhauptstadt” segelt Duisburg im nächsten Jahr unter der Flagge der Metropole Ruhr.2010. Nach langen Vorbereitungen wurde gestern das Duisburger Programm für das Kulturhauptstadtjahr vorgestellt. Es umfasst mehr als 70 Projekte mit mehr als 500 Einzelveranstaltungen. Da kommt ganz schön was auf die hiesigen Kulturfreunde zu.

Die 75 Seiten umfassende Mattglanzbroschüre ziert ein Foto von Frank Hohmann, eine nächtlicher Blick auf die Stelle, wo Rhein und Ruhr zusammenfließen, markant hervorgehoben durch die weithin sichtbare Skultpur Rheinorange. Denn bei allem indentitätsstiftenden Kooperationswillen, den die 53 Städte und Gemeinden an den Tag legen als Region, die den Zuschlag für das Gütesiegel Kulturhauptstadt 2010 erhalten hat, geht es auch um die Betonung der eigenen Identität. Und die ist in Duisburg nun mal geprägt durch die beiden Lebensadern Rhein und Ruhr, den zweitgrößten Binnenhafen der Welt und die Schwerindustrie. Doch auch der Wandel der Stadt manifestiert sich deutlich erkennbar am Wasser: im Innenhafen.

Folgerichtig werden Flüsse, Häfen, der Hafenstadtteil Ruhrort, aber auch der Landschaftspark Nord die Stätten sein, an denen sich die kulturellen Ereigniss im kommenden Jahr konzentrieren.

Orientierungshilfe bietet das Gesamtprogramm, das sich in zwei Teile gliedert. Im ersten werden nachhaltige Projekte, Projekte am Wasser und Kooperationen mit anderen Städten vorgestellt. Der zweite Teil listet weitere Projekte chronologisch auf und gibt mit einem Kalender inklusive Seitenhinweisen einen guten Leifaden durch das ereignisreiche Jahr an die Hand.

Zu den nachhaltigen Projekten zählen die städtischen Organisatoren den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle, der wohl 2010 nicht fertiggestellt wird, den Bau des Landesarchivs, die Landmarke Angerpark, aber auch das Besucherzentrum im City Palais, das im Januar öffnen soll, und die Umgestaltung der Mercatorinsel in eine Kulturinsel, zumindest an der Spitze.

Zu den spektakulärsten Veranstaltungen gehört sicherlich der „Day of Song”am 5. Juni, der mit einem gemeinsamen Lied um 12.10 Uhr rund um den König-Heinrich-Platz beginnt und mit dem Gesang von 65 000 Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet in der Gelsenkirchener Arena ausklingen soll. Furore machen wird auch die längste Tafel der Welt auf der A 40 am 18. Juli, für die Duisburg 200 Tische zwischen Kreuz Kaiserberg und der Anschlussstelle Häfen reserviert hat. Sie sollen im Januar für 25 Euro pro Tisch mittels eines Wettberwerbs, bei dem gute Ideen gefragt sind, vergeben werden.

Für viel Gesprächsstoff sorgen wird garantiert auch die Eröffnung der Local Hero-Wochen für Duisburg 21. bis 6. Juni, in die die Akzente eingebunden sind. Die spanisch-katalanische Theatertruppe „La Fura dels Baus” wird am 21. Mai im Ruhrorter Hafen mit einem ihrer furiosen Auftritte – begleitet von Feuer, Dampf und Riesenfigur – Wagner, Mercator und den Kampf um eine friedlichere Welt in Szene setzen.

Die Broschüre mit dem gesamten Kulturhauptstadtprogramm gibt es im Kulturhauptstadtbüro, Rathaus, Burgplatz 19, 47051 Duisburg. Im Netz steht es unter www.duisburg.de.

Ulla Saal



Kommentare
16.12.2009
19:45
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von schilleken | #9

Habe heute versucht, die in WAZ/NRZ angekündigte Programmbroschüre im Rathaus zu bekommen. Ergebnis: Keins bekommen, da keine vorrätig. Da fängt die geniale Vorbereitung schon an. Fühle mich schon veräppelt!

16.12.2009
18:01
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von hansreiner | #8

Anders als in Liverpool, Istanbul oder Weimar hat im Ruhrgebiet - außer einigen Essenern - die Kulturhauptstadtehren niemand gewollt.
Anders als bei Athen, Paris, Krakau, West-Berlin oder eben Weimar hat keine Stadt im Ruhrgebiet diesen Titel wirklich verdient - sonst hätte sie ihn ja als Stadt ohne den Bezug auf die Ruhrregion bekommen. Umgekehrt: Das Ruhrgebiet ist keine Stadt, darum hat es den Titel ja auch nicht bekommen können
Anders als 1985 (Athen), 1988 (West-Berlin) oder noch 2008 (Liverpool), haben wir 2009 angesichts der Finanznöte unserer Kommunen andere Sorgen als uns um das Zustandekommen des Kulturhauptstadtjahres zu kümmern. Wenn zu Beginn dieser Veranstaltung über existentielle Kürzungen bei VHS und Filmforum diskutiert wird, die meisten Leuchtturmprojekte erst Ende 2010 fertig werden (s. Dortmunder U oder Küppersmühlenschuhkarton) oder vom Land gleich weggkürzt wurden (s. Landesarchivbau), dann ist eine Veranstaltung, die sich Kulturhauptstadtjahr nennt, tatsächlich schon gescheitert, noch bevor sie begonnen hat.

16.12.2009
13:39
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von halenerstrasse | #7

Hoffentlich zieht die Bezirksregierung die Notbremse! Das kleine Grüppchen an kulturpolitischen Machern hat den Bodenkontakt zumindest seit dem Lehmbruckerbenerwerb offensichtlich verloren. Jetzt heben ei vollständig ab.
Zwei Milliarden Schulden sind denen egal, denn ihre Kinder gehen nicht auf Duisburgs Kindergärten oder Schulen, die leben alle im grünen Speckgürtel!

16.12.2009
13:09
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von Südbürger | #6

Prunkbau hier und Prunkbau dort ,schaut euch doch mal die innenstadt an und dann gegt mal in die Randregionen .....
Keiner hat was gegen Kultur aber solange nicht alle was davon haben sollte man erstmal andere Löscher stopfen zb.den ganzen Sportbereich ,das Thema Bildung wird gestrichen ( Volkshochschule ,Musikschule,) armes Duisburg!!!

16.12.2009
12:33
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von Athene | #5

Den Ausführungen von binarbeiten kann ich mich nur anschließen.
Wenn die maslowsche Basis gefährdet ist, darf ich nicht die Spitze stärken!

16.12.2009
12:19
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von Jetztaber | #4

VORNE HUI und HINTEN PFUI !

Dieser Spruch würde sich sehr gut im Duisburger Stadtwappen machen.

Millionen für die Kulturhauptstadt, aber die Glasdächer der Fussgängerüberdachung König/Düsseldorfer/Kuhstraße in der Innenstadt sind das letzte Mal vor FÜNF (!!!!!) Jahren gereinigt worden, starren vor Dreck und werden das auch weiterhin tun, da für die Reinigung nach Aussage der Wirtschaftsbetriebe, von Duisburg Marketing und des Amtes für Stadtentwicklung KEIN GELD VORHANDEN ist.

Armes Duisburg !

16.12.2009
11:26
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von Chris.GE | #3

Interessant, dass einige schon zu wissen glauben, dass das Kulturhauptstadtprojekt schon gescheitert sei, bevor es erst angefangen hat. Man kann nur mit dem Kopf schütteln über so viel Pessimismus. Man sollte dem Projekt eine Chance geben und erst urteilen, wenn es vorbei ist.

16.12.2009
11:24
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von binarbeiten | #2

Aber eine aufgrund von Sparplänen geschlossene bzw. unerreichbare Bücherei schadet der kulturellen Basis einer Stadt sehr!
Kein Mensch hätte was gegen Kulturprojekte, wenn man diese bezahlen kann.
Herr Sauerland, die agieren in dieser Stadt zwar nach Gutsherrenart, aber ich muss ihnen bescheinigen, dass sie ein verdammt schlechter Gutsherr sind.
Gute Gutsherren können rechnen und halten ihr Gut in Schuss!

16.12.2009
10:31
Duisburg hisst die Kultur-Segel
von Aufpassen | #1

Ach ja, jetzt weis ich auch, warum die Hundesteuern in Duisburg erhöht werden. Aber für die vielen überflüssigen Kultur-Projekte scheint ja genügend Geld da zu sein, für den Sport z. B. nicht.

Lieber Stadtrat in Duisburg, seht endlich ein, dass Kulturhauptstadt 2010 ein gescheitertes und nicht von der Bevölkerung akzeptiertes Projekt ist.

Gebt das Geld lieber für wirklich notwendige Dinge aus.

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